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Berset: «Zweite Welle ist da, früher und stärker als gedacht»

Nach der Krisensitzung des Bundesrates haben Gesundheitsminister Alain Berset und Simonetta Sommaruga die neuen Corona-Massnahmen bekannt gegeben. Darunter fällt unter anderem eine schweizweite Maskenpflicht in allen öffentlichen Gebäude. Diese seien nötig, denn laut Berset hat die zweite Corona-Welle die Schweiz erreicht.

18.10.2020 / 19:15 / von: cgr/sda
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An einer Medienkonferenz haben Gesundheitsminister Alain Berset und Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga informiert. (Bild: Keystone/Marcel Bieri)

An einer Medienkonferenz haben Gesundheitsminister Alain Berset und Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga informiert. (Bild: Keystone/Marcel Bieri)

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Laut Gesundheitsminister Alain Berset hat die zweite Corona-Welle die Schweiz erfasst. «Ja, die zweite Welle ist da, früher und stärker als gedacht, aber wir sind darauf vorbereitet.

»

Das sagte Berset am Sonntag vor den Bundeshausmedien. Die neuen Massnahmen seien hoffentlich ausreichend. Gerade die Maskenpflicht sei sinnvoll,

weil sie über alle Kantone gilt.

Ansonsten gebe es einen grossen Druck, um weitergehende Massnahmen zu treffen. Aber das versuche man, zu verhindern. Man wähle momentan einen Mittelweg.

Übersicht über die verschärften Corona-Massnahmen des Bundesrates  

Ab Montag gelten landesweit schärfere Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht und eine Personenobergrenze bei Treffen. Das hat der Bundesrat am Sonntag an einer ausserordentlichen Sitzung beschlossen.

Die bisher geltende Maskentragpflicht im öffentlichen Verkehr gilt neu auch für Perrons, Bahnhöfe, Flughäfen oder andere Zugangsorte des öffentlichen Verkehrs, wie der Bundesrat mitteilte. Neben dem öffentlichen Verkehr gilt neu schweizweit eine Maskentragpflicht in allen öffentlich zugänglichen Gebäuden.

Verzichtet hat der Bundesrat auf eine generelle Maskentragpflicht in obligatorischen Schulen, Schulen der Sekundarstufe II und der Tertiärstufe sowie der familienergänzenden Kinderbetreuung. Dort gilt die Maskenpflicht nur, wenn sie Teil des Schutzkonzeptes ist.

Vorgaben bei privaten Veranstaltungen

Zudem führt der Bundesrat Regeln für private Veranstaltungen ein. Weil sich viele Personen bei Treffen im Familien- und Freundeskreis ansteckten, rät der Bundesrat, diese Veranstaltungen möglichst zu meiden.

Bei privaten Treffen von weniger als 15 Personen macht der Bundesrat keine Regeln. Wenn sich jedoch mehr als 15 Personen treffen, gilt eine Maskentragpflicht, ausser im Sitzen. Essen und trinken darf nur noch, wer an seinem Platz sitzt. Ausserdem müssen die Kontaktdaten erhoben werden.

Private Veranstaltungen ab hundert Personen müssen über ein Schutzkonzept verfügen und dürfen nur in öffentlich zugänglichen Einrichtungen durchgeführt werden.

Wieder Regel im öffentlichen Raum

Neu sind auch auf öffentlichen Plätzen, Spazierwegen und in Parkanlagen Versammlungen von mehr als 15 Personen verboten. Laut Bundesrat soll so verhindert werden, dass private Anlässe in den öffentlichen Raum verlagert werden. Organisierte Veranstaltungen wie politische und zivilgesellschaftliche Kundgebungen und Demonstrationen sind mit einem Schutzkonzept weiterhin erlaubt.

Auch in der Gastronomie und in Ausgehlokalen werden die Massnahmen verschärft. Die Maske darf nur abgenommen werden, wenn ein Gast sitzt. Zudem gilt eine Sitzpflicht. Diese Regel gilt unabhängig davon, ob in Innenräumen oder im Freien konsumiert wird.

Der Bundesrat hat zudem die «Covid-19-Verordnung besondere Lage» mit einem Absatz zum Homeoffice ergänzt. Arbeitgeber sind damit verpflichtet, die Homeoffice-Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zu beachten.

«Mit Kantonen abgesprochen»

Die Massnahmen seien notwendig, weil der starke Anstieg der Fallzahlen alle Kantone und Altersklassen betreffe, sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga vor den Medien. Zudem würden die Spitaleinweisungen zunehmen.

«Da nun wieder die ganze Schweiz betroffen ist, braucht es schweizweite Regeln. Die heutigen Regeln sind mit den Kantonen abgesprochen», sagte sie. «Die Kantone können jedoch weitere - auch weitergehende - Regeln erlassen.»

Gesundheitsminister Alain Berset appellierte wie im Frühling zu Beginn der Corona-Pandemie an die Verantwortung der Bevölkerung. Die aktuelle Lage sei «ein Test für die ganze Gesellschaft». Laut Berset hat die zweite Corona-Welle die Schweiz erfasst. «Ja, die zweite Welle ist da, früher und stärker als gedacht, aber wir sind darauf vorbereitet.»

