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Besuch bei Wiener Attentäter: Ein Verfahren gegen Winterthurer Islamisten eingestellt

Für eine Beteiligung eines Winterthurer Islamisten am Attentat vom Herbst 2020 in Wien gibt es laut Bundesanwaltschaft keine Beweise. Deshalb hat sie hat das Verfahren gegen den Mann eingestellt, der den Attentäter ein paar Monate vor der Tat besucht und bei ihm übernachtet hatte.

14.01.2022 / 10:08 / von: ame/sda
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Beim Attentat in Wien sind vier Menschen getötet worden. Zwei Winterthurer hatten Kontakt zum Täter. (Bild: Keystone/AP/Ronald Zak)

Beim Attentat in Wien sind vier Menschen getötet worden. Zwei Winterthurer hatten Kontakt zum Täter. (Bild: Keystone/AP/Ronald Zak)

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Diese Einstellungsverfügung sei rechtskräftig, bestätigte die Bundesanwaltschaft (BA) am Freitag einen Bericht der Tamedia-Zeitungen. Das Verfahren gegen einen zweiten Winterthurer, der beim Besuch in Wien ebenfalls dabei war, ist hingegen noch nicht abgeschlossen. Dieses befinde sich aber in der Schlussphase, so die BA.

Am 2. November 2020 hatte ein IS-Anhänger in der Wiener Innenstadt vier Menschen erschossen und mindestens 23 weitere Personen zum Teil schwer verletzt. Am Tag darauf verhaftete die Spezialeinheit Diamant der Zürcher Kantonspolizei in Winterthur zwei Männer, welche die Behörden bereits zuvor auf ihrem Radar gehabt hatten.

Grosses Interesse an IS-Ideologie

Die BA ermittelte in Zusammenhang mit den Wiener Kontakten unter anderem wegen «Gehilfenschaft zu Mord» und «strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Mord».

Im Rahmen der Strafuntersuchung kam sie zum Schluss, dass der bei seiner Verhaftung 24-jährige Schweizer offensichtlich ein grosses Interesse an der Ideologie des IS habe. Er hatte unter anderem eine Vielzahl von Kanälen abonniert, die den Terrorismus verherrlichende Reden enthielten oder Terroranschläge in Europa thematisierten.

Er habe sich nie glaubhaft vom IS und dessen Verbrechen distanziert, heisst es in der Einstellungsverfügung der Bundesanwaltschaft. Der Schluss liege nahe, dass er sich vom gewalttätigen Gedankengut dieser Terrororganisation beeinflussen lasse.

Keine Beteiligung ersichtlich

Allerdings habe die Strafuntersuchung keinen Beweis erbracht, dass der Mann in irgendeiner Form am Attentat beteiligt gewesen sei oder von diesem im Vorfeld Kenntnis gehabt habe. Damit fehle der Anfangsverdacht, das Verfahren sei einzustellen.

Ein anderes Verfahren gegen ihn ist aber noch nicht abgeschlossen: Wegen des Verdachts, gegen das Gesetz über das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» verstossen zu haben, und wegen des Tatvorwurfs der Gewaltdarstellungen ist die Bundesanwaltschaft noch aktiv. Diese Tatvorwürfe weisen keinen Zusammenhang mit dem Attentat in Wien auf.

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