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Nun kosten die Corona-Tests

Wer einen Corona-Test macht, muss ab Montag bezahlen. Nicht betroffen von der Massnahme des Bundesrates sind nur die unter 16-Jährigen und Erstgeimpfte, gratis bleiben auch wiederholte Tests an Schulen und in Unternehmen. Zwar befürwortet die Mehrheit der Bevölkerung die Kostenpflicht, vor allem die SVP und das Gewerbe aber sind dagegen.

11.10.2021 / 06:20 / von: sda/mco
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Seit dem 13. September gilt Zertifikatspflicht für Innenräume von Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie an Veranstaltungen im Inneren. (Symbolbild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Seit dem 13. September gilt Zertifikatspflicht für Innenräume von Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie an Veranstaltungen im Inneren. (Symbolbild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

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Am wenigsten Zustimmung fand die Kostenpflicht für Tests bei Jüngeren, wie eine Umfrage von Tamedia und «20 Minuten» von Ende September zeigt – allerdings immer noch bei einer Mehrheit.

Weh tun dürfte den knapp über 16-Jährigen, dass sie tiefer ins Portemonnaie greifen müssen, wenn sie ausgehen wollen. Denn seit dem 13. September gilt Zertifikatspflicht für Innenräume von Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie an Veranstaltungen im Inneren.

Die SVP-Fraktion im Bundeshaus hatte sich Mitte September mit einer Motion gegen kostenpflichtige Tests gestellt, und auch Vertreter von Grünen, SP und Mitte schlossen sich ihr an. Hauptargument: Leute mit kleinen Einkommen würden am stärksten getroffen, das sei unsozial. Und vor allem Gastronomie und Hotellerie würden weiter bluten.

Berset: «Tests machen nicht immun»

Dennoch ging der Bundesrat am 1. Oktober in die «Impfoffensive»: Die 150 Millionen Franken, die der Bundesrat dafür aufwenden wolle, seien für den «Schlussspurt» eine sehr gute Investition, sagte Gesundheitsminister Alain Berset vor den Medien. Besonders in Anbetracht der 50 Millionen Franken, die der Bund wöchentlich für Tests ausgebe. Denn «Tests machen nicht immun».

Mit der Offensive sollen Unentschlossene während mehrerer Wochen informiert und zu einem individuellen und möglichst einem positiven Impfentscheid bewegt werden.

«Impfoffensive» mit mehreren Pfeilern

Diese «Impfoffensive» besteht aus mehreren Pfeilern: Aus einer nationalen Impfwoche mit Informationsveranstaltungen, aus einer Aufstockung von 50 auf 220 mobile Impfmöglichkeiten für einen niederschwelligen Zugang zur Impfung und aus einem neuen Beratungsangebot mit rund 1'700 geschulten Beratungspersonen für individuelle Gespräche.

Der Bundesrat will ausserdem Unternehmen und Institutionen einen Anreiz zu repetitiven Tests schaffen, indem der Bund künftig die Ausstellung von Zertifikaten bei diesen Tests übernimmt. Allerdings müssten die Kantone mitziehen. Trotz aller Offensive werde ein negativer Impfentscheid «selbstverständlich respektiert», hielt der Bundesrat fest.

Die Idee, die Berset selber als «unkonventionell» bezeichnete – die 50-Franken-Belohnung für jede neue impfwillige Person in Form eines Gutscheins – stiess bei den Kantonen auf Ablehnung. Falscher Anreiz, war der Tenor, wie in den vergangenen Tagen aus den kantonalen Gesundheitsdirektionen zu hören war.

Zertifikatspflicht in Skigebieten

Dem Tourismussektor geht es in erster Linie um Planungssicherheit. So haben einzelne Skigebiete eine Zertifikatspflicht für die Wintersaison angekündigt. Die die Fideriser Heuberge im Kanton Graubünden zum Beispiel verlangen für alle Aktivitäten und Betriebe im gesamten Skigebiet ein Zertifikat.

Wird jetzt weniger getestet?

In der Unterstadt-Apotheke in Schaffhausen hat die Nachfrage nach Coronatests spürbar abgenommen. Inhaber Minh-Trúc Lê zeigte sich gegenüber TELE TOP dennoch erfreut. Er und seine Mitarbeitenden hätten zum ersten Mal seit langem wieder genug Zeit für das eigentliche Apothekengeschäft.

Trotz der reduzierten Nachfrage will er den Testbetrieb in seiner Apotheke fortsetzen. Es sei eine wertvolle Dienstleistung und sorge ausserdem dafür, dass die Leute seine Apotheke besser kennen.

Das Testzentrum der Permanence am Bahnhof Winterthur verzeichnet keinen Rückgang bei der Nachfrage für Coronatests. Gleichzeitig ist jeder einzelne Test aufwändiger. Dies, weil die Tester viel besser abklären müssen, wer wirklich zahlen muss und wer ein Zertifikat oder nur eine Bestätigung bekommt.

TELE TOP besuchte eine Apotheke und ein Testzentrum am ersten Tag nach der Umstellung auf kostenpflichtige Tests:

video


Wie der erste Tag nach dem Ende der Gratistests in den Apotheken und Testzentren abgelaufen ist, im Beitrag von RADIO TOP:

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