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Roger Köppel: «Donald Trump trifft im Kern die Wahrheit»

Donald Trump hat eine persönliche Liste angeblicher Fake-News-Medien veröffentlicht. Darauf fungieren renommierte Medien wie CNN und die New York Times – und sogar ein Nobelpreisträger. Schweizer Politiker betrachten die Liste kritisch.

18.01.2018 / 12:03 / von: sfa
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Stellt die Medien an den Pranger: US-Präsident Donald Trump. (Bild: flickr.com/Gage Skidmore)

Stellt die Medien an den Pranger: US-Präsident Donald Trump. (Bild: flickr.com/Gage Skidmore)

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CNN, New York Times, Washington Post – sie alle haben es auf die Fake-News-List von US-Präsident Donald Trump «geschafft». Auch dem Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman kommt die zweifelhafte Ehre zuteil, auf der Liste zu figurieren.

Schweizer Politiker beurteilen die Fake News Awards im RADIO TOP Beitrag:

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Medienwissenschaftler betrachten die Liste kritisch. Es sei die Aufgabe der Medien, Politiker kritisch zu hinterfragen. Wenn Donald Trump sie dafür abstraft, hebelt er die Medienfreiheit aus und untergräbt das Vertrauen der Bevölkerung in den Journalismus.

 Auch bei Schweizer Politikern erntet die Liste Kritik. Allerdings nicht nur. SVP-Nationalrat und Weltwoche-Verleger Roger Köppel sagt: «Donald Trump trifft im Kern die Wahrheit. Nämlich dass ein Grossteil der Medien nicht mehr journalistisch arbeiten, sondern nur noch politisch. Sie haben nur eine Agenda: Trump aus dem Amt zu schreiben. Dazu schrecken sie auch nicht vor Fake News zurück.»

In den Schweizer «Mainstream-Medien», wie Roger Köppel sie nennt, passiere dasselbe. Über Christoph Blocher zum Beispiel, sei in den Schweizer häufig unausgewogen berichtet worden.

Anders sieht es Matthias Aebischer, SP-Nationalrat und während 20 Jahren Journalist beim SRF: «Es gibt in der Schweiz viele Politiker, die behaupten, alle Journalisten seien links. Und dass diese nur Fake News, beziehungsweise nur linke News, verbreiten. Alle Politiker, die das Gefühl haben, dass sie in den Medien zu kurz kommen, verbreiten immer mal wieder solche Behauptungen. Donald Trump treibt das einfach auf die Spitze.»

Auf die Spitze, weil gerade er einen Fake News Award vergibt, er der es selber häufig nicht so genau nimmt mit der Wahrheit, sagt Matthias Aebischer. So habe Donald Trump zum Beispiel bei seiner Amtseinsetzung vor rund einem Jahr behauptet, es hätten so viele Besucher der Zeremonie beigewohnt wie noch bei keinem anderen Präsidenten zuvor. Luftaufnahmen belegen allerdings eindeutig, dass dem nicht so war.

Einig sind sich Roger Köppel und Matthias Aebischer derweil darin, dass ein Politiker nicht sofort mit Trompeten und Fanfaren à la Donald Trump auf jeden Angriff seitens der Medien reagieren muss – unabhängig davon, ob der Angriff berechtigt ist oder nicht.

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