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Protestaktion am Presto-Standort in St.Gallen

Weil die gedruckte Ausgabe der «Ostschweiz am Sonntag» Ende Oktober eingestellt wird, müssen bis zu 200 Zeitungszusteller mit ihrer Entlassung rechnen. Am Donnerstagabend protestierten rund 30 Personen am Standort der Presto Presse-Vertriebs AG in St.Gallen.

19.10.2017 / 19:18 / von: sap/sda
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Die Protestaktion vor dem St.Galler Presto-Sitz (Bild: Syndicom)

Die Protestaktion vor dem St.Galler Presto-Sitz (Bild: Syndicom)

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Die Presto Presse-Vertriebs AG führte ein Konsultationsverfahren, das bei Massenentlassungen vorgeschrieben ist, durch. Dem Personal wurde vier Wochen Zeit gegeben, um Vorschläge zur Begrenzung des Stellenabbaus oder zumindest zur Abfederung der sozialen Folgen für die betroffenen Personen auszuarbeiten.

Die von der Gewerkschaft Syndicom im Auftrag der Betroffenen verlangte Verlängerung des Konsultationsverfahrens wurde abgelehnt. Das Verfahren lief am Donnerstag aus.

Am Donnerstag wurden die Ergebnisse aus dem Konsultationsverfahren im Rahmen einer Protestaktion bei der Firma Presto in St.Gallen übergeben. Die Belegschaft fordert unter anderem eine Besitzstandswahrung bei Touren, die eine kleinere Auflage verzeichnen, aber immer noch gleich lange dauern und dass die Touren gleichmässiger und gerechter aufgeteilt werden. Bei den regelmässigen Grossauflagen sollen die Touren zudem nicht früher angesetzt, sondern auf mehr Kolleginnen und Kollegen verteilt werden, wie es weiter hiess.

Presto stehe «in der Pflicht, den geplanten Abbau so sozialverträglich wie nur möglich zu machen», schreibt Syndicom. Die Gewerkschaft bedaure die Einstellung der gedruckten «Ostschweiz am Sonntag» durch die NZZ-Gruppe. Dies führe zu einer weiteren Ausdünnung der Vielfalt der Sonntagszeitungen.

Der angekündigte Personalabbau vor allem im Korrektorat müsse vom NZZ-Konzern ohne Kündigungen aufgefangen werden, fordert die Gewerkschaft.

Presto hat gegenüber der Gewerkschaft angekündigt, die Vorschläge der Mitarbeiter zu prüfen und Verhandlungen mit den Sozialpartnern zu führen. Gegenüber RADIO TOP wollte sich von Presto niemand zum Konsultationsverfahren äussern.

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