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Detailhändler bezeichnen Ladenschliessung als «schweren Schlag»

Die verschärften Massnahmen des Bundes stossen auf Kritik. Während die Detailhändler von den Ladenschliessungen hart getroffen sind, kritisieren Arbeitgeber und Gewerkschafter verschiedene Punkte bei der Homeoffice-Pflicht.

13.01.2021 / 17:58 / von: sbr/sda/mho
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Läden des nicht täglichen Gebrauchs werden ab Montag wieder geschlossen. (Bild: KEYSTONE/MARCEL BIERI)

Läden des nicht täglichen Gebrauchs werden ab Montag wieder geschlossen. (Bild: KEYSTONE/MARCEL BIERI)

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Die vom Bundesrat verfügte Schliessung der Non-Food-Läden sei für den Detailhandel «ein schwerer Schlag», schreibt die Swiss Retail Federation in ihrer Mitteilung als Reaktion auf die neuen Massnahmen des Bundesrats. Dieser schliesst ab Montag alle Läden, welche nicht zum täglichen Bedarf gehören. Dies werde viele Geschäfte in eine existenzbedrohende Lage manövrieren.

Die Reaktionen zu den neuen Massnahmen des Bundes im Beitrag von RADIO TOP:

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Die stabilen beziehungsweise moderat rückläufigen Ansteckungs- und Hospitalisierungszahlen seien als positives Zeichen zu werten, wenn auch die Beurteilung der aktuellen Situation wegen des mutierten Coronavirus zurzeit schwierig sei. Diese unklare Sachlage hätte nicht zur Verhängung von verfrühten Konsequenzen zu Lasten des mit 310'000 Stellen grössten Arbeitgebers in der Schweiz führen sollen, betonte der Detailhandelsverband Swiss Retail Federation.

In seiner Medienmitteilung heisst es weiter, der Detailhandel sei - wie schon immer kommuniziert und aus internen Auswertungen betreffend Krankheitsausfällen erhärtet - kein Ansteckungsherd. Obwohl sich der Detailhandel im «Lockdown light» anpassungsfähig, proaktiv und vorbildlich gezeigt habe, werde er jetzt unverhältnismässig mit einem Lockdown bestraft.

Für Mitarbeitende im Detailhandel sei die Aussicht auf Kurzarbeit aufgrund von Ladenschliessungen sehr belastend und führe zu einer grossen Verunsicherung. Die erneute Schliessung der Geschäfte, die nicht Güter des täglichen Gebrauchs verkaufen, bedeute schweizweit einen monatlichen Umsatzverlust von rund 3,2 Milliarden Franken.

Im Interview mit TELE TOP sprechen Winterhurer Ladenbesitzer über die erneute Schliessung:

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Die Covid-19-Härtefallverordnung greife bislang bei einem Lockdown als Hilfe für die direkt oder indirekt betroffenen Detailhändler deutlich zu kurz, betonte Swiss Retail. Man fordere vom Bund umgehend eine «moderate» Fixkosten-Beteiligung.

Auch von Seiten Arbeitgeber und Arbeitnehmer hagelt es Kritik. Sie ärgern sich besonders an der neuen Homeoffice-Pflicht. Auch diese gilt ab Montag. Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands will aber nicht von einer Pflicht sprechen. Dafür gäbe es in der Schweiz insgesamt viel zu wenige, welche auch im Homeoffice arbeiten können. Ausserdem befürchtet Vogt aufgrund der Homeoffice-Pflicht Konflikte innerhalb der Unternehmen: «Alle müssen gleich behandelt werden, ansonsten fühlen sich einige weniger ernst genommen.»

Die Arbeitnehmer hingegen begrüssen zwar die Verschärfungen, sie stören sich aber an den drohenden Kosten wegen des Homeoffice. Denn der Bund hat betont, dass es kein Anrecht auf Entschädigung etwa für Strom oder Miete gibt. Stefan Giger, Generalsekretär des Schweizerischen Verbands des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) kritisiert deshalb: «Diese kosten müssen vom Arbeitgeber bezahlt werden.»

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