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Politiker finden Aufhebung von Covid-Zertifikaten für Getestete heikel

Die Corona-Taskforce des Bundes hat vorgeschlagen, das Covid-Zertifikat nur noch für Geimpfte und Genesene auszustellen. Gesundheitspolitiker raten von diesem heiklen Schritt ab – auch mit Blick auf das bevorstehende Referendum.

20.08.2021 / 07:00 / von: mma
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Politiker halten wenig davon, das Zertifikat für Getestete abzuschaffen. (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Politiker halten wenig davon, das Zertifikat für Getestete abzuschaffen. (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

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Ist es bald GG und nicht mehr GGG? Ja, wenn es nach der Taskforce des Bundes geht. Sie hat vorgeschlagen, Getesteten kein Covid-Zertifikat mehr auszustellen. Die Überlegung dahinter: Getestete könnten an einer Veranstaltung andere anstecken, weil sie sich zwischen Test und Anlass infiziert haben, und sind selbst gefährdet, angesteckt zu werden.

Gesundheitspolitiker halten allerdings wenig von diesem Schritt, berichtet der «Tages-Anzeiger». Ein Grund dafür sei das bevorstehende Referendum gegen das Covid-19-Gesetz. So äussert sich die Aargauer Mitte-Nationalrätin Ruth Humbel gegenüber der Zeitung, dass dies epidemiologisch gesehen vernünftig sein möge, politisch allerdings äusserst heikel. Es sei immer versprochen worden, dass das Zertifikat auch für Getestete gelten sollte. Das eingegangene Risiko mit der jetzt geltenden Regelung sei angemessen.

Auch die Berner GLP-Nationalrätin Melanie Mettler hält nicht viel vom Vorschlag der Taskforce. Damit würde Druck auf Ungeimpfte ausgeübt. Sie will mehr auf Information setzen. Auch die Berner SP-Nationalrätin Flavia Wasserfallen mahnt zur Vorsicht. Aus gesellschaftspolitischen Überlegungen sei dies der falsche Weg. Dies würde nur eine unerwünschte Gegenreaktion auslösen.

Referendum macht zögerlich

Gerade im Vorfeld des Referendums gegen das Covid-19-Gesetz, welches im November ansteht, soll laut Wasserfallen zurückhaltend agiert werden. Denn die SVP werde das Gesetz bekämpfen. Darum müsse man nun die Nutzen des Gesetzes klar aufzeigen.

SVP Fraktionschef Thomas Aeschi betont gegenüber der Zeitung, dass seine Partei 2G nicht hinnehme. Damit würde eine Zweiklassengesellschaft geschaffen. Aeschi will gar das Zertifikat im Inland abschaffen, da «alle die es wollten, geimpft sind».

Voraussichtlich nächste Woche wird der Bundesrat neue Massnahmen beschliessen. Unter anderem stehen kostenpflichtige Tests für Symptomfreie im Raum.

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Hofer Ernst
am 20.08.2021 um 07:26
Bin auch fürs testen