Arbeitskonflikt um Studer: Warten auf Zugeständnisse
Die rund 100 Beschäftigten der Studer
Professional Audio GMBH in Regensdorf verzichten auf weitere
Kampfmassnahmen. Sie warten ab, welche neuen Zugeständnisse ihnen
die Studer-Eigentümerin, der US-Elektronikhersteller Harman, macht.
Das haben am Dienstagabend rund 60 Studer-Mitarbeiter an einer
Versammlung zusammen mit der Gewerkschaft Unia beschlossen, wie
diese am Mittwoch mitteilte. Mit dem Verzicht auf Kampfmassnahmen
biete man dem Konzern keinen Vorwand, den geplanten Abbau zu
beschleunigen, heisst es in der Mitteilung weiter.
Die Betriebsversammlung verlangt laut Unia die Konkretisierung
von Versprechen, die ein Harman-Vertreter letzte Woche an einem
Runden Tisch abgab, bei dem die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin
Rita Fuhrer vermittelte. Wie Harman-Vertreter Max Becker auf Anfrage
der SDA sagte, werde er am Donnerstag die Belegschaft über
allfällige Verbesserungen beim Sozialplan informieren.
Davon betroffen wären die 35 bereits im Sommer gekündigten
Mitarbeiter des Bereichs Produktion. Diese Abteilung wird per Ende
Jahr nach England verlagert. Eine weitere Verlagerung von
Abteilungen steht laut Becker nicht mehr zur Diskussion.
Die nicht gekündigten gut 60 verbleibenden Angestellten der
Bereiche Forschung und Entwicklung sowie die Kundendienst- und
Projektabteilung verblieben in der Schweiz. Vom Runden Tisch hatte
sich der Harman-Vertreter anfangs Woche zurückgezogen. Er wirft der
Gewerkschaft Unia vor, sie habe bei Harman-Kunden mit
«rufschädigenden Mails» Stimmung gemacht.