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«Zebra-Wahllisten» sollen Frauen in der Politik fördern

180 Politikerinnen und Politiker sitzen im Kantonsrat Zürich – zwei Drittel davon sind Männer. Eine parlamentarische Initiative der SP will dies ändern. Im bürgerlich dominierten Rat hat sie allerdings einen schweren Stand.

08.03.2018 / 12:01 / von: sfa
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Die SP will auf den Wahllisten gleich viele Frauen wie Männer sehen. (Symbolbild: twitter.com/SP Schweiz)

Die SP will auf den Wahllisten gleich viele Frauen wie Männer sehen. (Symbolbild: twitter.com/SP Schweiz)

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Das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern in der Politik war bei den Zürcher Gemeindratswahlen augenscheinlich. Besonders gross ist Unterschied bei der SVP: Sie hat 99 Männer und 26 Frauen ins Rennen um den Gemeinderat geschickt. Bei den Kantonsratswahlen im nächsten Jahr soll sich das ändern – findet zumindest die SP.

RADIO TOP Beitrag zur Geschlechterverteilung auf den Wahllisten:

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Mit einer parlamentarischen Initiative im Zürcher Kantonsrat fordert die SP, dass keines der Geschlechter auf den Wahllisten mehr als 55% der Plätze einnehmen darf. Oder anders gesagt: Mindestens 45% der Kandidaten müssen Frauen sein.

Der Vorstoss stammt aus der Feder der SP-Kantonsrätin Michèle Dünki: «Am liebsten wären uns «Zebra-Wahllisten». Also abwechslungsweise eine Frau und dann wieder ein Mann.»

Mit ihrem Vorstoss will Michèle Dünki die Parteien in die Pflicht nehmen: «Sie müssen aktiv auf die Frauen zugehen, ihnen diese Ämter schmackhaft klar. Es gibt so viele junge qualifizierte Frauen, die sich für den Kanton Zürich einbringen könnten.»

Der Vorschlag zur Frauenförderung in der Politik stösst auch ausserhalb der SP-Fraktion auf offene Ohren. Die FDP-Kantonsrätin Sonja Rueff zum Beispiel findet es wichtig, die Thematik im Kantonsrat zu diskutieren. Ihr persönlich gehen fixe Frauenquoten für die Wahllisten allerdings zu weit.

Für Sonja Rueff müssen drei Punkte erfüllt sein, damit eine Frau politisch erfolgreich sein kann: «Erstens, die Frau muss ein politisches Amt wollen. Zweitens, eine Partie, welche diese Frau fördert. Und drittens Wähler, welche diese Frauen dann auch wirklich wählen. Wenn diese drei Punkte erfüllt sind, klappt es automatisch mit der politischen Vertretung. Dazu braucht es verschiedene Voraussetzungen, zum Beispiel Tagesschulen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.»

Die Initianten sind sich laut eigenen Angaben bewusst, dass ihr Vorschlag fixer Frauenquoten auf den Wahllisten im bürgerlich dominierten Zürcher Kantonsrat einen schweren Stand hat. Der Kantonsrat wird in rund einem Jahr neu gewählt.

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