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Zürcher Gericht: Mann mit drei Ehefrauen muss Schweiz verlassen

Ein Ägypter mit zwischenzeitlich drei Ehefrauen und neun Kindern muss die Schweiz verlassen. Sein Lebensmittelpunkt befindet sich nicht mehr in der Schweiz, urteilte das Zürcher Verwaltungsgericht. Zwei der drei Frauen und vier Kinder hielt er lange geheim.

07.12.2017 / 13:55 / von: ano/sda
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Symbolbild: Thorben Wengert/pixelio.de

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Der 57-Jährige kam in den 1980er-Jahren zusammen mit seiner ägyptischen Ehefrau in die Schweiz. Hier kamen auch seine fünf Kinder zur Welt. 1998 erhielt der Taxifahrer schliesslich die Niederlassungsbewilligung. Ende 2008 liess er sich von seiner noch immer in der Schweiz lebenden Frau scheiden.

So weit so gut. Allerdings bat das Migrationsamt im Jahr 2013 um eine Stellungnahme zu seinen Auslandsaufenthalten. Es bestand der Verdacht, dass seine Bewilligung erloschen sein könnte: Er verbrachte in den Jahren 2012 und 2013 jeweils rund 200 Tage nicht in der Schweiz.

Schliesslich erlosch seine Niederlassungsbewilligung tatsächlich und er bekam eine Ausreisefrist. Dagegen wehrte er sich zuerst vor der Sicherheitsdirektion und dann vor dem Zürcher Verwaltungsgericht - beides Mal vergeblich, wie aus dem kürzlich veröffentlichten Urteil hervorgeht.

Denn der Mann war über mehrere Jahre während eines grösseren Zeitraums landesabwesend und kam bloss zu Geschäfts- oder allenfalls Besuchszwecken in die Schweiz. Für die Sicherheitsdirektion und das Verwaltungsgericht ist daher klar: Der Lebensmittelpunkt des Mannes liegt offensichtlich nicht mehr in der Schweiz, sondern in Ägypten. Damit erlischt die Niederlassungsbewilligung.

Als sich das Verwaltungsgericht der Sache annahm, zeigte sich zudem Erstaunliches: Es stellte sich heraus, dass der Mann im Februar 2007 in Ägypten eine Landsfrau geheiratet hat, mit der er inzwischen drei Kinder hat. Dazu kam im Jahr 2010 eine weitere Ehe mit einer Ägypterin - daraus entsprang ein Kind.

Dies alles zeigte sich aber erst vor dem Zürcher Verwaltungsgericht, denn seine Ehefrauen und Kinder in Ägypten verschwieg er sowohl dem Migrationsamt als auch der kantonalen Sicherheitsdirektion. Er hat so «über längste Zeit bewilligungsrelevante Umstände beziehungsweise Tatsachen verschwiegen» 

Damit wird die Angelegenheit für das Verwaltungsgericht noch deutlicher: Der Wohnsitz der beiden Ehefrauen und der insgesamt vier Kinder befindet sich «klarerweise in Ägypten» und der Mann lebe wohl mit seiner dritten Ehefrau zusammen.

Da nützt auch die Behauptung des Mannes nichts, seine dritte Ehefrau halte sich momentan mitsamt Kind mit einem Besuchervisum in der Schweiz auf. Denn laut Verwaltungsgericht verfügt sie über keine «Bewilligung zum dauernden Aufenthalt in der Schweiz».

Umgekehrt sieht das Gericht nicht, welche Beziehungen der Mann - mit Ausnahme seiner Taxifahrer-Tätigkeit - zur Schweiz gepflegt hat. Auch ist unklar, wo der Mann während seiner Aufenthalte vom Januar 2011 bis Oktober 2013 gewohnt hat.

Sicher jedoch nicht bei seiner ersten Ehefrau. Der Kontakt werde «als nicht eng und sporadisch geschildert». Dazu kommt, dass er seinen Unterhaltspflichten für die fünf Kinder seit 2004 nicht nachgekommen ist: Der Alimentenausstand ist mit knapp 300'000 Franken laut Gericht massiv.

Zudem sind für das Verwaltungsgericht trotz des langen Aufenthalts keine besonders intensiven Beziehungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur zur Schweiz ersichtlich.

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