Walliser Spitäler überbelastet

Die Walliser Spitäler kämpfen mit einer neuen Welle von Einweisungen. Die Zahl verdopple sich seit Freitag täglich, teilte die Organisation Spital Wallis in einer Medienmitteilung mit.

Weil im Durchschnitt 25 Prozent der hospitalisierten Person auf den Intensivstationen betreut werden müssten, befürchte Spital Wallis eine "dramatische" Überbelastung. Das Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis (CHVR) sei deshalb auf die zweite von vier Alarmstufen seines Notfallplans übergegangen.

Kommt es wegen der Corona-Pandemie zu Engpässen auf einzelnen Intensivstationen, koordiniert die Rettungsflugwacht Rega die Verteilung der Patienten unter den verschiedenen Spitälern in der Schweiz. Der entsprechende Auftrag kommt von der Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) und vom Koordinierten Sanitätsdienst des Bundes (KSD). Er ist seit vergangenem Juni in Kraft.

Protest in Bern

Derweil haben sich auf dem Berner Bundesplatz am Mittag mehrere hundert Gegner der Corona-Massnahmen zu einer «Mahnwache» versammelt. Die Polizei führte einzelne Demonstranten ab.

Auf Transparenten hiess es unter anderem an die Adresse der Bundesräte «Wie lange wollt Ihr die Lüge noch aufrecht erhalten?»

Eine Zusammenfassung der Medienkonferenz, im Beitrag von TELE TOP: 

video 

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R.
am 20.10.2020 um 13:43
Schon interessant. Hier tummeln sich 'Denker' und 'Steuerzahler' und glauben sie seien klüger als andere, klüger als jene, deren Fachgebiet es ist. Punkt 1: WÜRDE jeder die Masken so handhaben wie es auf den Verpackungen steht, wären viele schon ein ganzes Stück schlauer. Punkt 2: Würden 'Denker' und 'Steuerzahler' AB UND ZU etwas weiter denken, sich also auch informieren, wie es in den anderen 187 Ländern aussieht, WÄRE denen bewusst, dass die Zahlen weltweit wieder steigen. Könnte also auch daran liegen, dass der Virus sich in kalter Jahreszeit wohler fühlt! KANN auch daran liegen, dass eben viel zu viele Menschen NICHT das tun, was ihre Regierungen anordnen! HÄNDE RICHTIG UND ÖFTER WASCHEN! ABSTÄNDE KORREKT EINHALTEN! Also AUCH, wenn Maske Pflicht ist. Masken tragen bedeutet nicht, dass man dem nächsten wieder auf die Pelle rücken kann. Und die Maske ist auch kein Taschentuch, das man unachtsam in die Hosentasche stopft. Sie ist auch keine Fahne, die man irgendwo hin hängt. Arm, Gartenzaun ect. Und kompostierbar ist sie auch nicht, wie manche wohl denken, die ihre gebrauchten Masken achtlos auf den Boden werfen. Was Intimsphäre bedeutet scheinen auch viele nicht zu wissen. Legt man beide Hände an die Hüften, so IST der Radius bis Ellenbogen = Intimsphäre!!! Innerhalb diesem Bereich hat KEIN fremder MENSCH etwas verloren! Und noch so ganz allgemein. Was Anstand, Respekt. Rücksicht, Solidarität genau bedeutet, scheinen auch unheimlich viele Leute keinen Plan zu haben! Und dann labern die Leute immer wieder, alle welche die Anordnungen befolgen, seien blind... wie Schafe.. (?) Also, Schafe sind nicht blind! Aber sie meckern den lieben langen Tag gerne vor sich hin, manche lauter als andere..
Christina
am 19.10.2020 um 15:34
Wer einem andern begegnet sollte die Maske tragen
Denker
am 19.10.2020 um 10:26
Der Bunderat arbeitet immer noch mit falschen Zahlen. Es ist ihm immer noch nicht bewusst, das ein Test nicht aussagt, dass ein Positiv noch lange nicht heisst, dass man infiziert ist. Ich habe mal gelernt, dass man immer verschiedene Meinungen anhört. Aber da ist er zu bequem. Denn das BAG spielt ihm die gewünschten Daten, so wie sie für ihn genehm sind. Es ist ja auch gelogen, wenn man die Grippe erkrankten zu den Corona Fällen zählt. Das Vertrauen zum Bunderat ist ins Minus gefallen.
Keller F.
am 18.10.2020 um 20:05
Hallo Hr .Bundesrat...seien Sie sich Bewusst..Ihr handeln wird ein Nachspiel haben..wenn nicht jetzt..dann sicher in naher Zukunft..ich Werte Ihr Verhalten als schlechtes Beispiel für die GRUNDRECHTE des Menschen...ausserdem ist Nie Bewiesen worden..was die Maske als Schutz bringen soll..nachdem wir alle uns an Ihre Vorgaben gehalten haben..und trotzdem suchen Sie immer noch weitere Erklärungen um die Fall zahlen zu Rechtfertigen anscheinend gehen Ihnen die Erklärungen aus...ich würde Ihnen Empfehlen nicht alles dem CORONAMÄNTELCHEN anzu lasten..SIE werden nicht alle überzeugen..denn wir können auch denken..Ein Steuerzahler
Narr hansrudi
am 18.10.2020 um 16:13
Jetzt wäre ein 2-3 Lookdown angesagt und nicht die halbe Sache des BR hansrudi narr0