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Ostschweizer Bergbahnen überleben dank Innovationen

Vier von fünf Bergbahnen blicken optimistisch in die Zukunft – trotz Klimawandel und Konkurrenzdruck. Die Kleinen haben es aber schwierig. Zwei kleine Bergbahnen in der Ostschweiz haben überraschende Antworten auf die Herausforderungen gefunden.

13.02.2018 / 17:50 / von: sfa
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Gerade kleinere Bergbahnen müssen ihr Angebot diversifizieren, um am Markt bestehen zu können. (Bild: Sportbahnen Atzmännig AG/atzmaennig.ch)

Gerade kleinere Bergbahnen müssen ihr Angebot diversifizieren, um am Markt bestehen zu können. (Bild: Sportbahnen Atzmännig AG/atzmaennig.ch)

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Mehr als 80% aller Bergbahnen blicken optimistisch in die Zukunft. Das zeigt eine neue Studie der Unternehmensberatung PwC. Das Resultat überrascht: Den Berggebieten schmilzt der Schnee weg, die Anforderungen der Besucher wachsen und der Konkurrenzdruck steigt.

RADIO TOP Beitrag zu den innovativen Ostschweizer Bergbahnen:

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Die Platzhirsche unter den Bergbahnen reagieren mit Billigangeboten und millionenteuren Seilbahnen, die grosse Skigebiete miteinander verbinden, auf die Herausforderungen. Umso schwieriger haben es kleinere Bergbahnen: Laut PwC Studie blicken in dieser Kategorie nur gut die Hälfte optimistisch in die Zukunft.

PwC empfiehlt den kleineren Bergbahnen, ihr Angebot genau auf ihre Zielgruppen auszurichten, sagt der Mitautor der Studie, Roland Schegg: «Bergbahnen müssen sich überlegen: Was passt zu mir? Was will ich überhaupt anbieten? Manche ziehen eher Familien an, andere eher Snowboarder oder junge Menschen. Das ist schon heute der Fall, in Zukunft wird es aber noch wichtiger.»

 Pionierarbeit in diesem Bereich leisten die Atzmännigbahnen im Kanton St.Gallen. Dort ist vor rund 50 Jahren die allererste Sommerrodelbahn der Schweiz eröffnet worden. Seither hat man das Angebot der Sommerattraktionen auf 13 erhöhrt, sagt der Geschäftsführer Roger Meier: «Wir haben zum Beispiel Elektrokarts, einen Schiffli-Weiher, ein Karrussel, für die Jugendlichen ein Trampolin. Als letzte grosse Attraktion ist im 2010 ein Seilpark hinzugekommen.»

Klein zu sein, sei ausserdem zum Teil auch von Vorteil, erzählt Roger Meier weiter: Im Atzmännig helfen auch Rentner oder Hausfrauen aus dem Dorf im Stundenlohn mit, um die Besucherspitzen abzufedern. So hält die Bergbahn die Anzahl Festangestellter tief.

Innovativ ist auch der Weg, den die Bergbahnen Jakobsbad-Kronberg im Appenzeller Alpstein eingeschlagen haben: Dort kann man seit rund fünf Jahren gar nicht mehr skifahren oder snowboarden. Dafür gibt es die längste Schlittelpiste der Ostschweiz.

Ganz im Alleingang kann eine Bergbahn aber nicht so rigoros auf das Geschäft neben der Skipiste setzen, sagt Markus Wetter, Verwaltungsratspräsident der Seilbahn Jakobsbad-Kronberg: «Im Appenzellerland gibt es vier Bergbahnen. Jede Bergbahn hat einen anderen Fokus, eine andere Zielgruppe. So können wir auch weiterhin existieren. Dazu müssen wir aber auch immer wieder neue, spannende Angebote schaffen, damit die Leute weiterhin zu uns kommen.»

Auch die PwC-Studie belegt: Vor allem kleinere Bergbahnen setzen häufig schon länger auf regionale Kooperationen. Im schwierigen Umfeld der letzten Jahre hatten sie schlicht keine andere Wahl.

Grösser ist die Gefahr laut den Studienautoren denn auch für mittelgrosse Bergbahnen: Die eifern häufig den grossen Platzhirschen nach – sind dafür aber zu klein. Gleichzeitig hat die Not sie noch nicht dazu gezwungen, auf innovative Wege und Kooperationen zu setzen.

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