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In Seuzach klappt's: Schule ohne «Ufzgi» auch in Schaffhausen?

In Schaffhausen flammt eine bekannte Diskussion auf: Sollen Hausaufgaben abgeschafft werden? Das Vorhaben stösst auf Kritik. Dass es funktionieren kann, zeigt ein Beispiel aus der Region Winterthur.

07.03.2018 / 17:36 / von: abl
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Schaffhauser Schulen könnten bald auf «Ufzgi» verzichten. (Bild: pixelio.de/schemmi)

Schaffhauser Schulen könnten bald auf «Ufzgi» verzichten. (Bild: pixelio.de/schemmi)

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Der Schaffhauser Stadtschulrat hat sich das Abschaffen der Hausaufgaben in Schaffhauser Schulen als Legislaturziel für die nächsten Jahre gesetzt. Das Parlament reagiert prompt auf diese Ankündigung. «Kann das gutgehen?», fragt beispielsweise die FDP in einer Anfrage an den Schaffhauser Stadtrat. Und weiter: «Gibt es Erfahrungen anderer Städte oder Kantone, die auf Hausaufgaben verzichten?»

Die Antwort ist: Ja. Ein Beispiel ist die Sekundarschule Seuzach im Kanton Zürich. Die Schüler haben normal Unterricht. Zusätzlich haben sie aber acht Lektionen sogenannte «Lernlandschaft» pro Woche, also knapp zwei Lektionen pro Tag. In dieser «LeLa» wird selbstständiges Lernen gefördert. Das heisst: die Kinder entscheiden selbstständig, woran sie arbeiten möchten. Und wenn sie ihr Lernziele für den Tag erfüllt haben, können sie ihre Hausaufgaben lösen. Damit müssen sie sich zuhause nicht mehr an die «Ufzgi» setzen.

Gerade am Anfang kam diese Idee nicht bei allen gleich gut an, sagt Peter Trüb. Er ist Mitglied der Elternbegleitgruppe des Pilotprojektes an der Sekundarschule Seuzach. Diese trifft sich vierteljährlich und tauscht sich über ihre Erfahrungen aus. Das nächste Mal am nächsten Montag. Seit dem Projektstart hätten sich die Meinungen bereits stark geändert, sagt Trüb: «Am Anfang waren natürlich viele Fragen offen: Wie geht das? Wie kann ich kontrollieren, wie mein Kind arbeitet? Ist es auf Kurs?». Diese Skepsis habe aber mit der Zeit nachgelassen.

Das spürt auch Martin Spaltenstein, Klassenlehrer an der Sekundarschule Seuzach: «Inzwischen kommen auch Eltern auf uns zu, und sagen uns, dass sie sehr zufrieden sind», sagt er im RADIO TOP-Beitrag.

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Die Schüler seien motivierter und sein Klassendurchschnitt sei seit Beginn des Projekts gestiegen, erklärt er. Es sei aber noch zu früh, um zu sagen, ob das wirklich an der neuen Lernlandschaft liege. Natürlich funktioniere es nicht für alle Kinder gleich gut. Aber genau deshalb seien die Schüler auch rund um die Uhr betreut. Sie sind dabei in unterschiedliche Gruppen eingeteilt: diejenigen, die mehr Betreuung brauchen, werden von den Lehrpersonen jeden Tag kontrolliert. Andere, die bewiesen haben, dass sie schon sehr gut selbstständig arbeiten können, werden nur wöchentlich betreut.

Das Pilotprojekt an der Sekundarschule Seuzach läuft vorerst für drei Jahre. Dann soll eine Bilanz gezogen werden. In Schaffhausen indes ist die Schule ohne Hausaufgaben erst eine Idee. Der Stadtschulrat hat sich diese als Legislaturziel für die nächsten Jahre gesetzt. Bis dahin muss sie aber erst noch einige politische Hürden überwinden.

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