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Kanton Zürich modernisiert Untersuchungshaft

Der Kanton Zürich ist von einem harten Regime bei der Untersuchungshaft abgekommen. Neu dürfen Untersuchungshäftlinge täglich acht Stunden statt eine ausserhalb der Zelle verbringen.

07.11.2022 / 15:55 / von: sa/ren
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So «offen» wie möglich, so «geschlossen» wie nötig – das gilt nach der Reform der Untersuchungshaft im Kanton Zürich. (Bild: Dominic Büttner/JuWe)

So «offen» wie möglich, so «geschlossen» wie nötig – das gilt nach der Reform der Untersuchungshaft im Kanton Zürich. (Bild: Dominic Büttner/JuWe)

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Der Kanton Zürich hat eine Reform für die Untersuchungshaft erarbeitet. 

Besuche dürfen die Insassen neu auch an Wochenenden oder am Abend empfangen, wie Roland Zurkirchen, Direktor der Untersuchungsgefängnisse Zürich am Montag an der Jahresmedienkonferenz des Amts für Justizvollzug und Wiedereingliederung im Gefängnis Pfäffikon erklärte.

Erhalten Inhaftierte Besuch ihrer Kinder, können sie diese in speziellen Besuchszimmern, ohne Trennscheibe, empfangen.


Weitere Änderungen sind ein Ausbau der Videotelefonie, der Arbeitsmöglichkeiten und des schulischen Unterrichts. Von den Änderungen versprechen sich die Verantwortlichen eine verbesserte Wiedereingliederung der Inhaftierten.


Brian als «Elefant im Raum»

Das Gefängnis Pfäffikon wurde in den letzten vier Jahren komplett reorganisiert. Zuvor war es unter anderem in die Schlagzeilen geraten, weil Brian, früher bekannt als «Carlos», die Strukturen an die Grenzen gebracht hatte.

Auch Justizdirektorin Jacqueline Fehr nahm Bezug auf den bekannten Häftling. Sie sprach vom «Elefanten im Raum», gerade in Zusammenhang mit der Untersuchungshaft. Der Fall sei sehr herausfordernd, habe das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung aber auch weitergebracht.

Fehr erzählte auch von einem persönlichen Erlebnis, das sie geprägt hatte. 2015 habe sie das Gefängnis Zürich besucht. Dabei erfuhr sie, dass die Inhaftierten nur einmal pro Woche duschen konnten. «Das ist nicht würdevoll», sagte sie.

Im Justizvollzug wurde ein dringender Reformbedarf der Untersuchungshaft erkannt.

In den Zürcher Gefängnissen stehen über 500 Plätze für Untersuchungshäftlinge zur Verfügung. 50 Prozent der Inhaftierten verlassen das Gefängnis nach weniger als 30 Tagen. Nur 7 Prozent bleiben länger als ein halbes Jahr in Untersuchungshaft.

TELE TOP konnte die neue Gefängnisräume besichtigen und mit dem Direktor sprechen:

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