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Gesundheitspersonal wegen Rückstau im Dauerstress

Die letzten Öffnungsschritte haben laut BAG keine negativen Auswirkungen gehabt. Doch kaum beruhigt sich die Lage an der Covid-19-Front, muss der Rückstand bei den Operationen aufgeholt werden. Das hält das Gesundheitspersonal unter Dauerstress.

05.05.2021 / 14:55 / von: sko/sda
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In den Schweizer Spitälern baut sich ein Nachholbedarf von verschiebbaren Eingriffen an. (Symbolbild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

In den Schweizer Spitälern baut sich ein Nachholbedarf von verschiebbaren Eingriffen an. (Symbolbild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

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Die Corona-Fallzahlen gingen zurück, die letzten Lockerungen der Corona-Massnahmen hätten somit keine negativen Auswirkungen gehabt. Das teilt Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit am Mittwoch vor den Medien mit.

Dennoch steht das Gesundheitspersonal unter Dauerstress. Auch wenn sich die Corona-Situation beruhige, müsse der Rückstand bei den verschiebbaren Operationen aufgeholt werden, erklärte Urs Karrer, der Vizedirektor der wissenschaftlichen Taskforce des Bundes und als Kliniker nah am Geschehen.

Derzeit liegen viele 50- bis 60-Jährige mit einer Coronavirus-Infektion im Spital.  Diese Altersgruppe müsse eigentlich als Risikopopulation eingestuft und bevorzugt geimpft werden. Bei ihnen solle man schnell auf eine Durchimpfung von 75 Prozent kommen.

Kinder und Jugendliche sind später mit dem Impfen dran. Urs Karrer möchte aber auch bei ihnen aufs Tempo drücken. Covid-19 sei für Kinder gefährlicher als eine bakterielle Hirnhautentzündung. Und gegen die Hirnhautentzündung würden sie geimpft.

Impfkapazitäten höher als Impfstoff-Verfügbarkeit

Die Schweiz habe derzeit praktisch überall höhere Kapazitäten für Coronavirus-Impfungen, als Impfstoff im Land verfügbar sei. Dies sagte Linda Nartey, Kantonsärztin Bern und Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärzte.

Ausserdem appeliert sie an die Bevölkerung, sich unbedingt im jeweiligen Wohnkanton bereits für das Impfen zu registrieren, auch wenn die entsprechende Altersgruppe noch nicht dran sei. Dies gebe den Kantonen eine bessere Übersicht zur Situation. Ausserdem sollten sich die Bürgerinnen und Bürger regelmässig auf den Webseiten der kantonalen Gesundheitsbehörden informieren, weil jeder Kanton eine unterschiedliche Vorgehensweise habe, erklärte sie.

Schweiz derzeit mit ausreichenden Intensivkapazitäten in Spitälern

Die Situation auf den Intensivstationen der Spitäler habe sich während der Coronavirus-Pandemie einigermassen stabilisiert. «Es gibt genügend Reserven bei den Intensivbetten», sagte Andreas Stettbacher, Delegierter des Bundesrates für den Koordinierten Sanitätsdienst.

Jedoch gebe es durch die britische Virus-Variante mehr Patienten auf den Intensivstationen. Die britische Virusvariante führe etwa 50 Prozent häufiger zum Tod als die früher dominierende Virusvariante. Immer mehr Hospitalisierte müssten zudem auf der Intensivstation behandelt werden, erklärt Urs Karrer. Die grosse Chance sei die Impfung: «Wir gehen davon aus, dass eine Immunität von 80 Prozent der Bevölkerung notwendig ist, damit wir diese Virusvariante bekämpfen können.»

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