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Rentnerin soll zwei Männern für Geld Liebe versprochen haben

Eine Rentnerin aus Deutschland wurde verurteilt, weil sie zwei Männern die grosse Liebe vorgegaukelt haben soll, um an ihr Geld zu kommen. Sie erhob Beschwerde am Bundesgericht, das zwar den Schuldspruch bestätigte, den Entscheid aber dennoch an das Kantonsgericht St.Gallen zurückwies.

07.09.2017 / 15:14 / von: vdi/sda
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War alles mehr Schein als Sein? (Symbolbild: pixabay.com)

War alles mehr Schein als Sein? (Symbolbild: pixabay.com)

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Der Beschuldigten wird vorgeworfen, zwei ältere Herren in betrügerischer Absicht eine längerdauernde Liebesbeziehung vorgetäuscht und sie dadurch zu Geldübergaben im Umfang von rund 270'000 Franken bewegt zu haben. Am 4. September 2014 erklärte das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland die Beschuldigte des mehrfachen Betrugs schuldig und verurteilte sie zu einer Freiheitsstrafe vom 18 Monaten. Bei zwei Monaten wurde der Vollzug angeordnet und für die übrigen 16 Monate eine Probezeit von vier Jahren festgelegt.

Gegen das erstinstanzliche Urteil erhob die Frau Einsprache. Als das Kantonsgericht die Berufung im Jahre 2015 abwies und den Entscheid des Kreisgerichts bestätigte, gelangte sie an die nächst höhere Instanz. Tatsächlich hiess das Bundesgericht die Beschwerde der Beschuldigten teilweise gut und hob den Entscheid des Kantonsgerichts auf.

Das Rückweisungsverfahren drehte sich aber nicht um den Schuldspruch und die Höhe der Strafe, sondern um die Frage der Einziehung der beschlagnahmten Vermögenswerte und die Festlegung einer Ersatzforderung.

Mit seinem Entscheid habe das Bundesgericht den Schuldspruch des Betrugs und die Höhe der teilbedingten Freiheitsstrafe nicht angetastet, erklärte der Staatsanwalt am Donnerstag vor dem Kantonsgericht. Damit sei zweifelsfrei geklärt, dass die Beschuldigte das Geld arglistig ertrogen habe.

Eine strafbare Handlung dürfe sich nicht lohnen. Aus diesem Grunde sei das Vermögen der Frau einzuziehen und eine Ersatzforderung auszusprechen. Ohne diese Massnahmen sei die Gefahr gross, dass die geprellten Herren ihr Geld nicht mehr zurückerhalten würden. Laut Anklageschrift übergab ihr der eine Mann in drei Tranchen 120'000 Franken, der andere in zwei Tranchen 150'000 Franken.

Der Rechtsanwalt eines Privatklägers unterstützte die Anträge der Staatsanwaltschaft. Die Beschuldigte habe mit ihrer Beschwerde an das Bundesgericht gezeigt, dass sie nicht willens sei, die erschwindelte Summe zurückzuzahlen.

Die Verteidigerin bedauerte, dass das Bundesgericht die Beschwerde der Beschuldigten nur teilweise geschützt hat. Ihre Mandantin habe einen Freispruch vom Vorwurf des Betrugs erreichen wollen. Es sei nämlich keineswegs bewiesen, dass das Geld auf ihrem Konto tatsächlich von den beiden Privatklägern stamme.

An der Berufungsverhandlung von Ende 2015 hatte die Frau vor dem Kantonsgericht erklärt, sie habe das Geld nicht von den beiden älteren Herren, sondern von ihrem 80-jährigen Ehemann erhalten. Bei den Vorwürfen der Männer handle es sich wohl um Rache, weil sie ihre Avancen abgelehnt habe.

Es sei eine reine Unterstellung, wenn die Staatsanwaltschaft und die Vertretung der Privatklägerschaft sagten, die Beschuldigte wolle unrechtmässig erworbene Gelder nicht zurückgeben, erklärte die Verteidigerin weiter. Auf jeden Fall aber müsse die Einziehung des Geldes und damit die Kontosperre aufgehoben werden. 

Ansonsten müsse das Kantonsgericht eine eingehende Begründung liefern, da das Bundesgericht genau diesen Punkt beanstandet habe. Das Urteil des Kantonsgerichts erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

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