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Veranstalter sehen mehr Licht am Ende des Tunnels

Die Event- und Sportbranche sowie die Wirtschaft haben erleichtert auf die Pläne des Bundesrates vom Mittwoch reagiert, wonach je nach epidemiologischer Situation bereits ab Juli wieder Grossanlässe zugelassen werden könnten. Damit erhielten die Veranstalter Planungssicherheit und eine Perspektive.

28.04.2021 / 16:55 / von: sda/mma
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Solche Bilder, wie hier am Openair Frauenfeld 2019, wird es dieses Jahr noch nicht geben. Die Veranstalter freuen sich allerdings über die Perspektiven. (Archivbild: Keystone/ENNIO LEANZA)

Solche Bilder, wie hier am Openair Frauenfeld 2019, wird es dieses Jahr noch nicht geben. Die Veranstalter freuen sich allerdings über die Perspektiven. (Archivbild: Keystone/ENNIO LEANZA)

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«Das Licht am Ende des Tunnels wird heller», sagte Stefan Breitenmoser, Geschäftsführer der SMPA (Swiss Music Promoters Association), zum Bundeesratsentscheid vom Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Erfreut und erleichtert» zeigte sich in einer Mitteilung auch die IG Perspektive Live-Unterhaltung, der schweizweit über 70 Veranstalter angehören.

Diese Roadmap sei «ein dringend nötiger Lichtblick». Die IG fordere nun eine rasche Konkretisierung der einzelnen Punkte, insbesondere jener betreffend die Schutzmassnahmen.

Ruedi Kunz, Präsident von SwissTopSport, der Vereinigung von 20 der grössten Sportveranstaltungen der Schweiz, sagte auf Anfrage, der Entscheid gebe den Organisatoren, aber auch den Athletinnen und Athleten «Rückenwind für die kommenden Wochen und Monate». Die Veranstalter planten bereits seit einiger Zeit mit diesen Szenarien. Wichtig sei nun aber auch das «Kleingedruckte» und eine saubere Umsetzung mit den Kantonen.

Fussballer haben mehr erwartet

Für die Swiss Football League geht für ihre Meisterschaften der Vorschlag des Bundesrates zu wenig weit, wie sie am Mittwochabend mitteilte. Aufgrund der Äusserungen der Landesregierung zum Drei-Phasen-Modell von letzter Woche nimmt die SFL weiter an, dass in der letzten Phase, der Normalisierungsphase, die Kapazitätsbeschränkungen aufgehoben werden. Deshalb sollten in den Stadien der Super League bereits ab Juli klar höhere Zuschauerzahlen möglich sein.

Die Fussballer hätten bereits im vergangenen Herbst unter realen Bedingungen bewiesen, dass sich die erarbeiteten Schutzkonzepte bewähren, weshalb die Rückkehr der Fans in die Stadien rasch umgesetzt werden könne. Zudem seien die Ansteckungsrisiken im Freien gemäss Expertenbeurteilung sehr klein.

Economiesuisse begrüsst Perspektive

Als eine «dringend benötigte Perspektive» für die Eventbranche bezeichnete auch der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse die Veranstaltungs-Roadmap. Der Verband unterstütze auch das stufenweise Vorgehen mit einer Pilotphase im Juni und der Zulassung von grösseren Events ab Juli.

Damit aber ab September auch Anlässe mit bis zu 10'000 Personen durchgeführt werden könnten, müsse jetzt das Impfprogramm vorangetrieben werden. Wichtig sei es, auch ungeimpfte Personen mit einem negativen Corona-Test zu den Veranstaltungen zuzulassen. Damit werde sichergestellt, dass kein Impfzwang bestehe.

Von einem «Silberstreifen» und einem «ermutigenden Zeichen für die Veranstalter» sprach der Schweizerische Arbeitgeberverband (SGV). So erhielten die Veranstalter und die Kantone eine gewisse Planungssicherheit. Auch die geplanten Entschädigungen bei Absage einer Veranstaltung aus epidemiologischen Gründen seien wichtig.

Parteien uneinig bei Schutzschirm

GLP-Präsident Jürg Grossen bezeichnete diesen Schutzschirm für Grossveranstaltungen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter als «zielführend». Am Schluss müsse natürlich epidemiologisch über eine Durchführung entschieden werden. Für die weitere Planung brauchten die Veranstalter aber Sicherheiten.

Grünen-Präsident Balthasar Glättli hingegen kritisierte, ebenfalls auf Twitter, dass ein «Schutzschirm für Grossveranstaltungen» nichts nütze, wenn für die Umsetzung in den meisten Kantonen noch eine Rechtsgrundlage geschaffen müsse. Für Veranstaltende sei es dann eine Frage des Glücks oder Pechs, in welchem Kanton die Veranstaltung stattfinde. Deshalb hätten sich die Grünen für eine Bundeslösung eingesetzt.

Einzelne Organisatoren zuversichtlich

Zuversichtlich voran schreitet bereits das Openair Gampel: Als Reaktion auf die Bundesratssitzung veröffentlichten die Organisatoren auf der Website ihre Idee für eine alternative Festivalvariante mit 10'000 Besuchern pro Tag vom 2. bis am 5. September.

Athletissima-Patron Jacky Delapierre sagte auf Anfrage, er gebe die Hoffnung nicht auf, dass beim Diamond-League-Meeting in Lausanne am 26. August mehr Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen werden könnten. Aber das sei letztlich nicht entscheidend.

«In einem Stadion mit 3000 Zuschauern können wir schon eine Kasse eröffnen.» Unabhängig von der genehmigten Kapazität werde die Athletissima 2021 auf der Pontaise das volle Programm anbieten.

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