Pull down to refresh...
zurück

Josef Lisibach: «Ich muss keine Angst mehr haben»

Der Winterthurer SVP-Stadtrat Josef Lisibach wurde am 4. März nicht wiedergewählt. RADIO TOP hat mit ihm über seine letzten Tage im Amt und über seine Zukunftspläne gesprochen.

15.05.2018 / 16:55 / von: rwa
Seite drucken Kommentare
0
Josef Lisibach besucht das RADIO TOP-Studio. (Bild: RADIO TOP / Raphael Wallimann)

Josef Lisibach besucht das RADIO TOP-Studio. (Bild: RADIO TOP / Raphael Wallimann)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Es war eine grosse Überraschung, als der Winterthurer Bauvorsteher Josef Lisibach am 4. März vom Stimmvolk nicht wiedergewählt wurde. An seiner Stelle machte Christa Meier von der SP das Rennen. Meier übernimmt nun auch das Baudepartement. Lisibach auf der anderen Seit muss sein Büro nach nur vier Jahren im Amt wieder räumen. 

RADIO TOP: Am 4. März hat sich das Winterthurer Stimmvolk entschieden, sie nicht wiederzuwählen. Wie geht es ihnen rund zwei Monate später?

Josef Lisibach: Mir geht es hervorragend. Danke der Nachfrage. Es ist auch nicht so, dass ich abgewählt wurde. Ich bin überzählig. Das ist ein Detail. Am Ende vom Tag ist es immer noch gleich. Ich werde nicht mehr im Amt sein. Aber die Stimmenzahl die ich erreicht habe, war trotzdem so, dass ich gewählt worden wäre.

Wie ging es ihnen gleich nach der Wahl? Das Resultat war ja eine grosse Überraschung.

Das stimmt. Das Resultat traf mich völlig unerwartet. Im Verlauf vom Wahltag hat sich abgezeichnet, dass es nicht reichen könnte. Am Abend war es dann klar und es war ein Schock. Ich hätte mich auf eine weitere Legislatur gefreut. Aber: Ich habe eine Nacht schlecht geschlafen und dann war die Sache gegessen.

RADIO TOP-Interview mit Josef Lisibach:

Audio


Wie war es nach dem Wahlsonntag wieder zu arbeiten?

Das war speziell. Ich musste am nächsten Tag gleich wieder im Büro erscheinen. Meine Mitarbeiter waren alle sehr betroffen. Ich musste sie trösten. Mir war von Anfang an bewusst, dass es nun ums Abschliessen geht. Geplant hätten wir die zweite Legislatur anders. Aber diese Planung ist nun gestoppt.

Was gab ihnen in diesen schwierigen Wochen Halt?

Das waren viele Reaktionen aus den Parteien. Eigentlich alle Parteien haben mich kontaktiert und gesagt, dass es nicht an meiner Arbeit oder Person lag und dass ich gute Arbeit geleistet hätte. Das war mir wichtig. Wenn ich schlechte Arbeit geleistet hätte, wäre ich selbst Schuld gewesen. Das ist aber nicht der Fall.

Man könnte ja sagen, dieses verflixte Baudepartement. Vor vier Jahren wurde ihre Vorgängerin Pearl Pedergnana abgewählt. Nun hat es sie getroffen. Steht das in Verbindung mit diesem Departement?

Nein, überhaupt nicht. Wirklich überhaupt nicht. Ich behaupte immer, das Baudepartement ist das wichtigste Departement. Es wird am meisten gestaltet. Die Gründe für das Wahlresultat sind vielfältig. Bei meiner Vorgängerin gab es politische Gründe. Bei mir war es die politische Grosswetterlage, die sich verändert hatte und bei meiner Nachfolgerin können wir uns in vier Jahren wieder unterhalten.

Haben sie schon eine Vorahnung, dass es in vier Jahren wieder zu einem Wechsel im Stadtrat kommen könnte?

Nein, das wäre natürlich absolut vermessen. Da habe ich weder eine Vorahnung noch eine Prognose.

Eine ihrer Leistungen war die Parkplatzverordnung, die sie gegen Ende ihrer Amtszeit ausgearbeitet haben. Haben sie nun Angst, dass diese wieder völlig anders umgesetzt werden könnte, da die SP ihr Departement übernimmt und die Linke im Gemeinderat gestärkt ist?

Sie können mir glauben, ich habe keine Angst. (lacht) Die muss ich auch nicht mehr haben. Die Parkplatzverordnung steht. Im Juni muss dieses Geschäft dem Gemeinderat übergeben werden. Und ich glaube es ist genau die richtige Verdornung, da es ein Kompromiss ist. Es ist eine liberale Parkplatzverordnung. Der neue Stadtrat wird sich damit auseinandersetzen müssen. 

Jetzt sind sie noch zwei Wochen im Amt. Was machen sie in diesen zwei Wochen noch?

Die zwei Wochen sind geprägt von Abschieden. Ich verabschiede mich von Mitarbeitern, von verschiedenen Gremien und von ganz vielen anderen Personen. Ausserdem muss ich noch einige Geschäfte abschliessen.

Was machen sie danach?

Ich gehe zwei Monate ins Ausland und dort werde ich mich mit meiner beruflichen Zukunft beschäftigen.

Bleiben sie der Politik erhalten?

In der Zeit, die ich mir nehme, werde ich mich entscheiden, ob ich künftig weiterhin ein politisches Amt ausüben will, oder nicht.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare