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Masserey: «Situation fragil, aber Perspektiven vielversprechend»

Die aktuelle Corona-Lage sei zwar noch fragil, die Perspektiven seien jedoch vielversprechend. Das sagte Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Medien. Erfreut zeigte sich Masserey etwa über die Impfsituation.

13.04.2021 / 15:41 / von: mma
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Virginie Masserey bezeichnet die Lage als fragil, jedoch mit vielversprechenden Perspektiven. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

Virginie Masserey bezeichnet die Lage als fragil, jedoch mit vielversprechenden Perspektiven. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

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Die Anzahl der Geimpften sowie der Impfrhythmus nehme zu, sagte Masserey. Vom 5. April bis 11. April sind in der Schweiz 210'279 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht worden. Pro Tag wurden damit durchschnittlich 30'040 Impfungen durchgeführt. Im Vergleich zur Woche davor stieg die Impfkadenz um 25 Prozent. «Wir erhalten immer mehr Impfdosen», sagte Masserey. Man solle sich deshalb schon jetzt überlegen, ob man sich impfen lassen wolle. 

Im Spätherbst sollen alle Impfwilligen vollständig geimpft sein

Bis im Spätherbst sollen alle Impfwilligen vollständig geimpft sein, sagte Rudolf Hauri, Präsident der Kantonsärzte-Vereinigung, vor den Medien in Bern. Man wünsche sich eine höhere Impfbereitschaft als 70 Prozent. 

Es gebe bei den Anmeldungen noch Verbesserungspotential, so Hauri. Die praktische Organisation und Koordination der Impfungen sei komplex, vor allem bei grossen Kantonen. Die Kapazitäten seien nicht ausgeschöpft, man «könnte jetzt mehr impfen», so Hauri. Die Kapazitätsgrenze liege zwischen 100'000 bis 150'000 Impfungen täglich. Dazu sei der Impfstoff aber nicht in den Mengen erhältlich gewesen, die man gerne gehabt hätte.

Bereits früher als im Spätherbst solle jedoch die grosse Mehrheit geimpft sein oder eine Dosis erhalten haben, sagte Hauri.

Fallzahlen auf hohem Niveau

Die aktuellen Coronavirus-Fallzahlen bewegen sich laut Rudolf Hauri auf zu hohem Niveau. Das Gute sei aber, dass sich die dritte Welle bisher noch nicht steil aufgebaut habe. Trotz der überhandnehmenden Mutationen des Coronavirus zeige sich eine Bremswirkung, sagte Hauri. Die Gefahr einer Zunahme der Virusaktivität sei aber noch nicht gebannt.

Das ausgedehnte Testen ermögliche es, einschränkende Quarantänemassnahmen zu reduzieren. Er mahnte allerdings zu Vorsicht, die Tests müssten wirklich regelmässig und sehr häufig durchgeführt werden. Die Reihentests führten zu einer Relativierung der Positivitätsrate, da die negativen Testresultate nicht vollumfänglich in die Statistik einfliessen würden. Der Positivitätswert gelte deshalb nicht mehr als Richtwert für weitere Massnahmen, so Hauri.

Selbsttest seien hingegen für Massentestungen ungeeignet, da sie zu viele positive Fälle nicht aufspüren würden, sagte der Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte weiter. Sie dienten lediglich als Ergänzung zu den Schutzmassnahmen und spürten rund 30 Prozent der positiven Fälle auf. Beim Kontakt mit gefährdeten, ungeimpften Personen solle man nicht auf diese setzen, da zu viele Fälle nicht entdeckt würden.

Bezüglich Selbsttests sagte auch Masserey, dass diese Tests nicht geeignet seien, alle erkrankten Personen zu entdecken. Zudem würden dadurch Massnahmen, wie Händewaschen und Maskentragen nicht ersetzt. Die Selbsttests seien eine ergänzende Prävention und dienten dazu, hochinfektiöse Personen zu entdecken. Das BAG empfiehlt bei einem positiven Resultat eines Selbsttest, anschliessend einen PCR-Test zu machen.

Zu den möglichen Öffnungsschritten äusserte sich Masserey vorsichtig. «Wenn wir öffnen, dann hängt das auch mit einem gewissen Risiko zusammen», so Masserey. Drei der vier Kriterien des Bundes seien nicht erfüllt. Diese Richtwerte seien jedoch nicht sacrosanct. Es gebe auch noch politische und psychologische Faktoren, die beachtet werden könnten, sagte Masserey.

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