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Französischer Altpräsident Giscard d'Estaing 94-jährig gestorben

Frankreich trauert um seinen ehemaligen Präsidenten Giscard d’Estaing. Dieser ist am Mittwoch an den Folgen des Coronavirus gestorben. Die Beisetzung soll im Familienkreis stattfinden.

03.12.2020 / 03:24 / von: psc/sda
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Frankreichs Präsident Giscard d'Estaing, die britische Queen Elizabeth und US-Präsident Jimmy Carter haben sich im Buckingham Palaye in London getroffen. (Bild: KEYSTONE/AP)

Frankreichs Präsident Giscard d'Estaing, die britische Queen Elizabeth und US-Präsident Jimmy Carter haben sich im Buckingham Palaye in London getroffen. (Bild: KEYSTONE/AP)

Der ehemalige Französische Präsident soll im engsten Familienkreis bestattet werden. (Bild: KEYSTONE/AP/Eric Feferberg)

Der ehemalige Französische Präsident soll im engsten Familienkreis bestattet werden. (Bild: KEYSTONE/AP/Eric Feferberg)

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Der frühere französische Staatschef Valéry Giscard d'Estaing ist tot. Der Zentrumspolitiker, der von 1974 bis 1981 im Élyséepalast amtiert hatte, starb im Alter von 94 Jahren. Das Umfeld des Altpräsidenten bestätigte der Deutschen Presse-Agentur in Paris entsprechende Medieninformationen. Giscard d'Estaing war erst Mitte November nach einem fünftägigen Aufenthalt aus dem Krankenhaus im westfranzösischen Tours entlassen worden.

Der Altpräsident sei am Mittwoch in seinem Haus im zentralfranzösischen Département Loir-et-Cher an den Folgen einer Coronavirus-Erkrankung gestorben, hiess es in einer Erklärung, die der dpa vorliegt. Die Beisetzung solle im Familienkreis stattfinden. Ein Termin wurde nicht genannt.

Giscard d'Estaing war ein überzeugter Europäer und äusserte sich in der französischen Öffentlichkeit bis ins hohe Alter zu EU-Fragen. In den 1970er Jahren bildete er mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt ein vorbildhaftes deutsch-französisches Duo.

Giscard d'Estaing hatte auch persönlich eine enge Beziehung zu Deutschland. Er wurde am 2. Februar 1926 in Koblenz im damals französisch besetzten Rheinland geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte er die französische Elitehochschule ENA. Er stieg dann zum Wirtschafts- und Finanzminister auf. Nach dem Tod von Präsident Georges Pompidou wurde er dann im Alter von 48 Jahren in das höchste Staatsamt gewählt.

Giscard setzte im Élyséepalast gesellschaftliche Reformen wie die Liberalisierung des Ehe- und Abtreibungsrechts durch. Gegen Ende seiner Amtszeit litt jedoch seine Popularität - unter anderem wegen der Affäre um ein Diamantengeschenk des zentralafrikanischen Diktators Jean-Bédel Bokassa.

Giscard d'Estaing nahm im Juni zu einem gegen ihn erhobenen Vorwurf der sexuellen Belästigung Stellung. «Das ist alles grotesk», sagte er dem französischen Radiosender RTL. Eine Reporterin des WDR hatte ihm vorgeworfen, sie sexuell belästigt zu haben. Er habe ihr «nach einem Interview, das ich mit ihm im Dezember 2018 in Paris geführt habe, mehrfach an das Gesäss gefasst», hatte Ann-Kathrin Stracke der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Sie bestätigte, Strafanzeige wegen sexueller Belästigung gestellt zu haben. Die Pariser Staatsanwaltschaft nahm eine Untersuchung auf.

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