Pull down to refresh...
zurück

Homeoffice wird bei Schweizer Konzernen wegen Corona häufiger

Viele Schweizer Konzerne haben ihren Mitarbeitenden zwar schon vor der Coronapandemie die Arbeit im Homeoffice ermöglicht. Die Häufigkeit der Arbeit von zuhause dürfte nach der Pandemiekrise aber nochmals zunehmen. Manche Unternehmen führen die Homeoffice-Möglichkeit nach den guten Erfahrungen während der Krise überhaupt erst offiziell ein.

01.07.2021 / 17:28 / von: jmi/sda
Seite drucken Kommentare
0
Viele Schweizer Konzerne haben ihren Mitarbeitenden zwar schon vor der Coronapandemie die Arbeit im Homeoffice ermöglicht. Die Häufigkeit der Arbeit von zuhause dürfte nach der Pandemiekrise aber nochmals zunehmen. (Symbolbild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Viele Schweizer Konzerne haben ihren Mitarbeitenden zwar schon vor der Coronapandemie die Arbeit im Homeoffice ermöglicht. Die Häufigkeit der Arbeit von zuhause dürfte nach der Pandemiekrise aber nochmals zunehmen. (Symbolbild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Anfang Woche etwa wurde bekannt, dass die Grossbank UBS ein sogenannt hybrides Arbeitsmodell lanciert, bei dem eine Mischung aus Arbeit vom Büro und von zuhause aus angeboten wird. Dies zumindest dort, «wo Rolle, Aufgaben und Standort es zulassen», heisst es bei der Bank auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.

Laut einem Bericht der «Financial Times» zufolge, der weiter ins Detail geht, könnte das Arbeitsmodell für bis zu zwei Drittel der UBS-Belegschaft gelten. Vielen Bankangestellten dürfte die Entscheidung der UBS gefallen: «Homeoffice bietet eine grosse Flexibilität in der Arbeitsgestaltung und kann die Motivation, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie die Gesundheit fördern», streicht etwa der Arbeitgeberverband die Vorteile von der Arbeit von zuhause aus hervor.

Ob auch die Konkurrenten von der Credit Suisse künftig auf ein hybrides Modell setzen, wollte ein Sprecher gegenüber AWP nicht offenlegen. Er sagte lediglich: «Wir werden demnächst Informationen über unser zukünftiges Arbeitsmodell bekannt geben.»

Die Bank habe allerdings die während der Pandemie gesammelten Erkenntnisse bei der Entwicklung flexiblerer Arbeitsmodelle miteinbezogen, sagte er. Das legt den Schluss nahe, dass auch bei der CS künftig zumindest teilweise auf Heimarbeit gesetzt werden könnte.

Kein neues Modell

Was bei den Banken neu und innovativ klingt, ist bei anderen Firmen bereits seit Jahren Realität. Die Versicherung Zurich etwa setzt bereits seit Ende 2015 auf ein solches hybrides Arbeitsmodell. «Bereits vor der Covid-19-Pandemie haben sehr viele Mitarbeitende Homeoffice genutzt», sagte ein Sprecher. Dabei liege die Verantwortung, wo, wann und wie die Arbeit erledigt werde, bei den jeweiligen Teams.

Bereits seit einigen Jahren konnten auch die Mitarbeitenden von SMI-Firmen wie Swisscom, Swiss Life, Holcim, Nestlé oder Roche ihre Arbeit mindestens teilweise von zuhause aus erledigen. Wie viel Zeit die Mitarbeitenden im Homeoffice verbringen, wird meist individuell geregelt, wie die Firmen auf Anfrage angeben. «Die Entscheidung, in welchem Umfang Homeoffice für die einzelnen Mitarbeitenden sinnvoll ist, ergibt sich aus dem Gespräch zwischen Mitarbeitenden, ihren Teams und Vorgesetzten», heisst es dazu etwa beim Basler Pharmariesen Roche.

Laut einem Sprecher von Swisscom ist der Umfang von Heimarbeit von diversen Faktoren abhängig wie der Art der Tätigkeit, der Form der Zusammenarbeit, der Anforderungen durch die Kunden, von Teams oder Meetings. Gewisse Unternehmen haben aber auch sehr klare Vorgaben. Beim Zementkonzern Holcim beispielsweise darf die Arbeitszeit im Homeoffice maximal 20 Prozent der jährlichen Sollarbeitszeit betragen, wie eine Sprecherin angab.

Anteil Homeoffice wird grösser

Diese Mischung aus Arbeit von zuhause und Arbeit vor Ort wollen die Unternehmen beibehalten. Ganz auf Homeoffice setzen will man in der Regel aber nicht: «Der direkte Austausch mit den Arbeitskolleginnen und -kollegen kann im Homeoffice nicht vollständig ersetzt werden und die persönliche Interaktion fehlt», sagte eine Sprecherin des Versicherers Swiss Life.

Dabei sei gerade dieser Austausch ein wesentlicher Teil der Firmenkultur. Man gehe davon aus, dass auch künftig der überwiegende Teil der Arbeit vor Ort stattfinden werde, so die Sprecherin.

Bei vielen Unternehmen dürfte der Anteil an im Homeoffice verrichteter Arbeit jedoch in Zukunft grösser werden. «Wir gehen im Moment davon aus, dass die Mitarbeitenden in Zukunft etwas häufiger im Homeoffice arbeiten werden», sagte etwa der Sprecher von Swisscom.

Ähnlich klingt es auch bei der Zurich: «Wir gehen aufgrund von Rückmeldungen der Mitarbeitenden davon aus, dass der Anteil Homeoffice künftig im Vergleich zur Zeit vor Covid-19 nochmals steigen wird», sagte ein Sprecher.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare