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Österreich trauert bitteren zweieinhalb Minuten hinterher

Innerhalb von zweieinhalb Minuten fällt bei Österreich - Frankreich (0:1) die Vorentscheidung. Eine vergebene Grosschance, ein Fehlentscheid und ein Eigentor weisen Austria den Weg in die Niederlage.

18.06.2024 / 09:08 / von: sda
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Das rot-weiss-rote Unglück dauerte 144 Sekunden. Erst vergab Christoph Baumgartner alleine vor Frankreichs Torhüter die Grosschance auf das 1:0. Dann leistete sich Schiedsrichter Jesus Gil Manzano einen klaren Fehlentscheid. Und schliesslich lenkte Maximilian Wöber eine Flanke von Kylian Mbappé unglücklich mit dem Kopf ins eigene Tor.

Die 144 Sekunden hinterliessen Spuren. "Ich habe einen Tick zu lange gewartet", analysierte der Angreifer von RB Leipzig die grösste österreichische Torchance. "Das ist bitter. Wir hatten Möglichkeiten, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen." Besonders bitter für die Österreicher, dass der spanische Referee Gil Manzano nach Baumgartners Chance fälschlicherweise auf Abstoss und nicht auf Corner entschied.

"Wieso sagt keiner was?"

Darüber ärgerten sich die Österreicher - vor allem, weil praktisch im Gegenzug der Treffer der Franzosen durch ein Eigentor von Maximilian Wöber (Borussia Mönchengladbach) fiel. "Das war ein krasser Fehlentscheid des Schiedsrichters - und das passiert neunzig Sekunden vor dem Tor der Franzosen", so Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick. "Ich verstehe nicht, dass (bei einem derart klaren Fehler) von aussen, der Linienrichter oder der vierte Offizielle, niemand eingreift. Jeder im Stadion hat das gesehen, nur der Schiedsrichter entscheidet auf Abstoss." Später habe der Schiedsrichter den Fehler zugegeben, so Rangnick.

"Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass wir die Niederlage nur daran festmachen", sagte Rangnick weiter. "Aber dennoch bin ich immer noch fassungslos. Der Ball wäre ja ins Tor gegangen, wenn ihn der Goalie nicht abgewehrt hätte. Wie kann man da auf Abstoss entscheiden?"

So kam alles anders. Mbappé zog wenig später auf der rechten Seite unwiderstehlich in den Strafraum rein und jagte den Ball mit hohem Tempo ins Zentrum. Dort wollte Wöber vor Antoine Griezmann klären, hatte dabei aber Pech und köpfelte das erste österreichische Eigentor in der Geschichte der Europameisterschaften. Rangnick: "Kein Mensch macht ihm (Wöber) einen Vorwurf!"

Wichtig sei aber auch, dass sich Wöber keinen mache. "Den Kopf abschrauben kann er sich in dem Moment auch nicht. Es war ein äusserst unglückliches Eigentor", sagte Rangnick. Pechvogel Wöber stand nach dem Schlusspfiff gezeichnet auf dem Rasen und verliess die Arena niedergeschlagen mit gesenktem Kopf.

Vorschläge für Masken?

Österreich steht nach zuvor sieben Länderspielen ohne eine Niederlage im zweiten EM-Spiel am Freitag gegen Polen unter Druck. Derweil bangt Frankreich vor der Partie gegen die Niederlande um Kylian Mbappé. In der Nacht auf Dienstag bestätigte sich die erste Diagnose: Nasenbeinbruch - zugezogen in einem Luftduell mit Verteidiger Kevin Danso. Immerhin muss der 25-jährige Mbappé nicht operiert werden. Und den Humor hat der Starstürmer schon gar nicht verloren. "Vorschläge für Masken?", fragte Mbappé am Dienstagmorgen seine Follower auf "X". Der französische Fussballverband teilte mit, dass "eine Maske angefertigt wird, sodass es die Nummer 10 der Equipe tricolore nach einer Behandlungszeit in Betracht ziehen kann, wieder in das Turnier einzusteigen".

Mbappé beschäftigt die Franzosen. "Eine französische Nationalmannschaft - egal welche Mannschaft - mit Kylian (Mbappé) ist immer stärker. Wenn es aber anders kommen sollte, werden wir auch ohne ihn weiterkämpfen", so Trainer Didier Deschamps. Die Verletzung seines Stars nahm ihn, den Trainer mit nun 100 Länderspiel-Siegen, sichtlich mit: "Das ist natürlich der Negativpunkt des Abends. Wir haben keine Federn gelassen, aber eine Nase."