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Anzeige gegen Zürcher Jungfreisinnige wegen «Glacé-Aktion»

Eine Aktion der Jungfreisinnigen der Stadt Zürich (jfz), mit der sie mehr Glacé-Stände rund um das Zürcher Seebecken forderten, hat ein juristisches Nachspiel. Grün Stadt Zürich reicht eine Strafanzeige ein.

17.07.2017 / 15:57 / von: nsh /sda
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Die Bemalung hat nun juristische Konsequenzen. (Bild: Facebook.com / JFZ)

Die Bemalung hat nun juristische Konsequenzen. (Bild: Facebook.com / JFZ)

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Auf einer Länge von mehreren hundert Metern zogen die Jungfreisinnigen in der Nacht auf Samstag beim Hafen Enge einen rund einen Meter breiten, hellblauen Farbstreifen auf den Weg entlang der Seepromenade. In grossen Lettern machten sie mehrfach auf ihr Anliegen «Meh Glacé für Züri» aufmerksam.

Nun hat die Aktion ein juristisches Nachspiel. «Grün Stadt Zürich wird Anzeige erstatten», sagte Pio Sulzer, Sprecher des Stadtzürcher Tiefbau- und Entsorgungsdepartements (TED) am Montag. Die Kosten für die Entfernung der Farbspur dürften sich gemäss Sulzer im vierstelligen Bereich bewegen.

Davon überrascht zeigte sich am Montag jfz-Präsidentin Bettina Fahrni. «Wir sind nicht der Meinung, dass wir etwas Verbotenes gemacht haben.» Bei der Farbe handle es sich um umweltverträgliche Rasenmalfarbe, «Kreidepulver in Wasser aufgelöst». «Wenn es das nächste Mal regnet, ist alles weg», sagte Fahrni.

«Unsere Leute sind da zu einer anderen Einschätzung gekommen», sagte TED-Sprecher Sulzer. Neben der Arbeit von Entsorgung + Recycling (ERZ) müsse nämlich auch ein Ölspurbeseitigungsfahrzeug der Feuerwehr für die Reinigung eingesetzt werden. Wie hoch der Sachschaden genau ist, wird noch ermittelt.

Der Anzeige schauen die Jungpolitiker gelassen entgegen. Man solle lieber einmal härter durchgreifen, wenn linke Chaoten das Rathaus oder andere wichtige Gebäude mit wasserfester Farbe besprayten, sagte die jfz-Präsidentin.

Eigentlich wollten die Jungfreisinnigen ihre Botschaft sogar rund um das Seebecken anbringen. Doch nach etwa 40 Minuten wurden sie von der Polizei angehalten, wie Fahrni sagte. «Wir haben den Polizisten auch einen Kübel mit Farbe mitgegeben.»

Mit ihrer Aktion wollte die Jungpartei auf eine Petition aufmerksam machen. Konkret stört sie sich nämlich daran, dass rund um das Seebecken - zwischen China- und Rentenwiese - nur 13 Stände dank einer Lizenz Glacé verkaufen dürfen. Das Angebot sei zu knapp, die Warteschlangen würden deshalb oft endlos.

Die Jungpolitiker fordern zudem, dass die Lizenzen künftig befristet ausgestellt werden. Wer einen Glacéstand betreiben wolle, müsse sich heute auf eine Warteliste setzen lassen und mindestens zehn Jahre gedulden, schreiben sie in einer Mitteilung. Für mehr Wettbewerb wollen sie ausserdem, dass es mehr Lizenzen und Standplätze gibt.

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