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Harziges Neumaschinengeschäft bremste Rieter 2017

Der Spinnereimaschinenhersteller Rieter hat im vergangenen Geschäftsjahr deutlich weniger verdient. Grund dafür sind Restrukturierungskosten. Aber auch der Verkauf von neuen Maschinen verlief harzig.

13.03.2018 / 08:33 / von: vdi/sda
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Der Bestellungseingang erhöhte sich um 16 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken. (Bild: Rieter.com)

Der Bestellungseingang erhöhte sich um 16 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken. (Bild: Rieter.com)

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Rieter erzielte 2017 einen Jahresgewinn von 13,3 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Minus von 69 Prozent. Hauptgrund dafür sind Restrukturierungskosten. Rieter verlagerte im vergangenen Jahr einen Teil der Produktion von Deutschland nach Tschechien, was Sonderkosten von 36 Millionen Franken verursachte.

Doch auch geschäftlich lief es Rieter 2017 nicht rund. Der Bestellungseingang erhöhte sich zwar kräftig um 16 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn (Ebit) jedoch fiel mit 51,8 Millionen Franken um 8 Prozent tiefer aus als im Vorjahr. Der Umsatz stieg nur dank einer Übernahme leicht um 2 Prozent auf 965,6 Millionen Franken.

Mitte 2017 verstärkte Rieter mit dem Kauf von SSM, der Textilmaschinen-Division von Schweiter, den Geschäftsbereich Komponenten. Ohne diese Übernahme wäre die Verkäufe um 3 Prozent unter dem Vorjahreswert geblieben.

Grund für diesen Dämpfer ist das Neumaschinengeschäft. In den letzten zwei Jahren nahmen nach dem zyklischen Tief 2015 zwar die Bestellungen kontinuierlich zu. Das stzte sich jedoch 2017 noch nicht vollständig in Verkäufe um. Der Umsatz in diesem Geschäftsbereich sank gegenüber 2016 leicht um 2 Prozent auf 589,5 Millionen Franken.

Ebenfalls weniger verkaufte Rieter im eigenen Komponentengeschäft. In diesem Geschäftsfeld wirkte sich gemäss Finanzchef Joris Gröflin aus, dass im Vorjahr Rieter von Förderprogrammen stark profitiert hatte. Dank SSM, das ein Rekordjahr hinter sich hat, stieg der Umsatz im gesamten Komponentengeschäft dennoch markant um 15 Prozent auf 229,8 Millionen Franken. Die Division After Sales mit dem Service- und Verbrauchsmaterialgeschäft erhöhte den Umsatz um 3 Prozent auf 146,3 Millionen Franken.

Bei den Absatzmärkten litt Rieter auch 2017 noch unter der Krise in der Türkei. Der Umsatz in dieser Region reduzierte sich weiter um 16 Prozent auf noch 100 Millionen Franken. Damit sollte jedoch laut Rieter-Chef Norbert Klapper der Tiefpunkt erreicht sein. Im zweiten Halbjahr habe die Nachfrage aus der Türkei wieder angezogen, sagte er an der Bilanzmedienkonferenz am Montag in Winterthur.

Auch in China und in Indien sanken die Verkäufe um 1 respektive 5 Prozent auf 184 Millionen und 174 Millionen Franken. Höhere Umsätze erzielte Rieter jedoch in anderen asiatischen Ländern wie Usbekistan, Bangladesch und Indonesien (+11 Prozent auf 319 Millionen Franken) sowie in Nord- und Südamerika (+32 Prozent auf 115 Millionen Franken).

Vom laufenden Geschäftsjahr erwartet Rieter sowohl einen höheren Umsatz als auch einen höheren Gewinn. Der Aufschwung soll sich jedoch erst im zweiten Halbjahr deutlich abzeichnen. Im ersten Halbjahr geht Rieter von einem Gewinn auf dem Niveau der Vorjahresperiode aus.

Zu den Restrukturierungen in Winterthur und Ingoldstadt gab Rieter bekannt, dass der Konzern für die vom Unternehmen weiter benutzte Fläche von 30'000 Quadratmeter in Winterthur im Oktober 2017 einen Studienauftrag lanciert hat. Bis Ende März sollen die fünf beauftragten Planungsbüros ihre Vorschläge präsentieren. Für die 70'000 Quadratmeter nicht mehr benötigte Fläche in Winterthur und die 130'000 Quadratmeter in Ingoldstadt dagegen ist laut Klapper die Planung noch nicht so weit.

Rieter hatte Anfang Februar 2017 bekannt gegeben, 220 der 360 Stellen in Ingoldstadt zu streichen und die Produktion ins tschechische Usti nad Orlici zu verschieben. Rieter erwartet, dass diese Produktionsverschiebung ab 2019 die Kosten um jährlich 15 Millionen Franken senkt.

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