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Offener Brief fordert Bundesrats-Treffen mit dem Dalai Lama

Der Dalai Lama kommt am Freitag für einen viertägigen Besuch in die Schweiz. Dabei wird er von tausenden Tibetern und Schweizern und zahlreichen ranghohen Politikern empfangen - vom Bundesrat allerdings nicht. Für tibetnahe Organisationen unverständlich.

19.09.2018 / 10:24 / von: abl
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Der Dalai Lama kommt am Freitag für vier Tage in die Schweiz. (Bild: facebook.com/@DalaiLama)

Der Dalai Lama kommt am Freitag für vier Tage in die Schweiz. (Bild: facebook.com/@DalaiLama)

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Mit rund 8000 Tibeterinnen und Tibetern beheimatet die Schweiz die grösste Exilgemeinschaft von Tibetern ausserhalb Asiens. Unter anderem deshalb sei die Schweiz für den Dalai Lama besonders wichtig, glaubt Lobsang Shitsetsang von der Tibeter Gesellschaft in der Schweiz und Liechtenstein. Das religiöse Oberhaupt besucht die Schweiz deshalb regelmässig. Dieses Mal, um das 50-jährige Jubiläum des Tibet-Instituts in Rikon zu feiern. Dabei ist er unter anderem im Hallenstadion, in den Eulachhallen oder in der ZHAW in Winterthur zu Besuch.

Er wird von den Zürcher Regierungsräten Jacqueline und Mario Fehr oder vom Winterthurer Stadtpräsidenten Michael Künzle empfangen. Das Hallenstadion und die Eulachhallen sind schon seit Wochen ausverkauft, Tickets werden im Internet für bis zu 700 Franken weiterverkauft. Der Bundesrat empfängt den Dalai Lama allerdings nicht.

Der Dalai Lama sei das religiöse Oberhaupt der tibetischen Buddhisten, Friedensnobelpreisträger und Botschafter für Frieden und Menschenrechte, sagt beispielsweise Thomas Büchli, Präsident der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft. Er hat deshalb überhaupt kein Verständnis dafür, dass der Bundesrat sich nicht mit ihm trifft und hat zusammen mit anderen Organisationen deshalb einen offenen Brief an die Regierung verfasst. Darin fordern sie den Bundesrat dazu auf «seine Entscheidung zu erklären und zu überdenken», wie es in dem Schreiben heisst.

Die Organisationen sehen hinter der Absage des Bundesrats politische Gründe. «Der Druck von China ist zu gross», glaubt Angela Mattli, Kampagnenleiterin für Minderheiten und Diskriminierung der Gesellschaft für bedrohte Völker. Die Schweiz wolle ihre diplomatischen- und Handelsbeziehungen mit China nicht gefährden und habe sich deshalb gegen ein Treffen entschieden. Gegenüber dem Landboten erklärte ein Bundesratssprecher, die Regierung habe zu viele andere Termine und deshalb keine Zeit.

Das lässt Angela Mattli im Beitrag von RADIO TOP nicht gelten:

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«Der Dalai Lama war schon 15 Mal in der Schweiz und der Bundesrat hat ihn noch nie getroffen.»

Der Bund nimmt schriftlich auf die Anfrage von RADIO TOP Stellung. In der Antwort heisst es, die Mitglieder des Bundesrates seien vom Stiftungsrat des Tibet-Instituts angefragt worden, am Samstag am Festakt teilzunehmen. «Die Teilnahme am Festakt ist leider keinem Mitglied des Bundesrates möglich».

Und der offene Brief dürfte daran nichts ändern. Denn: «Auf offene Briefe reagiert der Bund nicht», heisst es in der Stellungnahme weiter.

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Alfred Baumann
am 21.09.2018 um 16:55
Ich habe in meinem Bekanntenkreis seit 1964 einige tibetische Freunde und kenne sehr viele,auch habe ich 1985 den Grossanlass miterlebt.Warum wurde der DalaiLama noch nie von der Schweizer Regierung Willkommen geheissen?Für mich unverständlich.