zurück

Winterthurer Sozialkosten bleiben hoch

Die Sozialkosten in der Stadt Winterthur sind seit drei Jahren auf hohem Niveau stabil. Das ist kein Trend - Sozialvorsteher Nicolas Galladé rechnet in den kommenden Jahren mit steigenden Kosten. Mit kleinen Massnahmen wie Mietzinssenkungen will Winterthur etwas Gegensteuer geben.

12.09.2017 / 16:40 / von: mle/sda
Seite drucken Kommentare
0
Sozialvorsteher Nicolas Galladé (links) und Dieter P. Wirth, Leiter Soziale Dienste an der Pressekonferenz vom Dienstag. (Bild: RADIO TOP / Noah Schefer)

Sozialvorsteher Nicolas Galladé (links) und Dieter P. Wirth, Leiter Soziale Dienste an der Pressekonferenz vom Dienstag. (Bild: RADIO TOP / Noah Schefer)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Pro Dossier in der Sozialhilfe sind in Winterthur die Kosten in den vergangenen fünf Jahren in etwa stabil geblieben. Sie wären gar rückläufig, wären in dieser Zeit die Ausgaben für die Wohnungsmieten nicht um sieben Prozent gestiegen.

Um diese Wohnkosten, die rund einen Drittel der Sozialkosten ausmachen, zu senken, hat die Stadt nach der letzten Reduktion des Referenzzinssatzes im Juni knapp 1700 Sozialhilfebezüger angeschrieben. Sie hat diese informiert, wie sie eine Mietzinsreduktion erreichen können.

Es ist zwar unklar, wie viele Sozialhilfebezüger entsprechende Schritte unternommen hätten, doch hätten konkrete Erfolge erzielt werden könnten, sagte Dieter P. Wirth, Leiter Soziale Dienste, am Dienstag vor den Medien. Die Vermieter von 403 Wohnungen hätten den Mietzins gesenkt.

In diesem Jahr werden in der Sozialhilfe dadurch 45'000 Franken eingespart, 2018 wird dies zu Einsparungen in Höhe von 256'000 Franken führen.

In 141 Fällen sind die Begehren gemäss Wirth abgelehnt worden. In mehreren dieser Fälle wird nun abgeklärt, ob der Rechtsweg beschritten werden soll.

TELE TOP-Beitrag zu den Sozialkosten in Winterthur: 



Diese Massnahme ist eine von mehreren Empfehlungen, die auf einem im vergangenen Jahr vorgestellten Expertenbericht beruhen. Darin war auch angeregt worden, die Fallzahlen pro Mitarbeiter durch mehr Personal zu reduzieren. Bei einer engeren Fallführung liessen sich die Kosten senken, so die Hoffnung.

Ob dem so ist, soll eine experimentelle Studie bis Ende Jahr zeigen, wie Sozialvorsteher Nicolas Galladé ausführte. Danach werde über das weitere Vorgehen entschieden.

Der Nettoaufwand für die bedarfsabhängige, individuelle Unterstützung betrug 2016 111,4 Millionen Franken. Sie sind damit laut Galladé nach dem stetigen Anstieg nun seit drei Jahren in etwa stabil. In den Vorjahren waren es 111,2 und 110,2 Millionen Franken.

Rund 9400 Haushalte waren im vergangenen Jahr mindestens einmal durch die sozialen Dienste unterstützt worden. Die meisten von ihnen waren auf Sozialhilfe oder Zusatzleistungen zur AHV/IV angewiesen. Alimentenbevorschussung und Kleinkinderbetreuungsbeiträge machten nur einen kleinen Teil der Kosten aus.

Bei der Sozialhilfe stiegen dabei sowohl die Fallzahlen (plus 6,2 Prozent) als auch die Kosten (plus 7,1 Prozent) weiter an. Die Sozialhilfequote liegt bei 5,5 Prozent.

Winterthur sei eine Grossstadt, sagte Galladé. Strukturell bedingt treffen verschiedene wirtschaftliche und demografische Risikofaktoren zusammen. Das Sozialhilferisko ist in städtischen Zentren grösser. «Viele Faktoren sind nicht beeinflussbar.» Galladé forderte am Dienstag ein weiteres Mal einen fairen kantonalen Soziallastenausgleich.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare