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Geiselnahme: St.Galler Kantonsgericht lässt DNA-Gutachten ergänzen

Das Kantonsgericht St.Gallen hat im Fall einer Geiselnahme noch kein Urteil gefällt. Die Strafkammer lässt zwei Gutachten zur DNA-Analyse ergänzen.

13.03.2018 / 13:23 / von: vdi
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Der Mann soll eine Familie als Geiseln genommen haben (Bild: pixabay.com)

Der Mann soll eine Familie als Geiseln genommen haben (Bild: pixabay.com)

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Das Institut für Rechtsmedizin St.Gallen erstellte im Auftrag der Staatsanwaltschaft im Dezember 2015 sowie im Januar 2016 zwei Gutachten zur DNA-Analyse. Der Wahrscheinlichkeitsberechnung wurde die europäide Herkunftspopulation des Beschuldigten zugrunde gelegt. Das Kantonsgericht möchte vor ihrem Entscheid vom Institut für Rechtsmedizin wissen, weshalb nicht von der asiatischen beziehungsweise chinesischen Herkunftspopulation ausgegangen wurde.

Der Chinese stand letzte Woche wegen Geiselnahme einer Familie vor dem Kantonsgericht St.Gallen. Dem Angeklagten, der die beiden Töchter des Ehepaars mit dem Tod bedroht haben soll, droht eine Freiheitsstrafe von 11 Jahren.

Der Beschuldigte bestritt jegliche Schuld. Bei der Befragung vor Gericht sagte er, die aus China stammenden Geschäftsleute seien in Menschenhandel verwickelt gewesen und hätten einem Geschäftspartner viel Geld geschuldet. Deshalb sei es zu der Geiselnahme gekommen.

Ob es eine solche überhaupt gab, bezweifelt die Verteidigung. Möglicherweise hätten die angeblichen Opfer die dubiose Geschichte erfunden. Der Beschuldigte sei mit der Familie befreundet gewesen und habe sie regelmässig in deren Wohnung besucht.

Deshalb habe er in der Wohnung seine DNA-Spuren hinterlassen. Dass die Polizei seine DNA-Spuren sogar auf einer zurückgelassenen Wollmütze fand, beweise nicht, dass er die Tat begangen habe, sagte die Verteidigerin. Es handle sich um einen reinen Indizienprozess. Sie forderte einen Freispruch.

Laut der Anklageschrift war der Beschuldigte Ende 2015 zusammen mit zwei Komplizen in die Wohnung der Restaurantbetreiber eingebrochen. Dort warteten die Räuber auf die Rückkehr der Geschäftsleute.

Als der Vater und die beiden Töchter am frühen Abend nach Hause kamen, wurden sie mit einer Waffe bedroht und gefesselt. Die Männer stahlen dem Geschäftsmann 3000 Franken aus der Hosentasche und durchsuchten die Wohnung. Als rund eine Stunde später die Mutter in die Wohnung kam, wurde auch sie gefesselt.

Der Angeklagte und seine Mittäter sollen gedroht haben, die acht- und die zwölfjährige Tochter mit einem Plastiksack zu ersticken, wenn das Ehepaar ihnen nicht die Bankkarte aushändige. Der Geschäftsmann übergab den Männern stattdessen den Schlüssel für sein Restaurant und einen falschen Code für den Tresor.

Während zwei der Männer zum nahegelegenen Restaurant fuhren und den dritten als Aufpasser in der Wohnung zurück liessen, konnte der Vater sich und seine Familie befreien und die Polizei rufen. Die Männer flüchteten.

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