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ewz soll in ein smartes Verteilnetz investieren

Wichtiger Schritt in die Zukunft: Der Zürcher Gemeinderat hat am Mittwoch einen Rahmenkredit von 17 Millionen Franken für das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) bewilligt. Damit kann das ewz in Entwicklungs- und Pilotprojekte im Verteilnetz in den Bereichen «Smart Grid» und Speichertechnologien investieren.

08.11.2017 / 22:09 / von: abl
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Der Zürcher Gemeinderat hat einen Kredit von 17 Millionen Franken bewilligt. (Bild: ewz.ch)

Der Zürcher Gemeinderat hat einen Kredit von 17 Millionen Franken bewilligt. (Bild: ewz.ch)

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Das Verteilnetz des ewz steht vor neuen Herausforderungen: Einerseits werden immer mehr der sogenannten neuen erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen gebaut, die Strom aus erneuerbaren Energieträgern wie Sonne oder Wind produzieren. Andererseits steigen die Energieverbraucher zunehmend von fossilen Energiequellen auf erneuerbaren Strom um.

Das ewz soll diesen Veränderungen nun aber nicht mit einem massiven und teuren Ausbau und Verstärkungen des Netzes begegnen, sondern mit mittel- und langfristig kostengünstigeren «Smart-Grid-Technologien». Dies hat der Zürcher Gemeinderat am Mittwoch mit 96 zu 20 Stimmen entschieden.

«Smart Grid» nutzt moderne Mess-, Informations- und Kommunikationstechnologien, um die Einspeisung und den Verbrauch von elektrischer Energie aus verschiedenartigen Produktionsanlagen zu koordinieren und sicherzustellen. Noch sind diese aber nicht ausgereift und müssen weiter erforscht werden.

Der Gemeinderat gewährte deshalb dem ewz einen Rahmenkredit in Höhe von 17 Millionen Franken für Investitionen in Entwicklungs- und Pilotprojekte in den Bereichen «Smart Grid» und Speichertechnologien. Das sind über einen Zeithorizont von fünf Jahren 3,4 Millionen pro Jahr - gemäss ewz eine sinnvolle Grössenordnung für die erforderlichen Investitionen in Innovationen.

Zu den Projekten gehört in einem ersten Schritt ein Monitoring-System für das Netz. Dieses intelligente Überwachungssystem - «Smart-Monitoring-System» - wertet Messdaten aus dem Netz aus und stellt sie so dar, dass das ewz ein aufschlussreiches Bild über die immer dynamischer werdenden Belastungen des Verteilnetzes bekommt.

Weitere Projekte betreffen das aktive Netzmanagement, den intelligenten Unterhalt des Verteilnetzes und dezentrale Energiespeicher. Diese Speicher entlasten das Verteilnetz, indem die produzierte Energie, die nicht sofort lokal konsumiert wird, in die Speicher aufgenommen anstatt ins Netz eingespeist werden.

Das ewz soll laut Stadtrat bei der Entwicklung und Erforschung von Smart-Grid-Technologien mit anderen Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten. Damit könne es sein spezifisches Fachwissen mit demjenigen von Dritten optimal ergänzen, schreibt der Stadtrat in seiner Weisung.

Der Stadtrat ist es denn auch, der über die konkrete Aufteilung des Rahmenkredits in Objektkredite entscheidet - eine wichtige Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit Partnern. Gefragt sind rasche Entscheide und absolute Geheimhaltung, wenn es um Geschäftsgeheimnisse geht.

Widerstand gab es einzig von der SVP. Sie störte sich daran, dass mit dem Geld aus öffentlicher Hand private Unternehmen konkurrenziert werden. Es gebe bereits Unternehmen, die sich mit «Smart Grid» und Speichertechnologien befassen. «Bei den privaten Firmen ist sehr viel Know-how vorhanden. Wir sollten sie deshalb nicht konkurrenzieren», sagte der SVP-Vertreter.

Für die Mehrheit hatte die Weisung hingegen eine «grosse Bedeutung für die Zukunft und für ein innovatives ewz». Denn die Stadt Zürich brauche Lösungen, um das Netz stabil zu halten, sagte der Mehrheitsvertreter der FDP. Bisher habe man schlicht zu wenig praktische Erfahrung. «Deshalb muss weitergeforscht und -entwickelt werden.»

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