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Ärmere Haushalte bekommen Corona-Krise doppelt so hart zu spüren

Neue Zahlen belegen erstmals, wie die Corona-Krise die Ungleichheit in der Schweiz befeuert: Haushalte mit einem Einkommen unter 4'000 Franken im Monat erlitten demnach Einkommenseinbussen um 20 Prozent.

22.02.2021 / 21:36 / von: sfa
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Von der Corona-Krise sind typischerweise einkommensschwache Branchen stärker betroffen - darunter die Gastronomie. (Bild: ENNIO LEANZA/KEYSTONE)

Von der Corona-Krise sind typischerweise einkommensschwache Branchen stärker betroffen - darunter die Gastronomie. (Bild: ENNIO LEANZA/KEYSTONE)

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Auswertungen der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich belegen erstmals, wie die Corona-Krise sich in der Schweiz auf die Einkommensungleichheit auswirkt, berichtet die «SRF Tagesschau» am Montagabend: Demnach erlitten die ärmsten Haushalte in der Schweiz – solche mit einem Einkommen von weniger als 4'000 Franken im Monat – durch die Krise Einkommenseinbussen von 20 Prozent. Bei den reichsten Haushalten hingegen – jenen mit einem Einkommen über 16'000 Franken im Monat – betrug die Einbusse nur gerade 8 Prozent und damit weniger als halb so viel.

Überdurchschnittlich betroffen waren Selbständigerwerbende, welche zur Gruppe der einkommensschwächsten Haushalte gehören – bei ihnen brach das Einkommen gar um 35 Prozent ein. Die KOF-Ökonomin Isabel Martínez erklärt das mit den durch die Krise betroffenen Branchen: «Die am stärksten betroffenen Branchen sind typische Tieflohnbranchen, etwa das Gastgewerbe und der Detailhandel. In normalen Wirtschaftskrisen trifft es eher die Industrie und den Exportsektor.»

Die KOF-Auswertung zeigt ausserdem, dass die ungleichen Auswirkungen der Corona-Krise sich auch auf das Vertrauen der Bevölkerung in den Bundesrat auswirken: Wer stärker von der Krise betroffen ist, also etwa Selbständigerwerbende, dessen Vertrauen in den Bundesrat schwindet stärker. Die Forscher sehen darin eine Gefahr für die Demokratie.

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