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Erste Anzeigen wegen Missachtung der behördlichen Weisungen

Im Kanton Wallis ist es bereits zu ersten Anzeigen gekommen, weil die behördlichen Weisungen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie missachtet wurden.

18.03.2020 / 14:08 / von: sda/mco
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In Haute-Nendaz stellte die Gemeindepolizei fest, dass sich etwa 20 Personen auf einer Terrasse eines Restaurants aufhielten und Getränke konsumierten. (Symbolbild: pixabay.com/JillWellington)

In Haute-Nendaz stellte die Gemeindepolizei fest, dass sich etwa 20 Personen auf einer Terrasse eines Restaurants aufhielten und Getränke konsumierten. (Symbolbild: pixabay.com/JillWellington)

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In grösseren Städten war die Polizei laut Augenzeugen vermehrt präsent, musste aber offenbar noch nicht einschreiten, wie eine Umfrage von Keystone-SDA vom Mittwoch ergab.

Wer die Weisungen der Behörden nicht befolgt, muss unter Umständen mit harten Strafen rechnen: Es drohen bis zu drei Jahre Gefängnis, wie die Walliser Kantonspolizei am Mittwoch in einer Mitteilung in Erinnerung rief. Bei Verstössen werden die Verantwortlichen verhört und anschliessend der Staatsanwaltschaft gemeldet.

Die Polizei griff bereits am (gestrigen) Dienstag in drei Fällen ein und zeigte die Betroffenen an: In Haute-Nendaz stellte die Gemeindepolizei fest, dass sich etwa 20 Personen auf einer Terrasse eines Restaurants aufhielten und Getränke konsumierten. Die Geschäftsführerin und zwei Mitarbeiter waren ebenfalls anwesend. In Steg servierte eine Betriebsleiterin zwei Kunden Getränke. In Sitten stellte die Polizei fest, dass ein Kleidergeschäft nicht geschlossen war.

Polizei ist präsent

In anderen Kantonen gab es vorerst keine Verzeigungen, die Polizei markierte aber Präsenz. Gemäss der Berner Polizeisprecherin Jolanda Egger sind zwar nicht mehr Polizistinnen und Polizisten im Dienst als üblich, doch würden sie wohl besser wahrgenommen, vermutete sie. Sie reagierte damit auf Aussagen von Augenzeugen, die Keystone-SDA von einer augenfällig stärkeren Polizeipräsenz in der Stadt Bern berichtet hatten.

Es sei wichtig, dass die Polizei präsent sei, um ihren Beitrag zu leisten zur Umsetzung der Empfehlungen des Bundes gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus. «Wir stellen fest, dass sich die Leute dran halten», sagte sie weiter.

Bisher sei alles ruhig verlaufen, sagt auch Toprak Yerguz, Sprecher der Kantonspolizei Basel-Stadt. «Wir handhaben es wie bei der abgesagten Fasnacht: Es ist unser Interesse, die Menschen auf der Vernunftsebene abzuholen», sagte er. So würden die Menschen angesprochen und darauf hingewiesen, was noch möglich sei und was nicht. «Falls Geschäfte weiterhin offen haben, weisen wir sie darauf hin, dass sie sofort schliessen müssen», sagte er weiter.

In der Stadt Zürich waren bis am Mittag kaum Menschen auf der Strasse zu sehen. Entsprechend musste die Stadtpolizei auch noch keine Menschengruppen auflösen und niemanden verzeigen. Die Polizei hat bereits klar gemacht, dass im ganzen Kanton Zürich Gruppen ab 15 Menschen aufgelöst werden.

Warnung vor «Fake News»

Bewusst verstärkt in der Öffentlichkeit präsent ist die Freiburger Kantonspolizei. Besonders an bekannten Versammlungsorten will sie sichtbar sein. Sie werde «nicht zögern, Zuwiderhandlungen zur Anzeige zu bringen», schreibt die Polizei in ihrer Mitteilung.

Sie hat am Mittwoch auch vor «Fake News» gewarnt, die in den sozialen Netzwerken die Runde machen. Bevor man solche Nachrichten teile oder veröffentliche, gelte es, die Quelle zu prüfen. Verlässlich seien einzig die Informationen von Bundes- und Kantonsbehörden zum Coronavirus.

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