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Abgabestart in den Apotheken für fünf monatliche Selbsttests

Ab dem heutigen Mittwoch sind in Apotheken in der ganzen Schweiz Gratis-Selbsttests erhältlich. Jede Person in der Schweiz hat pro Monat Anspruch auf maximal fünf Tests. Ob und wann der Verkauf von Selbsttests auch im Detailhandel möglich ist, bleibt vorerst offen.

07.04.2021 / 06:17 / von: sda/asl
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Ein glücklicher Kunde, der in der Noyer Apotheke in Bern bereits am ersten Tag ein Päckli Selbsttest ergattern konnte. (Bild: Christian Zingg, Keystone-SDA)

Ein glücklicher Kunde, der in der Noyer Apotheke in Bern bereits am ersten Tag ein Päckli Selbsttest ergattern konnte. (Bild: Christian Zingg, Keystone-SDA)

Am Mittwoch beginnt in der Schweiz die Schnelltest-Offensive. Jede Person in der Schweiz hat kostenlos Anrecht auf monatlich fünf Schnelltests. (Symbolbild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Am Mittwoch beginnt in der Schweiz die Schnelltest-Offensive. Jede Person in der Schweiz hat kostenlos Anrecht auf monatlich fünf Schnelltests. (Symbolbild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Schnell und einfach gratis zu Hause auf das Coronavirus testen. Ein Freipass ist ein negatives Resultat allerdings nicht. (Symbolbild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

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Wer die Gratistests bezieht, muss in der Apotheke lediglich seine Krankenkassenkarte vorweisen. Die Apotheke rechnet die bezogenen Tests dann direkt über die Krankenkasse ab. Über die Karte lässt sich zudem nachvollziehen, ob eine Person ihre Ration schon bezogen hat. Der Bezug des Fünfersets ist ohne Voranmeldung möglich.

Sollte das nicht mit allen Krankenkassen funktionieren, erfolgt die Abgabe nach dem Prinzip Vertrauen. «Wir hoffen, dass die Leute sich solidarisch verhalten», sagte Martine Ruggli, Präsidentin des Schweizerischen Apothekerverbands Pharmasuisse, vergangene Woche vor den Medien in Bern.

Die Selbsttests seien nur für Personen ohne Symptome gedacht, die keinen Kontakt mit Personen aus der Risikogruppe haben, sagte Ruggli in einem Interview im «Blick» vom Dienstag. Und sie bat darum, die Apotheken am 7. April nicht gleich zu stürmen. Man gehe von einer hohen Nachfrage aus.

Bisher keine Warteschlangen

Statt lange anzustehen gleich durchgehen zur Abgabestelle: Wer den Plastikbeutel mit den fünf kostenlosen Schnelltests bereits am Mittwoch beziehen wollte, musste nicht lange warten. In der Apotheke im Winterthurer Hauptbahnhof zumindest nicht, auch bei einer weiteren Apotheke gleich in der Nähe gab es keine Schlange.

Der Ansturm auf die Corona-Selbsttests hat sich auch an anderen Orten in Grenzen gehalten. Gemäss einem Augenschein in einigen Apotheken in der Schweiz herrschte am Morgen zwar reger Betrieb, aber es gab keine langen Warteschlangen.

So warteten bei der Bahnhofsapotheke in Luzern um 7.30 Uhr rund zehn Personen auf die Abgabe, auch in der Noyer Apotheke in Bern und in der Apotheke im Bahnhof Winterthur waren die Selbsttests ohne lange Wartezeiten erhältlich, wie Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Mittwochmorgen berichteten.

Dies obwohl zum Beispiel in Bern das Personal jedem Kunden ausführlich erklärt, wie die Tests funktioniert. In der Apotheke von Rombach AG bei Aarau war der Andrang auf die Selbsttests bereits nach der Öffnung um 8 Uhr gross. Sie fühle sich wie in einer Bäckerei, die frische Gipfeli verkaufe, sagte eine Mitarbeiterin.

Aufruf wirkt

Von vier befragten Apotheken im Basler Matthäusquartier und der Kleinbasler Altstadt berichtete nur ein Apotheker davon, dass vor der Öffnung um 8 Uhr fünf Menschen gewartet hätten. Ein weiterer Apotheker vermutete, dass die Menschen die Aufforderung der Präsidentin des Apothekerverbandes gehört hätten.

Momentaufnahme und kein Freipass

Es seien genügend Tests verfügbar, am Anfang könne es aber eventuell zu Engpässen kommen, so Ruggli in der «Tagesschau» von SRF am Ostermontag. Acht Millionen Tests würden wahrscheinlich für eine Woche reichen, anschliessend werde Roche eine Million Selbsttests pro Tag produzieren, so die Ansage des Pharmakonzerns laut Ruggli.

Ein negatives Resultat sei allerdings kein Freipass. Es handle sich lediglich um eine Momentaufnahme. Das Resultat sei nur einen Tag lang gültig. Nach dem Abstrich liegt das Testergebnis in 15 bis 20 Minuten vor. Fällt das Ergebnis des Schnelltests positiv aus, sind die Betroffenen aufgefordert, dieses durch einen sogenannten PCR-Test bestätigen zu lassen und bis dahin zu Hause zu bleiben.

Denn ein positives Resultat löse «zuerst nur den Verdacht aus», dass sich eine Person mit dem Coronavirus infiziert habe, schreibt das BAG auf seiner Webseite. Die Selbsttests entbänden nicht vor der Einhaltung der einschlägigen Hygiene- und Verhaltensregeln sowie der bestehenden Schutzkonzepte.

40 Prozent wöchentlich testen

Das Ziel des Bundes ist es, dass sich 40 Prozent der Bevölkerung wöchentlich testen. Bis jetzt waren aber erst Schnell- und PCR-Tests zugelassen und diese mussten von Fachpersonen durchgeführt und in Labors analysiert werden.

Mit den Selbsttests hingegen können sich Patienten mittels eines einfachen Nasenstäbchens zuhause selber auf das Coronavirus testen. Der Test verwendet Proben von der vorderen Partie der Nase statt aus dem Nasen-Rachen-Raum.

Für den Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren, Lukas Engelberger, haben diese Selbsttest das Potenzial, die Lage grundlegend zu verändern. Denn wenn jeder und jede regelmässig am Morgen im Badezimmer schnell einen Selbsttest durchführen könnte, falle viel Last von den Apotheken und Testzentren ab, sagte Engelberger in der Sonntagspresse.

Er gehe davon aus, dass ab April präventive Tests so verbreitet seien, dass von einer echten Test-Offensive gesprochen werden könne. Diese werde sich dämpfend auf die dritte Corona-Welle auswirken, auch wenn es langsamer gehe, als manche sich das wünschten.

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gruezini
am 07.04.2021 um 08:14
Schade, kennt Frau Ruggli das Schweizervolk nicht. Sonst würde sie nicht mit dessen Solidarität rechnen. Wir sind nicht mehr im Rütli-Zeitalter. Seither hat sich einiges verändert.