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«Ich darf meinen Traum leben»

James Bond Schauspieler Daniel Craig feiert Geburtstag. Dieses Ereignis hat RADIO TOP zum Anlass genommen und mit der deutschen Stimme von Daniel Craig, Dietmar Wunder, über seine Arbeit als Synchronsprecher und den neuen Film «Keine Zeit zu sterben» gesprochen.

02.03.2021 / 15:00 / von: asl
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Dietmar Wunder leiht unter anderem Daniel Craig seine Stimme. (Bilder: Dietmar Wunder: krohnphoto.com / James Bond: Keystone/DANJAQ and Metro Goldwyn Mayer Pictures/Universal Pictures/Nicole Dove)

Dietmar Wunder leiht unter anderem Daniel Craig seine Stimme. (Bilder: Dietmar Wunder: krohnphoto.com / James Bond: Keystone/DANJAQ and Metro Goldwyn Mayer Pictures/Universal Pictures/Nicole Dove)

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Vor 53 Jahren, am 2. März 1968, erblickte Daniel Craig das Licht der Welt. Seit 2006 flimmert er in der Rolle des britischen Geheimagenten James Bond über die Leinwände und Fernsehbildschirme dieser Welt. RADIO TOP hat seinen Geburtstag als Anlass genommen und mit Dietmar Wunder, dem Mann geredet, der Craig seine Stimme leiht. «Das schöne ist, ich wollte Schauspieler werden, weil ich Sean Connery als James Bond gesehen habe. Und jetzt darf ich seit 15 Jahren Daniel Craig in seiner Rolle als James Bond, aber auch in seinen anderen Rollen begleiten», erzählt Wunder.

So würde übrigens Dietmar Wunder als James Bond seinen Geburtstag feiern:

Dietmar Wunder ist ein deutscher Schauspieler Synchronregisseur sowie Synchron-, Hörspiel-, und Hörbuchsprecher. Neben Daniel Craig ist er unter anderem auch die Standardstimme von Adam Sandler. RADIO TOP hat mit ihm über den Beruf als Synchronsprecher, über Höhen, Tiefen und Herausforderungen dieser Tätigkeit und natürlich über den neuen James Bond «Keine Zeit zu sterben» gesprochen.

RADIO TOP: Welche Rollen sprichst du neben der als James Bond noch?

Dietmar: Was wahnsinnig viel Spass macht ist, dass ich beispielsweise Adam Sandler synchronisieren darf. Er hat immer dieses Lächeln in der Stimme und ist ein bisschen schüchterner als James Bond. Ich darf aber auch noch ganz anderen tollen Kollegen meine Stimme leihen. Unter anderem Sam Rockwell, Cuba Gooding Jr. oder Don Cheadle. Sam Rockwell ist einer meiner Lieblingsschauspieler, weil er so unterschiedliche Rollen spielt. Aber auch Don Cheadle ist ein sehr charismatischer Schauspieler. Für mich als Schauspieler ist das Schöne, dass ich diese unterschiedlichen Charaktere der Kollegen bedienen und mich austoben darf. Ich darf natürlich alle Facetten davon spielen. Den Komiker und den coolen Geheimagenten. Das ist wirklich ein Geschenk in meinem Beruf. 

Gibt es Szenen, die du lieber sprichts als andere?

Es gibt immer Schlüssel- oder Lieblingsszenen in einem Film, an die ich mich gerne zurückerinnere und denke «ach war das toll». Zum Beispiel in «Casino Royale», die Szene, in der James Bond ein Martini bestellt und gefragt wird, ob er ihn geschüttelt oder gerührt haben möchte. Da antwortet er: «Sehe ich so aus, als ob mich das interessiert?» Oder der berühmte Satz am Ende von diesem Film. Diese sogenannten One-Liner, die ganz kurzen und knackigen Sätze, gibt es zuhauf in James Bond-Filmen. An diese denke ich immer mit einem Schmunzeln und mit Gänsehaut zurück. Es macht unheimlich Spass solche Sätze sagen zu dürfen.

Wie lange arbeitest du als Synchronsprecher an einem Film?

Man kann sagen, dass wir bei den Blockbustern mehr Zeit für die Aufnahmen haben, als bei einem «kleineren» Film. Die reinen Sprachaufnahmen, ohne Abmischung oder Übersetzung, dauern bei einem Kinofilm in der Regel acht bis zehn Tage. Filme von Woody Allen oder auch die von Adam Sandler dauern meisten etwas länger, weil in diesen sehr viel gesprochen wird. Bei James Bond oder ähnlichen Filmen kann dieser Prozess jedoch auch durchaus mal an die drei Wochen gehen. Beispielsweise wenn die Szenen im Nachhinein korrigiert werden oder Wünsche vom Supervisor aus Amerika oder England kommen, die uns beten etwas anders zu machen. Meistens stehen wir jedoch unter Zeitdruck. Bei «Spectre», «Skyfall» und auch beim neuen James Bond wussten wir, dass wir genau drei Wochen Zeit haben. Danach steht die Mischung und der Film kommt in die Kinos. Bei grossen Filmen haben wir also zwar etwas mehr Zeit, aber auch einen grossen Zeitdruck.

Was ist die grösste Herausforderung als Synchronsprecher?

Das Schöne ist, ich denke nie über solche Dinge nach. Rein technisch gesehen würde ich aber sagen, den ganzen Tag zu schreien ist anstrengend. Denn ich muss im Rhythmus des Dialoges bleiben. Und ich muss mit meiner Stimme an die Grenzen gehen, ohne dass sie danach kaputt ist. Trotzdem soll das Schreien authentisch und nicht «hergestellt» wirken. Rein von der Kondition her sind solche Schrei-Szenen, oder solche mit viel Atmung, die anstrengendsten. Wenn es komplexe Szenen sind, mit viel Text und komplizierten Worten, dann ist das für die Konzentration wiederum anstrengend. Für mich ist es aber so, dass ich beim Synchronisieren eines Filmes nie über die Herausforderungen nachdenke, weil es mir einfach so grossen Spass macht. 

Ist Synchronsprecher der beste Beruf der Welt?

Ich darf mich bei jedem Film, egal welches Genre, total austoben. Ich drehe den Film für mich wie nach, springe in die Handlung rein und bin in diesem Moment mittendrin. Das ist ein Geschenkt. Es ist ein Traum, der zu meinem Beruf wurde. Ich denke gar nicht drüber nach, dass ich am Arbeiten bin, sondern ich darf meinen Traum leben.

Im Oktober soll ja der neue James Bond-Film «Keine Zeit zu sterben» in die Schweizer Kinos kommen. Kannst du kurz, ohne zu viel zu verraten, erzählen, um was es geht? 

Was man bereits im Trailer sehen kann ist, dass dieser Film alle Register zieht, die ein James Bond-Film braucht. Er wird fast drei Stunden gehen und ich kann sagen, diese drei Stunden vergehen wie im Flug. Am

Schluss wird man sagen: «Kann ich nicht noch sitzen bleiben? Der soll noch nicht zu Ende sein.» So viel sei verraten und den Rest kann man sich im Trailer angucken. Er macht Spass und ist unglaublich aufregend.
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