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Bundesrat beschliesst ausgedehnte Masken- und Zertifikatspflicht

Ab Montag gilt in der ganzen Schweiz eine Masken- und Zertifikatspflicht in praktisch allen Innenräumen. Zudem soll es Betrieben und Veranstaltern erlaubt sein, eine 2G-Regel einzuführen. Die Reisequarantäne wird dagegen abgeschafft und mit einer Testpflicht ersetzt.

03.12.2021 / 13:58 / von: ame/sda/mma/sha
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Alain Berset informiert über die neuesten Massnahmen. (Archivbild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Alain Berset informiert über die neuesten Massnahmen. (Archivbild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)

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In der Schweiz gilt ab Montag eine Masken- und Zertifikatspflicht in praktisch allen Innenräumen. Auch 2G soll erlaubt sein. Diese und weitere Massnahmen hat der Bundesrat am Freitag nach einer Blitzkonsultation bei den Kantonen, Sozialpartnern und Parlamentskommissionen beschlossen. Grund dafür sind die steigenden Fallzahlen und die immer höher werdende Auslastung der Intensivbetten in den Spitälern. Die Massnahmen gelten erst einmal bis am 24. Januar 2022.

«Die Lage ist sehr ernst», sagte Gesundheitsminister Alain Berset vor den Medien in Bern. «Was uns am meisten beunruhigt, sind die vermehrten Spitaleintritte.» Am Freitag vermeldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG), dass die Intensivstationen zu 81,2 Prozent gefüllt seien. Das ist ein sehr hoher Wert. Die negative Entwicklung müsse nun gestoppt werden, sagte Berset. Eine Verschärfung der Massnahmen sei deshalb alternativlos.

Die neuen Massnahmen zusammengefasst im Beitrag von TELE TOP:

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2G auf freiwilliger Basis

Die Zertifikatspflicht wird ab der kommenden Woche deshalb auf alle Innenräume ausgeweitet. Ausgenommen davon ist der private Rahmen. Für Treffen im Familien- und Freundeskreis mit mehr als zehn Personen empfiehlt der Bundesrat ein Zertifikat, sieht aber keine Pflicht und auch keine Bussen vor.

Eine Zertifikatspflicht gilt neu auch für Veranstaltungen im Freien ab 300 Personen. Aktuell liegt die Schwelle bei tausend Personen. Nebst Clubs und Bars haben weitere Betriebe und Veranstalter die Möglichkeit, eine 2G-Regel einzuführen. «Die Wirtschaft möchte das», hielt Berset fest.

Die Gültigkeitsdauer der Antigen-Schnelltests wird von 48 Stunden auf 24 Stunden reduziert. Wegen Kapazitätsengpässen in der Westschweiz ist eine Verkürzung der PCR-Testdauer dagegen nicht möglich, wie der Gesundheitsminister sagte.

Gerangel zwischen Bund und Kantonen

Um die Kontakte am Arbeitsplatz zu reduzieren, gilt ab Montag erneut eine dringliche Homeoffice-Empfehlung. Wer doch im Büro und dort nicht alleine arbeitet, muss eine Maske tragen. Auf eine Homeoffice-Pflicht für alle oder nur für Ungeimpfte verzichtete der Bundesrat aber nach überwiegend kritischen Rückmeldungen in der Vernehmlassung.

Ebenfalls fallen gelassen hat der Bundesrat seinen am Dienstag präsentierten Vorschlag, die Kantone zu flächendeckenden Reihentests an Schulen zu verpflichten. 17 von 26 Kantonen hatten diese Massnahme in der Konsultation abgelehnt. Er bedauere das, sagte Berset. Der Bundesrat sei von der Wirksamkeit repetitiver Tests überzeugt. Mit diesen könnten Ansteckungen früh entdeckt und Übertragungsketten unterbrochen werden.

Berset nahm die Kantone erneut in die Pflicht. Diese müssten - wenn nötig - strengere Massnahmen ergreifen. Es sei nicht sinnvoll, dass sich die Corona-Politik einfach an jenen Gebieten orientiere, in denen die Lage am angespanntesten sei. Die Gesundheitsversorgung sei überdies eine kantonale Kompetenz. «Die Kantone müssen nun mehr tun.»

Die Kantone gaben die kritischen Voten von Berset gleich zurück. Die Ausweitung der nationalen Schutzmassnahmen komme keinen Tag zu früh, schrieb die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren und -direktorinnen (GDK). Wegen der angespannten Lage müsse rasch eine Diskussion über mögliche zusätzliche Schritte geführt werden.

Tests statt Quarantäne

Weitere Massnahmen beschlossen der Bundesrat im Reisebereich. Bereits ab Samstag hebt der Bundesrat die Quarantänepflicht für sämtliche Länder auf. Dafür muss bei der Einreise in die Schweiz neu ein PCR-Test vorgelegt werden. Zudem muss ein zweiter Test, PCR- oder Antigenschnelltest, zwischen dem vierten und dem siebten Tag nach der Einreise gemacht werden.

Damit will sich der Bundesrat gegen die Einschleppung der neuen Omikron-Variante stemmen. Grenzgängerinnen und Grenzgänger sind von dieser Verschärfung ausgenommen.

Der Einreisestopp für Reisende aus Botsuana, Eswatini, Hongkong, Israel, Lesotho, Mosambik, Namibia, Simbabwe und Südafrika bleibt vorerst in Kraft. Davon ausgenommen sind allerdings Schweizer Bürgerinnen und Bürger sowie Personen, die über eine Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz verfügen.

Nicht einreisen in die Schweiz dürfen nicht geimpfte Drittstaatsangehörige, die aus Risikoländern in den Schengen-Raum einreisen wollen für vorübergehende Tourismus- und Besuchsaufenthalte.

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