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Schnegg: «Wir sind in einer neuen Phase angelangt»

Der bernische Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg spricht sich dafür aus, die Quarantäne für Personen, die mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen sind, abzuschaffen. Bei den positiv getesteten Personen sollte die Isolationszeit auf fünf Tage verkürzt werden.

11.01.2022 / 05:36 / von: sda/mco
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Der bernische Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg hält es für möglich, dass der Bundesrat die Quarantänepflicht schrittweise abschafft. (Archivbild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

Der bernische Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg hält es für möglich, dass der Bundesrat die Quarantänepflicht schrittweise abschafft. (Archivbild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

Der bernische Gesundheitsdirektor will die Quarantäne ganz abschaffen und die Isolation auf fünf Tage verkürzen. Dabei müsse mindestens ein Tag symptomfrei sein. Bei der Omikron-Variante seien viel weniger schwere Verläufe festzustellen als bei der Delta-Variante, begründete Schnegg in einem Interview mit den Berner Tageszeitungen «Der Bund» und Berner Zeitung, einen solchen Schritt. Es sei mit einer sehr hohen Dunkelziffer zu rechnen.

Das heisse, dass die Ansteckungen nicht mehr verfolgt werden könnten und die Behörden kaum noch über alle Kontakte informiert würden. «Wir sind in einer neuen Phase angelangt. Wenn das Isolation- und Quarantäne-System nicht angepasst wird, generieren wir ein neues Problem, das womöglich noch grösser ist als die Krankheit selbst».

Weil so viele Personen wegen Quarantäne und Isolation ausfielen, brauche es jetzt mehr Flexibilität. Er glaube nicht, dass die Fallzahlen stärker zunähmen, wenn die Quarantäne wegfalle. «Mit Omikron müssen wir langsam dazu übergehen, Corona wie andere Krankheiten zu behandeln», sagte Schnegg weiter.

Auf die Frage, ob er es für möglich halte, dass der Bundesrat an seiner Sitzung vom Mittwoch die Quarantäne per sofort abschaffe, sagte der Berner Gesundheitsdirektor, dass es vielleicht zwei Schritte brauche - zuerst die Reduktion auf fünf Tage und die Abschaffung dann in ein oder zwei Wochen.

Prüfenswert findet Schnegg den Vorschlag des Epidemiologen Marcel Salathé, statt auf Quarantäne auf Selbsttests zu setzen. Parallel dazu könnte das Contact-Tracing heruntergefahren werden. Überflüssig würde es jedoch nicht so schnell. «Wir müssen sofort reagieren, wenn sich die Situation ändert und eine neue Virusvariante auftaucht».