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Mathys: Kerngrösse ist Belastung des Gesundheitswesens

Die Ansteckungen mit dem Coronavirus nimmt seit Anfang Juli stark zu. Zurzeit ist noch offen, ob dies zu einer Überlastung des Gesundheitswesens auswirkt.

20.07.2021 / 15:21 / von: asl/sda
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Patrick Mathys und weitere Fachleute des Bundesamts für Gesundheit informieren um 14 Uhr über die aktuelle Lage. (Archivbild: KEYSTONE/Anthony Anex)

Patrick Mathys und weitere Fachleute des Bundesamts für Gesundheit informieren um 14 Uhr über die aktuelle Lage. (Archivbild: KEYSTONE/Anthony Anex)

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Die Corona-Fallzahlen nehmen derzeit rasant zu und dürften in den nächsten Tagen wieder auf über tausend pro Tag klettern. Die Coronavirus-Neuansteckungen verdoppeln sich somit aktuell jede Woche, und die Reproduktionszahl ist auf 1,44 angestiegen, wie Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung im Bundesamt für Gesundheit (BAG), vor den Medien sagte.

Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter ansteckt. Die Inzidenz, die Ansteckungen in den vergangenen 14 Tagen pro 100'000 Einwohnern, stiegen auf über 60, wie Mathys am Dienstag in Bern weiter sagte. Dieses Infektionsgeschehen habe aber keine sichtbaren negativen Auswirkungen auf das Schweizer Gesundheitssystem.

Für die stark gestiegenen Ansteckungszahlen sind demnach hauptsächlich den Altersgruppen der 10- bis 19-Jährigen und noch mehr die 20- bis 29-Jährigen verantwortlich, die die niedrigste Impfrate aufwiesen. Die hochansteckende Delta-Variante macht unterdessen rund 75 Prozent aller Coronavirus-Fälle aus. Immerhin nähmen die Tests zu.

Mathys: Kerngrösse ist Belastung des Gesundheitswesens

Die Ansteckungen mit dem Coronavirus nimmt seit Anfang Juli stark zu. Zurzeit ist noch offen, ob dies zu einer Überlastung des Gesundheitswesens auswirkt.

Diese Frage sei aber die Kerngrösse, sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag vor den Medien. Das Ziel des Bundesrats sei es, das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen.

Zurzeit seien aber die Hospitalisierungen auf einem niedrigen Niveau, der 7-Tages-Schnitt sei bei 3 bis 4 Spitaleinweisungen. Die Intensivstationen der Spitäler seien zu 70 Prozent ausgelastet, der Anteil der Covid-Patientinnen und -Patienten liege aber bei 3,8 Prozent der verfügbaren Betten.

Taskforce: «Wir könnten nochmals eine Welle erleben wie im Herbst»

Die wissenschaftliche Covid-19-Taskforce des Bundes hat angesichts steigender Corona-Fallzahlen und abnehmenden Impftempos vor einer weiteren gravierenden Pandemie-Welle gewarnt. «Wir können nochmals eine Welle erleben, die höher war als im letzten Herbst», sagte Taskforce-Vizepräsidentin Samia Hurst am Dienstag vor den Medien in Bern.

Deshalb müsse das Impfen weiter vorangetrieben werden, sagte Hurst. Im Mai und Juni sei die Schweiz gut unterwegs gewesen mit rückläufigen Fallzahlen und zunehmendem Impftempo. Seit Mitte Juli gehe aber das Impftempo zurück und die Fallzahlen würden sich jede Woche praktisch verdoppeln.

Derzeit seien noch zahlreiche Menschen nicht immun gegen das Virus, erklärte Hurst. Wenn sich ein Grossteil davon in einer neuen Welle infiziere, könne die Zahl der Hospitalisierten und Todesfälle gleich hoch oder höher sein als bei der letzten grossen Infektionswelle im Herbst 2020.

Impfungen würden auch das Risiko für Kinder senken, für die Impfungen noch nicht zugelassen seien, sagte Hurst. Dort seien zwar bei einer Infektion Todesfälle selten, aber es könne auch zu schwerwiegenden Long-Covid-Fällen kommen.

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