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Razzia in An'Nur-Moschee: Imam soll zu Mord aufgerufen haben

Die Zürcher Justiz hat am frühen Mittwochmorgen eine Razzia in der umstrittenen An'Nur-Moschee in Winterthur-Hegi durchgeführt. Gegen vier Männer wird ein Strafverfahren eröffnet, darunter auch gegen den äthiopischen Imam, der zu Mord an schlechten Muslimen aufgerufen haben soll.

02.11.2016 / 12:00
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Stefan Oberlin, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich, stellt sich bei der An'Nur-Moschee den Fragen der Journalisten (Bild: RADIO TOP/Peter Hanselmann)

Stefan Oberlin, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich, stellt sich bei der An'Nur-Moschee den Fragen der Journalisten (Bild: RADIO TOP/Peter Hanselmann)

Bild: RADIO TOP/Vera Büchi

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Corinne Bouvard, Kommunikationsbeauftragte der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich (Bild: RADIO TOP/Peter Hanselmann)

Corinne Bouvard, Kommunikationsbeauftragte der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich (Bild: RADIO TOP/Peter Hanselmann)

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RADIO TOP-Beitrag zu den Hintergründen der heutigen Razzia in der umstrittenen Winterthurer An'Nur-Moschee:

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TELE TOP-Beitrag mit Hintergründen zur Razzia:

Die öffentliche Predigt, welche den Anstoss zur Razzia gab, fand am 21. Oktober 2016 statt. Der äthiopische Imam soll zum Mord an Muslimen aufgerufen haben, die sich nicht an die Gebetszeiten halten. «Zudem wurden die Anwesenden aufgefordert, Muslime zu denunzieren, die sich nicht an die Regeln halten», sagte Corinne Bouvard, Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft, am Mittwochmorgen in Hegi.

Damit habe er sich der Aufforderung zu Verbrechen und Gewalt schuldig gemacht. Neben dem Imam wird auch noch gegen drei weitere Männer ermittelt. «Ihre Rolle ist aber noch unklar», sagte Bouvard. Die zuständige Staatsanwältin wird am Donnerstag entscheiden, ob Untersuchungshaft beantragt wird.

Die Razzia im muslimischen Gotteshaus fand in den frühen Morgenstunden statt und wurde gemeinsam von Kantonspolizei Zürich, Stadtpolizei Winterthur und der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland durchgeführt. Gleichzeitig wurden die Wohnungen der drei ebenfalls festgenommenen Männer durchsucht. Bei den Durchsuchungen habe man verschiedene Dinge sichergestellt. Genauere Angaben machte Bouvard nicht.

Als die Polizei frühmorgens in die Moschee kam, traf sie ausserdem vier Männer im Alter zwischen 23 und 35 Jahren an, die dort übernachtet hatten. Diese Gläubigen stammen aus Algerien und Tunesien und verstiessen gemäss Bouvard gegen das Ausländergesetz. Einer der vier Männer wollte seine Herkunft nicht verraten.

RADIO TOP war  am Mittwochmorgen während der Razzia vor Ort:

http://www.toponline.ch/winterthur/detail/art/winterthurer-is-sympathisant-hatte-engen-kontakt-zur-annur-moschee-001713709/Audio


Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass die An'Nur-Moschee voraussichtlich Ende Jahr schliessen muss. Die Vermieter lassen den Vertrag mit dem umstrittenen Gotteshaus auslaufen, und der Islamverein findet keine neuen Räume. Ein Vertreter des An'Nur-Vereins sagte damals, dass die reisserische Berichterstattung schuld daran sei, dass der Vertrag nicht verlängert werde. Per sofort schliessen muss die Moschee nun aber trotz Razzia nicht. Die Betreiber müssen aber aktiv werden – wenn auch auf einem völlig anderen Gebiet.

Gemäss Angaben der Stadtpolizei Winterthur wurden sie bereits im Frühling darauf aufmerksam gemacht, dass in Sachen Brandschutz und Lebensmittelsicherheit einiges im Argen liegt. Sie hätten die Mängel aber nicht behoben. Der heutige Zustand sei immer noch gravierend. Gemäss Angaben der Stadtpolizei wird in einem Teil des Moschee-Raumes immer noch gekocht und es werden Getränke abgegeben, allerdings ohne die Vorgaben zur Lebensmittelsicherheit einzuhalten.

Die Betreiber sind nun angehalten, die Mängel zu beheben. Befolgen sie die Auflagen wieder nicht, kann die Polizei den Betrieb aus Gründen der Lebensmittelsicherheit und des Brandschutzes schliessen – wenn die Moschee nicht ohnehin Ende Jahr verschwindet.

Die Stadt Winterthur wollte auf Anfrage von RADIO TOP keine Stellung dazu nehmen. Der Stadtrat schreibt in einer Mitteilung lediglich, dass er die heute durchgeführte Operation der Kantonspolizei Zürich, der Stadtpolizei Winterthur sowie der Strafverfolgungsbehörden begrüsst. Die Stadt wolle alles daran setzen, Radikalisierung und Extremismus in welcher Form auch immer vorzubeugen und zu bekämpfen, heisst es weiter.

Die Moschee im Winterthurer Stadtteil Hegi geriet mehrmals wegen mutmasslicher Radikalisierung von Jugendlichen in die Schlagzeilen. Mehrere Jugendliche waren nach Syrien gereist und hatten sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen. Alle sollen in der An'Nur-Moschee (Arabisch für «das Licht») radikalisiert worden sein.

Der Winterthurer Lokalpolitiker und Kenner der Thematik, Blerim Bunjaku, sagt auf Anfrage von RADIO TOP, dass die Razzia in der An'Nur-Moschee überfällig gewesen sei:

Audio


TELE TOP-Beitrag mit Reaktionen nach der Razzia:

Wie 20 Minuten schreibt, prüft die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) nach der heutigen Razzia und der Hass-Predigt eines Imams, ob sie die An'Nur-Moschee, die Mitglied der VIOZ ist, ausschliessen wird. Der Dachverband der Zürcher Muslime hat eine Krisensitzung einberufen. Laut dem Sekretär der VIOZ sei ein Ausschluss durchaus denkbar. Es werde nun zunächst untersucht, ob die umstrittene Winterthurer Moschee gegen die Grundsatzerklärung verstossen habe. Diese verlangt etwa, dass sich die Verbandsmitglieder für den Frieden, die Menschenrechte, die Integration und den interreligiösen Dialog einsetzen.

RADIO TOP und TOP ONLINE berichten laufend über die aktuellen Erkenntnisse. Ab 18 Uhr gibt's die neusten Informationen rund um die umstrittene An'Nur-Moschee auch auf TELE TOP.

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