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Altersheime widersprechen Bersets Aussagen zu Impfbereitschaft

Alters- und Pflegeinstitutionen der Schweiz haben mit Unverständnis auf Aussagen von Gesundheitsminister Alain Berset zu einer angeblich tiefen Impfbereitschaft in Heimen reagiert. Der Bundesrat verkenne, dass die Institutionen den Umgang mit dem Virus gelernt hätten und alles dafür unternähmen, um künftige Ausbrüche zu verhindern.

06.07.2021 / 13:42 / von: sda/mma
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Die Altersheime wehren sich gegen die Aussagen von Alain Berset. (Symbolbild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Die Altersheime wehren sich gegen die Aussagen von Alain Berset. (Symbolbild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

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Die Impfbereitschaft beim Personal in den Alterstinstitutionen entwickle sich weiter, vergleichbar mit derjenigen der entsprechenden Bevölkerungsgruppen, teilten die Branchenverbände Curaviva und Senesuisse am Dienstag gemeinsam mit.

Die Erfahrung zeige, dass die Fallzahlen in Altersinstitutionen unweigerlich von den Fallzahlen in der gesamten Bevölkerung abhängen. Es sei daher nicht nachvollziehbar, wenn spezifisch bei den Altersinstitutionen ein Problem identifiziert werde, erklärten die Verbände weiter.

Bundesrat Alain Berset hatte sich in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» (Samstagausgabe) besorgt gezeigt, weil derzeit 20 Prozent der Menschen über 80 Jahre nicht geimpft seien. Auch in anderen verletzlichen Gruppen wollten sich noch zu viele nicht impfen lasse, sagte Berset.

«In den Altersheimen haben wir ein gröberes Problem», sagte der Gesundheitsminister weiter. Es scheine, dass sich ein beträchtlicher Teil des Personals der Heime oder auch der Spitex nicht impfen lassen wolle. Das gefährde ältere Menschen. Das dürfe nicht sein.

Alters- und Pflegeinstitutionen erklärten in ihrer Reaktion, sie hätten die Covid-19-Pandemie gut gemeistert. Die Schutzkonzepte würden konsequent eingehalten, das Personal sei intensiv geschult worden und die Institutionen hätten eine der bislang grössten Impfaktionen erfolgreich umgesetzt.

Sensibilisierung und Gespräche vor Ort seien der richtige Weg und nachhaltiger als Zwang, schrieben die Verbände weiter. Sie unterstützen nach eigenen Angaben die Impfempfehlungen des Bundes. Die Schweiz kenne aber kein Impfobligatorium für das Personal. Auch für die Bevölkerung sei kein Impfzwang vorgesehen. Das müsse auch für die Bewohnerinnen und Bewohner der Alterseinrichtungen gelten, denn auch für sie bestehe das Recht auf Selbstbestimmung.

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