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Widerstand gegen Einbürgerung des Imams Alimi in Wil

Der Imam der albanischen Moschee in Wil will sich einbürgern lassen. Eine Person hat dagegen Einsprache erhoben. Sie wirft Alimi vor, er pflege Kontakte zu radikalen Predigern. Nun muss das Wiler Stadtparlament über die Einbürgerung entscheiden.

14.02.2018 / 14:54 / von: vdi/sda
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Das Wiler Stadtparlament muss über die Einbürgerung entscheiden (Bild: stadtwil.ch)

Das Wiler Stadtparlament muss über die Einbürgerung entscheiden (Bild: stadtwil.ch)

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Die Stadt Wil informierte am Mittwoch über die Sache. Das Stadtparlament wird an einer der nächsten Sitzungen über die Einbürgerung entscheiden, wie auf Anfrage zu erfahren war.

Der 45-jährige Bekim Alimi stammt aus Mazedonien und wohnt seit 1998 in Wil. Zuvor hatte er in Kairo Theologie und Philosophie studiert. 1999 wurde er Imam an der albanischen Moschee in Wil. Seither habe er sich «einen Namen gemacht als Botschafter eines gemässigten Islams», schrieb die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) Anfang 2017.

Mitte 2015 reichte Alimi für sich, seine Ehefrau und die beiden Kinder in Wil ein Einbürgerungsgesuch ein. Dagegen ging eine Einsprache ein. Der Einbürgerungsrat hiess das Gesuch, gestützt auf Auskünfte der Kantonspolizei, des Nachrichtendienstes des Bundes und des Staatssekretariats für Migration, im September 2017 gut.

Weil die Privatperson an ihrer Einsprache festhielt, kommt die Sache jetzt vor das Stadtparlament. Alimis Frau und die beiden Kinder sind mit einem separaten Entscheid bereits eingebürgert.

Gemäss dem Gutachten des Einbürgerungsrats wurde die Einsprache damit begründet, Alimi pflege Kontakt zu einem radikalen Prediger und einem antisemitischen Imam. Zudem sei er Akteur der Muslimbrüder der Schweiz, und er habe 2014 in einer Moschee im Mazedonien gepredigt, die von einem als radikal geltenden Imam geführt werde.

Alimi wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück. Er lehne Radikalismus in jeder Form ab, distanziere sich von Hasspredigten, Aufrufen zur Gewalt und Diskriminierung jeglicher Art und lehne das Gedankengut von Salafisten wie auch jenes der Muslimbrüder kategorisch ab, betonte er laut dem Gutachten.

Gleiche Anschuldigungen gegen Alimi hatte es schon 2016 gegeben, als der Wiler Imam bei der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels zusammen mit anderen Geistlichen das Bauwerk segnete. Schon damals seien die Anschuldigungen haltlos gewesen, und der Bund habe ihm den Rücken gestärkt, rechtfertigt sich Alimi.

TELE TOP-Beitrag zur Einbürgerung von Imam: 

Gegenüber dem Einbürgerungsrat verwies Alimi auch auf seine Bemühungen als Vermittler zwischen den Religionen, der Integration von Jugendlichen und auf sein Engagement für ein friedliches Zusammenleben. So bietet die Wiler Moschee etwa Nachhilfeunterricht für Schüler mit mazedonischen und kosovarischen Wurzeln an.

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