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Bund startet grösste Rückholaktion aller Zeiten

Der Bund hat am Montag über den aktuellen Stand in der Coronakrise informiert. Unter anderem hat er die aktuellen Zahlen zur Kurzarbeit bekannt gegeben und die grösste Rückholaktion in der Schweizer Geschichte verkündet.

23.03.2020 / 14:55 / von: mma/sda
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Täglich würden rund 6000 Tests durchgeführt, sagte Daniel Koch vom BAG. (Archivbild: Keystone/PETER KLAUNZER)

Täglich würden rund 6000 Tests durchgeführt, sagte Daniel Koch vom BAG. (Archivbild: Keystone/PETER KLAUNZER)

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Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus ist auf 70 gestiegen. Das sagte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag vor den Bundeshausmedien.

Zwei Stunden zuvor hatte das BAG noch 66 Todesfälle vermeldet. Die Zahl der Infizierten ist auf 8060 gestiegen. Das sind 1046 mehr als noch vor 24 Stunden.

Täglich würden rund 6000 Tests durchgeführt, sagte Koch. Dabei wird es vorläufig bleiben, für zusätzliche Tests fehlt das Material. «Der Nachschub ist nicht gesichert, deshalb müssen wir bei der jetzigen Strategie bleiben», sagte Koch. Einzelne Labors hätten bereits Mühe, genügend Testmaterial zu finden. Das sei vor allem dann problematisch, wenn man bestimmte Patienten unbedingt testen müsse.

Bund startet grösste Rückholaktion aller Zeiten

Rund 15'000 Schweizerinnen und Schweizer sind nach wie vor im Ausland blockiert. Die Auslandsvertretungen und die Helpline versuchten, sich einen besseren Überblick über die Blockierten zu verschaffen, sagte EDA-Krisenmanager Hans-Peter Lenz am Montag vor den Bundeshausmedien. Allein übers Wochenende hätten sich 7500 Reisende bei der Travel Admin App registriert. Die besondere Schwierigkeit ist, dass sich viele der blockierten Touristinnen und Touristen nicht in den Hauptstädten befinden.

Am Montag und Dienstag sind drei Rückholflüge geplant, die vom Bund mitfinanziert werden. Diese gehen nach Costa Rica, Kolumbien und Peru. Insgesamt 750 Personen sollen so zurückgeholt werden. Sie müssen sich nach ihrer Rückkehr einer zehntägigen Quarantäne unterziehen.

Innerhalb der nächsten beiden Wochen sollen sämtliche Kontinente angeflogen werden, sagte Lenz. Zudem werde der Rhythmus der Flüge erhöht. «Es dürfte die grösste Rückholaktion aller Zeiten sein», erklärte er.

Betriebe stellen Kurzarbeitsgesuche für 315'000 Arbeitnehmende

Alleine im Monat März haben bisher 21'000 Betriebe für 315'000 Arbeitnehmende ein Kurzarbeitsgesuch gestellt. Der Anstieg sei «unvergleichlich» mit der Finanzkrise, sagte Boris Zürcher vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag vor den Bundeshausmedien.

Damals sei die Spitze bei 5000 Betrieben und 92'000 Arbeitnehmenden erreicht worden. Aktuell seien Gesuche für 6,1 Prozent der Beschäftigten in der Schweiz gestellt worden.

Am meisten Gesuche - für mehr als jeden vierten Arbeitnehmenden - seien im Kanton Tessin gestellt worden. Überdurchschnittlich betroffen seien Betriebe in den Bereichen Kultur, Verkehr und Handel. Zürcher erwartet in den kommenden Wochen eine weitere Zunahme der Kurzarbeitsgesuche.

Bund rüttelt nicht an Zügeltermin

Vermieter und Mieter werden sich am Dienstag zu einem runden Tisch treffen, wie der Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO), Martin Tschirren, erklärte. Dabei entscheiden sie auch über allfällige Massnahmen, die nötig werden, wenn Mieten nicht mehr bezahlt werden können.

Umzüge sind in der Schweiz aber weiterhin möglich. Es gebe keinen Zügelstopp, solange es kein Ausgehverbot gebe, erklärte Tschirren, am Montag an einem Point de Press in Bern. Zügel- und Reinigungsunternehmen müssten aber die aktuellen Vorschriften punkto Hygiene und Abstand einhalten. Der 31. März ist vielerorts ein regulärer Zügeltermin.

Alle Informationen zum Coronavirus in der Schweiz gibt es hier im Ticker. 

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