02.02.2012

Rege Diskussion über geplantes Islamzentrum in Wil

02.02.2012 08:56 - von: rof

Das geplante islamische Begegnungszentrum im Südquartier in Wil ist umstritten. Nach der Baueingabe sind rund 300 Einsprachen von der Bevölkerung eingegangen. Deshalb hat die islamische Gemeinschaft Wil gestern Abend zu einem Informations- und Diskussionsabend eingeladen.

  • In Wil wurde über das geplante Islamzentrum diskutiert

    In Wil wurde über das geplante Islamzentrum diskutiert, Bild: Esther Rietmann RADIO TOP

  • In Wil wurde über das geplante Islamzentrum diskutiert, Bild: Esther Rietmann RADIO TOP

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Mehr als 200 Personen aus Bevölkerung und Politik haben an der Veranstaltung teilgenommen. Diskutiert wurde unter anderem über den Verkehr. Das neue Begegnungszentrum würde eine Menge Besucher anziehen, was für das ruhige Südquartier eine erhöhte Lärmbelastung bedeuten würde, erklärt ein Wiler gegenüber RADIO TOP. 

Nicht nur der Verkehr sorgt für Diskussionen, auch Grundsatzfragen über Integration und Glaubensfreiheit  sind Thema. Trotzdem will Marcus Zunzer, Chef des Departements Bau und Umwelt in Wil, beim Thema ansich bleiben, wie er gegenüber RADIO TOP sagt. «Die Einsprachen werden alle überprüft. Wenn es berechtigte Einwände gibt, werden wir das Gespräch mit den Beteiligten aufnehmen», so Marcus Zunzer. 

Dass Themen wie Religionsfreiheit und Frauenrechte in den Mittelpunkt der Diskussionen gerückt sind, überrascht den Wiler Bauvorsteher nicht. «Das Thema ist in der Schweiz weit verbreitet. Wenn in einer Stadt wie Wil über dieses Thema diskutiert wird, ist dies wie ein Magnet welches das Ganze anzieht», so Marcus Zunzer. Für ihn sei es aber ein einfaches Baubewilligungsverfahren - unabhängig von der Grundsatzdiskussion.

Zwei Stunden wurde rege diskutiert. Obwohl es nicht nur um das Begegnungszentrum ansich ging, machte sich Bekim Alimi, Imam der Moschee in Wil, mit einem stolzen Gefühl auf den Heimweg, wie er gegenüber RADIO TOP sagt. «Die Menschen haben offen und kritisch geredet. Es wurde auf hohem Niveau diskutiert. Das war unser Hauptziel.»

Das Thema Islamzentrum ist noch lange nicht vom Tisch. Momentan werden alle rund 300 Einsprachen geprüft. Nebst der Diskussion wurde gestern auch das Bauprojekt des neuen Begegnungszentrums im Detail vorgestellt. Es soll mehrere Gebetsräume und eine Zuschauertribüne beinhalten, welche für alle zugänglich wäre.