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Ein Drittel weniger Energie: SBB testen Erdwärme-Weichenheizung

Die SBB sind für den Winterbetrieb gerüstet: Doch ihre 7400 Weichenheizungen brauchen viel Gas und Strom. In Eschenbach LU testen die SBB nun eine Weiche, die mit Erdwärme beheizt wird. Dies könnte den Energieverbrauch um einen Drittel senken.

13.11.2017 / 13:01 / von: abl
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Die SBB wollen besser für den Winter gerüstet sein. (Bild: pixabay.com)

Die SBB wollen besser für den Winter gerüstet sein. (Bild: pixabay.com)

Sie stellten deshalb ihre neue Technologie vor. (Bild: RADIO TOP/Noah Schefer)

Sie stellten deshalb ihre neue Technologie vor. (Bild: RADIO TOP/Noah Schefer)

Die Weichenheizung mit Erdwärme wird im Kanton Luzern getestet. (Bild: RADIO TOP/Noah Schefer)

Die Weichenheizung mit Erdwärme wird im Kanton Luzern getestet. (Bild: RADIO TOP/Noah Schefer)

(Bild: RADIO TOP/Noah Schefer)

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Die neue Weichenheizung kostet 450'000 Franken und wird vom Bundesamt für Verkehr unterstützt. Enthalten sind darin sämtliche Projektkosten für zwei Jahre und insbesondere auch zahlreiche zusätzliche Sensoren, um die Wirkung der Anlage zu messen.

Denn die Hoffnung, welche die SBB mit dem Projekt verbinden, sind gross. Daniel Föhn vom SBB-Kompetenzcenter Weichenheizung sprach am Montag vor den Medien in Zürich von einem möglichen Quantensprung - rund 30 Prozent der Energie könnten allenfalls eingespart werden.

Die Heizung funktioniert wie in einem Einfamilienhaus über eine Erdsonde mit Wärmepumpe. Neuartig ist am System gemäss SBB-Fachspezialist Energieeffizienz Matthias Rücker, dass die Wärme durch Wasserleitungen an den Schienen geführt wird.

Noch seien die Kosten für derartige Systeme aber hoch und nicht konkurrenzfähig, sagte Rücker. Doch erwartet er, dass sich dies in den kommenden Jahren ändern wird. Die ersten Erfahrungen nach ein paar Tagen mit tiefen Temperaturen bezeichnete er als positiv.

Auf dem SBB-Netz gibt es 15'000 Weichen. Rund die Hälfte davon sind mit Heizungen ausgestattet, damit sie im Winter nicht vereisen oder zugeschneit werden. Ausgerüstet sind gemäss SBB alle Weichen auf den Hauptgleisen, die für den täglichen Fahrbetrieb wichtig sind.

38 Prozent der Weichenheizungen werden mit Gas betrieben, 62 Prozent elektrisch. In einem durchschnittlichen Winter kostet der Energieverbrauch von 60 bis 70 Gigawattstunden die SBB rund 3 Millionen Franken.

6,7 Gigawattstunden, was laut SBB dem Energieverbrauch von 1500 Schweizer Haushalten entspricht, haben die Verantwortlichen bereits einsparen können. Unter anderem dank Temperaturfühlern an den Weichen wurden die Heizzeiten verringert. Weitere Optimierungen würden geprüft - es soll nur «zum richtigen Zeitpunkt» geheizt werden, sagte Rücker.

Nicht nur wegen den Weichenheizungen sehen sich die SBB für die kalte Jahreszeit gerüstet. So ist der Bereitschaftsdienst des Schneeteams längst erstellt - von Mitte Oktober bis Mitte April stehen jeweils landesweit 360 Mitarbeitende abrufbereit, um unter anderem Perrons von Schnee und Züge von Eis zu befreien.

Der TELE TOP-Beitrag zum Thema:

Winterliche Verhältnisse können trotz aller Vorbereitung zu gewissen Verspätungen führen, hielt Daniel Föhn fest. So fahren die Züge teilweise langsamer, damit sich keine Eisklumpen von den Fahrzeugen lösen und dann allenfalls zu Beschädigungen führen.

Zudem dauert an heftigen Schneefalltagen, an denen zahlreiche Personen ihr Auto in der Garage stehen lassen und damit an den Bahnhöfen mehr Pendler ein- und aussteigen, der Halt etwas länger.

Doch insgesamt haben die SBB den Winter im Griff, sagte Föhn. Wegen der Kälte «fällt der Fahrplan nicht aus dem Takt». Dies zeige auch ein Blick in die Statistik: Die Pünktlichkeit sei im Durchschnitt im Sommer und im Winter gleich hoch.

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