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Kunden bleiben dem Dorfmetzger trotz Aktionen bei Grosshändlern treu

Die Trockenheit führt zu einem Überangebot auf dem Fleischmarkt – Bauern sind zum Teil gezwungen, ihre Kühe wegen Futtermangels frühzeitig zu schlachten. Detailhändler locken mit Tiefpreisen.

09.08.2018 / 11:57 / von: sfa
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Auch lokale Dorfmetzgereien haben wegen der Trockenheit viel zu tun - die Kunden bleiben ihnen trotz grosszügiger Aktionen bei den Detailhändlern aber erhalten. (Bild: RADIO TOP/ Sarah Frattaroli)

Auch lokale Dorfmetzgereien haben wegen der Trockenheit viel zu tun - die Kunden bleiben ihnen trotz grosszügiger Aktionen bei den Detailhändlern aber erhalten. (Bild: RADIO TOP/ Sarah Frattaroli)

Auch lokale Dorfmetzgereien haben wegen der Trockenheit viel zu tun - die Kunden bleiben ihnen trotz grosszügiger Aktionen bei den Detailhändlern aber erhalten. (Bild: RADIO TOP/ Sarah Frattaroli)

Auch lokale Dorfmetzgereien haben wegen der Trockenheit viel zu tun - die Kunden bleiben ihnen trotz grosszügiger Aktionen bei den Detailhändlern aber erhalten. (Bild: RADIO TOP/ Sarah Frattaroli)

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30% auf Rindshuft oder Kalbsbratwurst – in diesen Tagen kein erstaunlicher Anblick bei Migros, Coop und anderen Detailhändlern. Weil viele Bauern ob der Trockenheit gezwungen sind, mehr Kühe zu schlachten, herrscht ein Überangebot.

Neben den grossen Schlachthöfen nehmen auch bei Dorfmetzgereien die Anfragen von betroffenen Bauern zu, wie eine Umfrage von RADIO TOP zeigt. Viele auch kleinere Metzgereien schlachten deshalb tatsächlich mehr als üblich. Trotzdem stapelt sich das Fleisch nicht bis unter die Decke und droht, zu verfallen.

RADIO TOP Beitrag zur Auswirkung der Schlachtungen auf lokale Dorfmetzgereien:

Audio

Der Grossteil der zusätzlich geschlachteten Kühe wird nämlich eingefroren, erklärt Wener Hermann, Inhaber der Hermann Metzgerei in Sulgen und Präsident des Regionalen Metzgermeisterverbandes Thurgau: «Die zusätzlich geschlachteten Kühe können nicht alle kurzfristig verarbeitet werden. Ein Grossteil wird deshalb eingefroren. Wenn man Fleisch einfriert, hat das einen Minderwert. Der Metzger hat dadurch mehr Arbeit, höhere Lagerkosten und beim Auftauen verliert das Fleisch einen Teil seines Gewichts.»

Das zusätzliche Fleisch soll dann in einigen Monaten aufgetaut und zu Würsten oder Trockenfleisch verarbeitet werden. Aber auch wenn das derzeitige Einfrieren zu höheren Kosten bei den Metzgern führt, bleibt Werner Herrmann entspannt: «Das ist eine Sache von drei bis vier Wochen. Momentan herrscht eine gewisse Hysterie. Die Preise sind derzeit zugegebenermassen um 20 Prozent gefallen. Aber die Preise werden in drei bis vier Wochen wieder um 10, 15 oder sogar 20 Prozent steigen. Dann werden die Tiere, die jetzt geschlachtet werden, nämlich fehlen.»

Das aktuelle Überangebot beim Fleisch sei denn auch nur zum Teil verantwortlich für die Aktionen bei den Detailhändlern. Solche Aktionen gebe es jeden Sommer, so die Metzger. Viel relevanter als die Trockenheit ist dabei die Ferienzeit. Weil weniger Leute einkaufen, bleiben die Detailhändler nämlich jeden Sommer auf einem Teil ihres Fleisches sitzen – und versuchen dieses mit Aktionen doch noch unter die Leute zu bringen.

Verschiedene Dorfmetzgereien geben auf Anfrage auch zu Protokoll, dass ihnen die Kunden trotz der Aktionspreise nicht abhandenkommen. Wer beim Dorfmetzg einkaufe, der sei nämlich bereit, für Qualität einen etwa höheren Preis zu bezahlen – Trockenheit hin oder her.

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