Mit dem «Schnüffler»-Preis «Big Brother Award 2002» sind im Winterthurer Casinotheater die Zürcher Kantonspolizei, die Firma Q-Sys, der UVEK-Beamte Adrien De Werra und der Club de Berne «ausgezeichnet» worden.
Mit dem Award für «besonders fleissige Schnüffelratten» wird seit dem Jahr 2000 auf «die schlimmsten Datenmissbräuche in den Bereichen Staat, Business und Kommunikation» hingewiesen.
Es werden Personen oder Institutionen ausgezeichnet, die das persönliche Grundrecht auf den Schutz der Privatsphäre missachten oder die Überwachung und Kontrolle von Personen oder von Personengruppen fördern.
Dass der Preis in der Kategorie Staat an die Zürcher Kapo ging, wurde begründet mit dem «sorglosen Umgang und der Speicherung von ungesicherten Daten in der Fahndungsdatenbank 'Joufara II'». Für ihr Datensammlungssystem in Altersheimen wurde der Firma Q-Sys aus St.Gallen der «Business-Award» zuerkannt. Im Bereich «Kommunikation» wurde als Preisträger Darien De Werra ausgewählt. Der Leiter des Dienstes für Besondere Aufgaben im Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) erhielt den Preis für seine Aussagen, das Telefonüberwachungsgesetz BÜPF müsse – kaum in Kraft – verschärft werden.
Die Vorschläge für die Awards wurden vom Publikum eingereicht, dieses Jahr waren es insgesamt 54. Eine Expertengruppe nahm eine Vorselektion vor, eine Jury legte die Preisträger fest.