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ETH Zürich: Zerstören die Negativschlagzeilen den Ruf?

Frühere Sicherheitsmitarbeitende machen der Hochschule schwere Vorwürfe: Sie sprechen von gezielten Mobbingattacken, Machtmissbrauch und Vertuschung durch Vorgesetzte. Zerstören solche Schlagzeilen möglicherweise den Ruf der Elite-Hochschule?

11.07.2018 / 12:00 / von: sfa/mle
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Blick auf die ETH Zürich von der Polyterrasse aus. (Bild: wikimedia commons)

Blick auf die ETH Zürich von der Polyterrasse aus. (Bild: wikimedia commons)

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Die ETH Zürich kommt nicht zur Ruhe: Nach Negativschlagzeilen wegen Mobbing durch ein Professorenpaar und Vorwürfen der sexuellen Belästigung durch einen Architektur-Professor, werden nun weitere Fälle von mutmasslichem Machtmissbrauch publik. Frühere Sicherheitsmitarbeitende berichten in der «NZZ» von Willkür durch ihre Vorgesetzten und einem totalitären Führungsstil.

Mitarbeiter, die ihre Vorgesetzten kritisierten, wurden angeblich abgemahnt und gezielt gemobbt. In einem Fall soll es zu einer Kündigung eines aufmüpfigen Mitarbeiters gekommen sein. Dieser hat Anzeige bei der Stadtpolizei Zürich erstattet, die ETH hat für die Untersuchung nötige Unterlagen aber nicht herausgegeben.

Der betroffene Mitarbeitende sowie weitere Angestellte haben sich auch bei der Ombudsstelle gemeldet, auch diese Beschwerden sind innerhalb der ETH aber offenbar im Sand verlaufen.

Die ETH selber stellt gegenüber TOP ONLINE klar: «Es handelte sich um einen Arbeitskonflikt, der seit längerem abgeschlossen ist und zu dem sich die ETH Zürich aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht weiter äussert. Die Entscheide aller Instanzen, inklusive des Bundesgerichts, bestätigten, dass sich die ETH Zürich bei diesem Fall korrekt verhalten hat.»

Die ETH Zürich geniesst vor allem dank ihrer wissenschaftlichen Erfolge, einen guten Ruf. Dass genau dieser gute Ruf wegen der wiederkehrenden Negativschlagzeilen verloren gehen könnte, liegt laut Peter Metzinger, Kommunikationsexperte und Inhaber der «business campaigning GmbH» im Bereich des Möglichen: «Forscher die sich überlegen in die Schweiz zu kommen, werden sich die Frage stellen müssen wie die Bedingungen an ihren Arbeitsplätzen sind und ob sie auch mit solchen negativen Vorfällen kämpfen müssen.» Dann nämlich, würden sich die Forscher überlegen, ob sie tatsächlich herkommen sollen. Bis Forscher der ETH Zürich aber tatsächlich den Rücken zukehren, brauche es aber noch die eine oder andere Negativschlagzeile, relativiert Peter Metzinger. 

Wie die ETH die Situation möglicherweise noch retten könnte, verrät Dorothe Kienast, Kommunikationsberaterin und Inhaberin von «dok-kommunikation» im RADIO TOP-Beitrag:

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Thom Doe
am 12.07.2018 um 14:47
Leider ist die Scheinheiligkeit von Organisationen heute gang und gäbe sich aus der verantwortung zu ziehen und überall wird nur vertuscht und getäuscht. Ich denke da steckt noch mehr dahinter und hoffe...... jedem das was er verdient!
Jorge Schwarz
am 11.07.2018 um 16:17
Ich bin einer dieser ehemaligen ETH-Sicherheitsleute und empfinde es als eine krasse Irreführung Seitens der ETH, wenn sie hier sagt... «Die Entscheide aller Instanzen, inklusive des Bundesgerichts, bestätigten, dass sich die ETH Zürich bei diesem Fall korrekt verhalten hat.» Das finde ich extrem scheinheilig! Wenn die ETH die Herausgabe von Beweisen verweigert, polizeiliche Untersuchungen behindert und oder ihren gesetzlichen Mitwirkungspflichten in den Gerichtsverfahren nicht nachkommt, dann manipuliert sie die Gerichtsverfahren und zwingt somit die Gerichte dazu, ihr angeblich "Recht" zu geben. Schliesslich muss vor Gericht der Gemobbte beweisen, dass er gemobbt wurde. Kann er keine Beweise vorlegen (z.B. weil die ETH Beweise versteckt, vernichtet oder deren Herausgabe verweigert) dann kann das Gericht dem Gemobbten unmöglich Recht geben. Dieses unethische juristische Manöver nennt man "den Kläger vor Gericht in einen Beweismittel-Notstand bringen". Dass sich jetzt die ETH hinter eben diesen Gerichtsurteilen versteckt, finde ich skandalös!