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Impfgeschwindigkeit in der Schweiz gemäss BAG zu langsam

Die Impfgeschwindigkeit in der Schweiz nimmt weiter zu. Das Tempo ist aber gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu tief, als dass es zu einer Entspannung der Situation kommen könnte.

21.09.2021 / 14:35 / von: mle/sda
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Wegen des zu langsamen Impftempos in der Schweiz könne in absehbarer Zeit nicht auf die anderen Schutzmassnahmen verzichtet werden. (Archivbild: Keystone/MARTIAL TREZZINI)

Wegen des zu langsamen Impftempos in der Schweiz könne in absehbarer Zeit nicht auf die anderen Schutzmassnahmen verzichtet werden. (Archivbild: Keystone/MARTIAL TREZZINI)

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Die Geschwindigkeit sei zu langsam, um eine Durchimpfungsrate zu erreichen, welche das Geschehen massgebend positiv beeinflussen könnte, sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit BAG. Im Moment würden etwa 30'000 Impfungen pro Tag verabreicht. Deutliche Zunahmen gebe es bei den jüngeren und jüngsten Alterskategorien.

Es bestehe weiterhin ein «starkes Risiko», dass eine weitere Infektionswelle bevorstehen könnte - die Temperaturen werden in den kommenden Wochen sinken, weswegen sich die Menschen wieder vermehrt in Innenräumen aufhalten würden. Das Virus könne so wieder schneller zirkulieren. Verlässliche Prognosen seien aber immer noch schwer machbar.

Für den Moment weisen die aktuellen Daten gemäss Mathys darauf hin, dass sich das Infektionsgeschehen leicht abgeschwächt hat. Allerdings seien die Spitaleinweisungen und die Belegung der Intensivpflegeplätze weiterhin auf einem hohen Niveau, so dass es bei einer erneuten Verschlechterung der Lage zu hohem Druck führe. Bei den Schwerstkranken bleibe die Situation sehr angespannt.

Nachfrage nach alternativem Impfstoff ist laut Bund vorhanden

Laut Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist die Nachfrage nach einem alternativen Impfstoff in der Schweiz vorhanden. Deshalb führe der Bund verschiedene Verhandlungen mit Anbietern, nicht nur mit Johnson&Johnson.

«Es kommen auch noch andere Impfstoffe infrage», sagte Mathys am Dienstag vor den Medien in Bern. Die generellen Impfskeptiker könnten damit aber kaum überzeugt werden.

Massnahmen müssen wegen tiefem Impftempo aufrechterhalten bleiben

Wegen des zu langsamen Impftempos in der Schweiz könne in absehbarer Zeit nicht auf die anderen Schutzmassnahmen verzichtet werden. Nach Ansicht des obersten Kantonsarztes, Rudolf Hauri, liegt es nun an der Initiative jedes einzelnen.

Die Angebot zur Impfung seien nun hinreichend bekannt, sagte Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte VKS am Dienstag vor den Medien in Bern.

Die Kantonsärztinnen und -Ärzte würden zudem eine hohe Nachfrage nach Corona-Tests feststellen. Es gebe oft einen Ansturm, sagte Hauri. Insbesondere vor dem Wochenende und zu Beginn der neuen Arbeitswoche. Der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri rät jedoch von Spontantests ab, da man mit Wartezeiten rechnen müsse. Engpässe seien nicht zu vermeiden.

Kinder im Fokus

Im Fokus stehen derzeit auch die Kinder. Diese hatten noch keine Möglichkeit, sich impfen z lassen. «Genau wie für Erwachsene gilt auch für die Kinder das Recht, vor schweren Verläufen geschützt zu sein», sagte Alain Di Gallo von der Covid-19-Task-Force. Bei einer unkontrollierten Zirkulation des Virus werde das Recht nicht respektiert.

Es brauche daher konsequent umgesetzte Schutzmassnahmen an den Schulen, die die Kinder möglichst wenig beeinträchtigen. Effektive Instrumente mit geringen Aufwand seien regelmässiges Testen, Masken tragen, Lüften und CO2-Sensoren, die ans Lüften erinnern.

Viele Kinder kämen gut durch die Krise, sagte Di Gallo. Sie hätten sich zudem äusserst solidarisch und anpassungsfähig gezeigt. Jetzt sie die Unterstützung und Solidarität der Älteren gefragt, so dass Kinder und Jugendlichen möglichst rasch zurück zur Normalität finden.

Rückgang der Intensivpatienten weil Ferienrückkehrer austreten

Die Zahl der auf Intensivstationen liegenden Covid-19-Patientinnen und -Patienten ist seit Mitte September zurückgegangen. Das hat zwei Gründe: Zum einen konnten Ferienrückkehrer die Stationen verlassen, zum anderen gingen die Infektionen im Inland zurück. Für eine Entwarnung ist es zu früh: Mit sinkenden Temperaturen dürften die Spitaleinweisungen wieder steigen.

Der Wetterwechsel führe zu einer Verhaltensänderung der Bevölkerung, erklärte Samia Hurst am Dienstag vor den Bundeshausmedien das Phänomen. Sie ist Präsidentin der wissenschaftlichen Covid-Taskforce des Bundes. Sie erinnerte daran, dass die Impfungen gut vor einem Spitaleintritt schützen, was auch Studien in Grossbritannien und Israel erbracht hätten.

Niemand sollte die Immunisierung durch eine Ansteckung suchen, warnte Hurst. Das sei ein sehr riskanter Weg. Auch eine Durchseuchung der Bevölkerung komme trotz der hohen Zahl an nicht Geimpften nicht in Frage. Nach wie vor sei die Impfung der Ausweg aus der Pandemie. Es gelte, das Infektionsgeschehen auszubremsen.

Der Bericht des Pharmaunternehmens Pfizer über gute Erfahrungen mit der Impfung für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren wecke Hoffnung. Diese Resultate müssten aber zuerst verifiziert werden und der Impfstoff später von den Heilmittelkontrollstellen zugelassen werden, erklärte Hurst.

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