11.01.2017

St. Galler Pensionskasse senkt Umwandlungssatz für Renten

11.01.2017 16:08 - von: nha/sda

Die St. Galler Pensionskasse (sgpk) senkt den Umwandlungssatz, der die Höhe der Renten bestimmt, auf Anfang 2019 markant. Grund dafür ist eine zu tiefe Rendite. Die Folgen sollen mit flankierenden Massnahmen abgefedert werden.

  • St. Galler Pensionskasse senkt Umwandlungssatz für Renten. (Symbolbild:

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Der Umwandlungssatz werde von 6,4 auf 5,2 Prozent gesenkt, teilte die sgpk, die Pensionskasse des St. Galler Staatspersonals und der Volksschullehrer, am Mittwoch mit. Auch der technische Zinssatz für die Verzinsung des Kapitals wird gesenkt, nämlich von 3 auf 2,5 Prozent.

Die Mittel für die flankierenden Massnahmen will die sgpk mit der Jahresrechnung 2016 vollständig zurückstellen, wie es heisst. Dadurch rutscht die Pensionskasse in eine Unterdeckung. Der Deckungsgrad beträgt per Ende 2016 nur noch 91 Prozent.

Der Stiftungsrat hat deshalb ein Sanierungs- und Beteiligungskonzept beschlossen, wie es heisst. Dieses soll auf den 1. Januar 2019 zusammen mit den technischen Änderungen in Kraft treten. Das Sanierungskonzept wird im Communiqué allerdings nicht genauer erläutert.

Die St. Galler Pensionskasse war per Anfang 2014 verselbständigt worden. Der Kanton beteiligte sich mit 217 Millionen Franken an der Ausfinanzierung. Die Versicherten zahlen über höhere Beiträge bis Ende 2018 insgesamt 71 Millionen Franken. Zudem erleiden die Versicherten durch einen Systemwechsel Renteneinbussen von total 113 Mio. Franken.

Um die vom Kanton übernommenen Rentenverpflichtungen finanzieren zu können, müsste die sgpk eine jährliche Rendite von 4,1 Prozent erwirtschaften. Schon lange war klar, dass dies nur bei einer guten Entwicklung der Finanz- und Kapitalmärkte möglich sein würde. Inzwischen sind die Zinsen weiter gesunken.

«Entsprechend müssen die aktiven Versicherten die hohen Umwandlungssätze mitfinanzieren», schreibt die sgpk. Um die Pensionskasse auf gesunde Füsse zu stellen und Umverteilungen innerhalb der Kasse auf ein Minimum zu reduzieren, müssten der Umwandlungssatz und der technische Zinssatz gesenkt werden.

Damit muss die sgpk noch eine jährliche Rendite von 2,5 Prozent erzielen. Die Beiträge der Arbeitnehmenden sollen um 1 Prozent, jene der Arbeitgeber um 1,25 Prozent erhöht werden. Mit all diesen Massnahmen könne die sgpk am Leistungsziel des kantonalen Gesetzgebers festhalten, heisst es.

Die finanziellen Folgen für die Pensionskasse seien «markant». Seit der Verselbständigung 2014 habe die sgpk 855 Millionen Franken für die Aufstockung des Vorsorgekapitals und für flankierende Massnahmen aufgewendet.