Pull down to refresh...
zurück

Nationalbank-Chef sieht keinen Anlass für restriktivere Politik

Trotz Entspannung der Wechselkurslage sieht Nationalbank-Präsident Thomas Jordan vorerst keinen Grund für eine restriktivere Geldpolitik. Den Bilanzabbau einzuläuten und die monetären Bedingungen zu verschärfen, wären für ihn völlig verfrüht.

22.05.2021 / 11:21 / von: jmi/sda
Seite drucken Kommentare
0
Nationalbank-Chef Thomas Jordan sieht keinen Anlass für restriktivere Politik.(Archivbild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

Nationalbank-Chef Thomas Jordan sieht keinen Anlass für restriktivere Politik.(Archivbild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Der Franken bleibe hoch bewertet, die Inflation liege nur knapp über null, und die Produktionsfaktoren seien in der Schweiz noch nicht voll ausgelastet, sagte Jordan von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Samstag.

«Es wäre falsch, jetzt der Welt zu signalisieren, dass die SNB als erste Zentralbank eine restriktive Politik ins Auge fasst». Einen Teuerungsschub als Grund für eine Kursänderung war demnach zuletzt noch nicht in Sicht.

Die SNB kauft seit Jahren riesige Mengen an Devisen, um eine Erstarkung des Frankens zu verhindern. Im Februar überschritt die Bilanz der Bank die 1000-Milliarden-Grenze. Das sei per se kein Problem, sagte Jordan. Allerdings würden die finanziellen Risiken steigen. Deshalb erhöhe man die Rückstellungen.

Jordan: Schweiz ist gut gefahren

Die angewachsene Bilanz ist das Resultat der Krisenbewältigung durch die Nationalbank seit 2008. Ohne Interventionen wäre der Franken Jordans Worten zufolge massiv überbewertet, verbunden mit negativen Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung. «Wäre es beim Wechselkurs zu deutlich grösseren Verwerfungen gekommen, würden heute wichtige Branchen der Schweiz kaum mehr in der bestehenden Form existieren».

Insgesamt sei die Schweiz mit der Politik gut gefahren, erklärte der seit 2012 sich im Amt befindliche Nationalbank-Präsident. Das zeigten die internationalen Vergleiche beim Bruttoinlandsprodukt (BIP), wo die Schweiz besser abschneide als ihre europäischen Nachbarn. Trotz extremen Verwerfungen sei es möglich gewesen, die Preisstabilität zu gewährleisten.

Mittel- und langfristig hielt Jordan einen Inflationsdruck für möglich, wenn Konjunkturpakete die Nachfrage anheizen sollten und gleichzeitig die Globalisierung ins Stocken käme. Dann müsste die Zentralbanken Gegensteuer geben, bevor die Inflation ausser Kontrolle geriete.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare