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Public Viewings: Ein Sommer mit Torjubel und Bier im Sitzen

Am Freitag beginnt die Fussball-EM der Männer. Doch wie und wo sollen sie Fussballfans verfolgen, wenn sie pandemiebedingt nicht zuhause vor dem Fernseher sitzen wollen? Eine Umfrage zeigt: Die meisten Public Viewings gibt es wohl in Bern und in der Zentralschweiz. Zürich und die Ostschweiz sind hingegen restriktiver.

09.06.2021 / 18:40 / von: sda/asl
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Wo sollen Fussballfans die EM verfolgen, wenn sie nicht zuhause vor dem Fernseher sitzen wollen? In der Zeit von Corona gar nicht so einfach. (Archivbild: KEYSTONE)

Wo sollen Fussballfans die EM verfolgen, wenn sie nicht zuhause vor dem Fernseher sitzen wollen? In der Zeit von Corona gar nicht so einfach. (Archivbild: KEYSTONE)

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Fussball lebt vom Gemeinschaftserlebnis - eine Europameisterschaft erst recht. Ausgelassene Laune, viel Fachsimpelei und jede Menge Bier gehören dazu. Derzeit sind gemäss den Vorschriften des Bundes im Freien maximal 300 Personen erlaubt, in Innenräumen nur 100. Was bedeutet das nun für die Public Viewings?

Eine Umfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bei Kantonen und grösseren Städten zeigt, dass der Umgang mit solchen Anlässen ganz unterschiedlich ist. Am meisten Trubel herrschen dürfte in Bern. Allein in der Bundesstadt selbst gibt es einige Anlässe. Die Stadt hat mehrere Public Viewings im Freien bewilligt, wie Norbert Esseiva von der Gewerbepolizei auf Anfrage sagte. Es gelten die Covid-Regeln des Bundes.

Unter anderem sind die Spiele in einem kleinen Park neben dem Casinoplatz zu sehen. Ebenfalls zentral gelegen ist die Berner Stadtoase im Generationenhaus neben dem Bahnhof. Auf dem Messegelände Bernexpo startet mit den Achtelfinals am 26. Juni ebenfalls ein Public Viewing. Darüber hinaus dürfen Restaurants im Aussenbereich Fernseher aufstellen, wenn sie sich an die Covid-Auflagen halten.

Sperrstunde erweitert

Auch in Basel werden die Spiele vor allem in Restaurants zu sehen sein. Für sie gilt eine erweiterte Sperrstunde. Public-Viewing-Events sind die grosse Ausnahme. In Basel-Stadt seien lediglich zwei entsprechende Gesuche eingegangen, sagte ein Sprecher des Bau- und Verkehrsdepartements auf Anfrage. Davon sei eines auf dem Dorfplatz in Riehen bewilligt worden.

Mehrere kleinere Public Viewings gibt es im Aargau und eines in Solothurn beim Bahnhof. Der Solothurner Anlass ist für 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer ausgelegt - die Organisatoren rechnen damit, dass die Covid-Auflagen im Juli gelockert werden.

In der Zentralschweiz sind etliche Events bewilligt worden. So können Fans etwa am Luzerner Lido feiern. Beromünster LU wartet mit einem Fussball-Chalet auf. Überall gelten die üblichen Vorschriften des Bundes. In Zug können die Spiele unter anderem in einem Kino mit 95 Plätzen mitverfolgt werden. Und im urnerischen Altdorf stellt eine Brauerei ein Public Viewing unter freiem Himmel auf die Beine.

Zurückhaltende Zürcher

Der Rest der Deutschschweiz ist gemäss Umfrage ein härteres Pflaster für gesellige Fans. Im Kanton Zürich können sie sich vorwiegend in Gartenwirtschaften treffen. Es gilt aber - Torjubel hin oder her - eine Sitzpflicht. Bei der Stadt Zürich sind einige Gesuche für Public Viewings auf öffentlichem Grund eingegangen. Eines wurde bewilligt, eines ist noch offen. Anders als in Bern: Die Stadt gibt keine weiteren Details bekannt. Sie will solche Anlässe «nur in Ausnahmefällen» zulassen. In Winterthur kann der Grossanlass «Winti Arena» wegen der Pandemie auch in diesem Jahr nicht durchgeführt werden.

Kein Public Viewing in St.Gallen

Ähnlich tönt es aus St.Gallen. Im Espenmoos-Stadion wird es kein Public Viewing geben. Für die Veranstalter sind die Auflagen nicht verhältnismässig. Sie haben das Gesuch zurückgezogen, wie die St. Galler Staatskanzlei auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Auch das Viewing in Arbon TG wird nicht durchgeführt. Die Live-Übertragungen lockten jeweils bis zu 4'000 Fussballfans an das Bodenseeufer.

Kapo Thurgau setzt auf Tolleranz

Die Kantons Polizei Thurgau will während der Fussball Europameisterschaft auf Tolleranz setzten. Feiern im öffentlichen Raum werden von der Kantonspolizei grundsätzlich toleriert sagt Andy Theler, Mediensprecher von der Kantonspolizei Thurgau auf Anfrage von RADIO TOP. Er weisst jedoch auch darauf hin, dass die Nachtruhe grundsätzlich einzuhalten sei. Bei den Spielen die um 21 Uhr angepfiffen werden, toleriere die Polizei jedoch Feiern bis eine Stunde nach Spielschluss.

Man sei sich bewusst, dass das Fussball Fest auch im Kanton Thurgau für Eurphorie sorgen werde. Desshalb könne bei kleineren Vergehen auch einmal ein Auge zugedrückt werden, sagt Andy Theler: «Kleiner Verkehrsregelverletzungen werden wir durchaus tolerieren.»

Keine grösseren Feiern in Wetsschweiz geplant

Beim Kanton Graubünden sind keine Anfragen zu Public Viewings eingegangen, wie die die Kommunikationsstelle Coronavirus mitteilte. Und im Glarnerland dürfen Wirtinnen und Wirte unter den geltenden Vorschriften zwar Anlässe anbieten. Ob sie tatsächlich durchgeführt werden, ist dem Kanton allerdings nicht bekannt, wie bei der Kommunikationsstelle zu erfahren war.

In der Westschweiz zeichnen sich keine grösseren Public Viewings ab. Gar keine Genehmigung beantragt haben die Organisatoren der Fanzone im Genfer Plainpalais, wo sich in normalen Zeiten bis zu 15'000 Fussballbegeisterte tummeln. Immerhin liess die Regierung eine Ausstrahlung auf Grossbildschirmen auf Restaurantterassen zu.

Auch im Wallis plant niemand Fanzonen oder Public Viewings, wie Frédéric Favre, der Chef der zuständigen Direktion erklärte. Er verweist auf die Gaststätten. Im Waadtland gibt es einige Möglichkeiten, die Spiele auf Grossbildschirmen zu schauen. In Freiburg sollte im Stadion Saint-Léonard eine Public Viewing entstehen. Im Kanton Jura ging ein Antrag für einen Anlass bei einer Waldhütte ein.

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