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Museum rollt Geschichte der «Schaffhauser Wolle» auf

Ein bekanntes Wollknäuel steht im Zentrum der neuen Ausstellung im Schaffhauser Museum zu Allerheiligen: Die «Schaffhauser Wolle», die sich nicht zuletzt dank einer innovativen Werbestrategie zu einer Legende der Schweizer Alltagskultur entwickelt hatte.

25.04.2018 / 15:37 / von: meg/sda
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Die Geschichte der «Schaffhauser Wolle» wird aufgerollt (Bild: Stadtarchiv Schaffhausen)

Die Geschichte der «Schaffhauser Wolle» wird aufgerollt (Bild: Stadtarchiv Schaffhausen)

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Unter dem Label «Schaffhauser Wolle» vermarktete das Unternehmen «Chessex & Hoessly», das später in «Schoeller, Albers & Co.» umbenannt wurde, weltweit farbige Handstrickgarne.

Schon 1924 begann mit dem ersten Werbeplakat der visuelle Siegeszug der Marke, wie nun im Schaffhauser Museum zu Allerheiligen zu sehen ist. Neben dem Schriftzug «Schaffhauser Wolle» wurde die grüne Banderole des Wollstrangs zum Markenzeichen des Produkts.

Die «Schaffhauser Wolle» etablierte sich als Marktführerin für Handstrickgarne in der Schweiz. Über Grosshandel und Tochterfirmen wurde sie auch bis nach Nigeria, Kanada und Japan geliefert - 1974 wurden die Garne in 26 Länder auf 5 Kontinenten exportiert.

Die Hersteller der «Schaffhauser Wolle» gehörten zu den ersten Schweizer Unternehmen, die konsequent mit Werbeplakaten im Weltformat für ihr Produkt warben. Dieser zur damaligen Zeit sehr innovativen Werbestrategie verdankt das Wollknäuel gemäss den Ausstellungsmachern massgeblich seinen Erfolg. So sei es gelungen, die Marke landesweit im kollektiven Gedächtnis zu verankern und die Monopolstellung des Strickgarns aus Schaffhausen zu festigen.

Das Museum zu Allerheiligen zeigt eine repräsentative Auswahl der über 100 Werbeplakate, die zwischen 1924 und 1989 von Schweizer Grafikern und Künstlern - darunter so bedeutende Namen wie Herbert Leupin, Donald Brun und Martin Peikert - geschaffen wurden.

Sichtbar wird dabei gemäss einer Mitteilung vom Mittwoch «nicht nur ein Stück Schweizer Werbegeschichte; die farbenfrohen Plakate sind auch ein Spiegel des Zeitgeistes und erzählen von den gesellschaftlichen, ökonomischen und ästhetischen Strömungen ihrer Zeit».

Zeitzeugen-Interviews, Filme und Fotos ergänzen die Ausstellung. Strickhefte und Strickbekleidung aus sieben Jahrzehnten sorgen zudem für Déjà-vu-Erlebnisse und Retro-Feeling.

Trotz der innovativen Plakate - der Strukturwandel machte sich auch bei der «Schaffhauser Wolle» bemerkbar. Ab den 1970er-Jahren war selbst gestrickte Kleidung nicht mehr günstiger als maschinell hergestellte Kleidung. Billigimporte aus Fernostländern, der hohe Frankenkurs und das hohe Lohnniveau machten der Textilbranche allgemein zu schaffen. 1987 musste Kurzarbeit eingeführt werden, im April 1991 wurde die Produktion in Schaffhausen eingestellt.

Die Ausstellung «Schaffhauser Wolle - eine Marke macht Geschichte» im Museum zu Allerheiligen wird am Donnerstag mit der Vernissage eröffnet wird. Sie dauert bis am 19. August.

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