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Strafbefehle gegen 60 Personen nach St.Galler Osterkrawallen

Nach den Osterkrawallen in der Stadt St.Gallen vom vergangenen Jahr hat die Staatsanwaltschaft gegen 60 Personen Strafbefehle erlassen, zumeist wegen Sachbeschädigung und Landfriedensbruch. Die fehlbaren Personen erhielten Geldstrafen und Bussen.

08.02.2022 / 09:08 / von: ame/sda
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Während den Krawallen rund um Ostern haben die Anwesenden Gegenstände auf die Polizei geworfen. (Bild: KEYSTONE)

Während den Krawallen rund um Ostern haben die Anwesenden Gegenstände auf die Polizei geworfen. (Bild: KEYSTONE)

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Am 26. März und am 2. April (Karfreitag) war es in St.Gallen zu massiven Ausschreitungen gekommen. Mehrere hundert zumeist jugendliche Personen versammelten sich jeweils am Roten Platz, beim Bahnhof und in der Innenstadt. Sie randalierten und warfen Steine, Flaschen, Pyros und ein Molotow-Cocktail auf Einsatzkräfte der Polizei und Rettungsdienste.

An beiden Krawall-Tagen entstand Sachschaden von mehreren zehntausend Franken. Ein Polizist wurde leicht verletzt und musste ins Spital gebracht werden. Polizei und Staatsanwaltschaft führten über 100 Strafverfahren, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Die Verfahren sind zum grössten Teil abgeschlossen. Zwei Verurteilte erhoben Einsprache, diese Fälle wurden ans Kreisgericht überwiesen.

Videoaufnahmen ausgewertet

Um die Täterinnen und Täter zu ermitteln, wertete die Polizei die Aufzeichnungen der städtischen Videoüberwachung aus. In Dossiers wurden die einzelnen Tatbestände und Personen dokumentiert, wie es im Communiqué heisst.

Die Staatsanwaltschaft erliess 60 Strafbefehle, hauptsächlich wegen Sachbeschädigung, Landfriedensbruch, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten sowie Missachtung polizeilicher Anordnungen. Die fehlbaren Personen wurden mit Geldstrafen und Bussen bestraft.

In zwei Fällen, in denen es um Missachtung gegen polizeiliche Anordnungen und Verstösse gegen Wegweisungen ging, erhoben die Betroffenen Einsprache gegen die Strafbefehle. Diese Fälle werden gerichtlich beurteilt.

31 Minderjährige bestraft

In 40 Fällen stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein, weil die Täter nicht identifiziert werden konnten. In neun weiteren Fällen kam es zu Nichtanhandnahme- oder Einstellungsverfügungen. Sieben Verfahren sind noch pendent. Unter den angezeigten Personen befanden sich 31 Minderjährige. Diese Fälle wurden oder werden noch von der Jugendanwaltschaft beurteilt. Bereits im November des vergangenen Jahres sind zehn Jugendliche per Strafbefehl verurteil worden.

Nach den massiven Ausschreitungen vom Karfreitag verhinderte die Polizei am Ostersonntag mit einem Grossaufgebot im Stadtzentrum weitere Ausschreitungen. Insgesamt nahm die Polizei 80 Personen vorübergehend fest und sprach 650 Wegweisungen aus. Davon wurden rund 100 nach Rekursen wieder aufgehoben. Auch gegen die Stadtpolizei St.Gallen gibt es zu einem Verfahren, Polizeikräfte hätten auch Personen weggewiesen, die nicht an den Krawallen beteiligt gewesen seien und seien dabei hart vorgegangen.

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