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Tanklager am Rhein bei Eglisau wird zurückgebaut

Am Rheinufer bei Eglisau lagern seit den 1950er-Jahren rund 200 stillgelegte Treib- und Brennstofftanks unter der Erde. Das Relikt aus dem Kalten Krieg soll nun vollständig zurückgebaut und das Areal als Naherholungsgebiet aufgewertet werden.

14.11.2017 / 13:18 / von: vdi/sda
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Die Rückbauarbeiten beginnen voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahrs 2018. (Bild: eglisau.ch)

Die Rückbauarbeiten beginnen voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahrs 2018. (Bild: eglisau.ch)

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Anfang Dezember startet das Bewilligungsverfahren für den Rückbau auf dem rund 40'000 Quadratmeter grossen Areal, wie die Gemeinde Eglisau, der Kanton Zürich und die Migrol AG am Dienstag mitteilten. Gemäss Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) stellen die vielen ungeschützten Zugänge zunehmend ein Sicherheitsrisiko dar.

Auf dem verwaisten, nicht eingezäunten Gebiet zeugen überwachsene Betonbauten, Türen oder Schachtdeckel von einer längst vergangenen Zeit. Zudem sei es möglich, dass durch den Umschlag und die Lagerung von Treib- und Heizstoffen immer noch relevante Mengen von Kohlenwasserstoffen im Untergrund vorhanden seien, schreibt das AWEL.

Den Zuschlag für die Sanierung erhielt das Projekt der Eberhard Bau AG. Es weise die geringste Belastung für Anwohner, Verkehr und Umwelt auf, heisst es in der Mitteilung weiter. So werde etwa die zulässige Anzahl Fahrten durch die Tössriederen weit unterschritten.

Die Idee eines unterirdischen Tanklagers für Treib- und Brennstoffe stammte von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler. Denn in den 1950er-Jahren ging man davon aus, dass der Hochrhein bald als Wasserstrasse für den Lastverkehr ausgebaut werden würde. Güter hätten mit Schiffen bis in den Kanton Zürich transportiert werden sollen.

Das Projekt ist einst ein Pionierwerk gewesen, wie die Gemeinde schreibt. Allerdings wurden die Pläne nie umgesetzt und so war auch dem Tanklager kein kommerzieller Erfolg beschieden. Von 1957 bis 1978 betrieb die Migrol AG das Lager von Land her, bevor sie später die rund 200 Tanks entleerte und das Areal weiterverkaufte.

Die Migrol übernimmt nun auch die Bauherrschaft für die Sanierung und trägt 90 Prozent der Kosten von insgesamt rund fünf Millionen Franken. Der Kanton Zürich übernimmt den Rest, "weil es im öffentlichen Interesse liege, dass das Gefahrenpotenzial nachhaltig beseitigt werden könne", wie er schreibt.

Die Rückbauarbeiten beginnen voraussichtlich in der ersten Hälfte 2018 und sollen ein Jahr lang dauern. Der Boden über dem Tanklager wird dabei wieder in den Zustand vor dem Erstellen des Bauwerks versetzt. Dadurch werde das Naherholungsgebiet entlang des Rheins von Altlasten befreit und aufgewertet, heisst es in der Mitteilung.

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